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Symbiose zwischen Vogelspinne und Frosch

Kuriose Symbiose: Diese Vogelspinnen halten Frösche als Babysitter

Eine Vogelspinne und ein Frosch, die zusammen in einer WG leben? Klingt unglaublich, ist tatsächlich aber ein cleveres Zusammenspiel der Natur. Welchen Zweck diese Symbiose hat, erklären wir dir. Im Clip lernst du 5 weitere tierisch gute Teams kennen.
Kuriose Symbiose: Diese Vogelspinnen halten Frösche als Babysitter
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Das Wichtigste zum Thema Vogelspinne und Frosch

  • Italienischen Wissenschaftler:innen sind in den Regenwäldern Südamerikas auf eine wundersame Wohngemeinschaft gestoßen - zwischen Vogelspinnen und Engmaulfröschen.

  • Eigentlich sind große Spinnen natürliche Feinde von Fröschen. Warum leben diese Tiere also zusammen? Simpel: Beide Gattungen müssen aus dem Zusammenleben einen wichtigen Vorteil ziehen.

  • Der Vorteil für den Frosch liegt auf der Hand: Die Vogelspinne ist der perfekte Bodyguard. In ihrer Gesellschaft ist er sicher vor seinen Fressfeinden wie Schlangen oder anderen großen Spinnen.

  • Die Spinne wiederum scheint den Frosch als Babysitter zu halten. Denn: Der Frosch verspeist gerne Ameisen und Parasiten. Diese stellen eine Bedrohung für die Eier und Jungen der Spinne dar.

Vogelspinne und Engmaulfrosch leben in Symbiose

Symbiose zwischen Vogelspinne und Frosch


Die Vogelspinnen-Art aus Südamerika teilt sich ihre Höhle oft mit einem Engmaulfrosch. Beide ziehen aus der WG große Vorteile.
© Imago Images/ imagebroker

Bei der beobachteten Vogelspinne handelt es sich um die Gattung Pamphobeteus. Diese Spinnen leben tief unter der Erde in Tunneln und Höhlen. Bisher fanden sie Forschende hauptsächlich in den Regenwäldern Südamerikas sowie in den Gebirgsketten der Anden.

Bei ihren Beobachtungen machten ein Forschungs-Team eine kuriose Entdeckung: Oftmals teilen sich weibliche Vogelspinnen dieser Art ihre Höhlen mit einem Frosch - genau genommen dem Engmaulfrosch Chiasmocleis ventrimucalata.

Das Besondere: Eigentlich verspeisen Vogelspinnen gerne Frösche. Warum leben diese also zusammen? Forschende vermuten, dass diese Art des Engmaulfrosches aufgrund eines Hautsekrets ungenießbar ist.

Stattdessen scheinen Spinne und Frosch Freunde mit gewissen Vorteilen zu sein: Die Vogelspinne bietet dem Frosch Schutz vor anderen Raubtieren - im Gegenzug wird er zum Kammerjäger. Larven, Ameisen und Parasiten können für den Spinnen-Nachwuchs gefährlich werden. Für den Frosch hingegen sind sie der perfekte Snack.

Eine ähnliche Symbiose konnten Forschende übrigens auch bei weiteren Spinnen- und Frosch-Arten in anderen Regionen der Erde beobachten.

Symbiose: Was ist das eigentlich?

Symbiose zwischen Clownfisch und Anemone


Zusammen ist man stärker: Gilt auch für den Clownfisch und die Anemone.
© Getty Images

Als Symbiose bezeichnen Wissenschaftler:innen eine Zusammenarbeit zweier verschiedener Organismen, die für beide Seiten von Vorteil ist. Das Wort selbst stammt aus dem Altgriechischen: sym bedeutet "zusammen" und bios bedeutet "Leben".

Nicht jede Symbiose ist lebensnotwendig. Meist ziehen beide Partner einen Vorteil aus der Kooperation, sind aber nicht aufeinander angewiesen. Dazu zählt auch die Zusammenarbeit zwischen der Vogelspinne und dem Engmaulfrosch. Es gibt aber auch Symbiose-Beziehungen, in denen die Partner ohneeinander nicht lebensfähig sind.

Zu solch einer obligatorischen Symbiose zählt die Beziehung zwischen der Blattschneiderameise und dem Pilz Leucoagaricus gongylophorus. Die Ameise züchtet den Pilz in unterirdischen Nestern und pflegt ihn liebevoll. Der Grund? Der Pilz produziert Fadenbüschel, von denen sich die Ameisen ernähren. Warum ist das aber für den Pilz lebensnotwendig? Simpel: Er wird von anderen Pilz-Arten bedroht. Die Ameisen sorgen mithilfe eines Bakteriums dafür, ihren Pilz vor anderen Arten zu schützen. Ohneeinander könnte also keine der beiden Spezies überleben.

Parasiten: Wenn aus der Zusammenarbeit Ausbeutung wird

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Veröffentlicht: 13.12.2021 / Autorin: Amelie Geibel