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Korallen in Gefahr! So wollen Forschende die Riffe retten

Vom bunten Korallenriff zur grauen Wüsten. Die Korallen-Bleiche setzt dem Ökosystem der Meere zu. Der richtige Sound und im Labor gezüchtete Korallen und Algen könnten Abhilfe schaffen. Wir zeigen, wie das funktionieren soll.
Korallen in Gefahr! So wollen Forschende die Riffe retten
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Das Wichtigste zum Thema Korallenriffe

  • Die Klimaerwärmung, Überfischung und der steigende CO2-Spiegel in den Meeren setzen den Korallenriffen zu. Wie das genau geschieht, erklären wir unten.

  • Vor allem die steigenden Wassertemperaturen führen zur Korallen-Bleiche. Aus farbenfrohen Riffen werden graue Unterwasser-Friedhöfe.

  • Sonnencreme im Wasser verhindert zudem, dass Sonnenstrahlen in tiefere Bereiche des Meeres vordringen können. Korallen - beziehungsweise die in ihnen lebenden Algen - brauchen Licht zum Überleben.

  • Ohne Korallenriffe kippt das empfindliche Ökosystem in den Meeren. Der Grund: Sie sind der Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere.

  • Die Riffe bilden überdies ein natürliches Schutzschild. Ohne sie drohen Inseln wie die Malediven im Meer zu versinken.

  • Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt arbeiten an Projekten um das Korallensterben zu stoppen. Ein paar davon stellen wir dir hier vor.

Eine Frage der richtigen Atmosphäre

  • 👩‍🔬

    Bisher haben Forscherinnen und Forscher große Korallen zerbrochen, um das Wachstum neuer Teile zu beschleunigen. Der Nachteil: Diese Korallen sind nicht so widerstandsfähig.

  • 👨‍🔬

    Jetzt ist es Forschenden der Universität Oldenburg gelungen im Labor Korallen sexuell zu vermehren.

  • 🌊

    Damit die Korallen ihre Eizellen und Spermien ins Wasser abgeben mussten die Forschenden die aufwändigen Bedingungen des Pazifischen Ozeans nachstellen.

  • 🌔

    Romantik auf Knopfdruck: Beleuchtung, Tageslänge und sogar die Mondzyklen wurden in den Aquarien simuliert.

  • 💪

    Die Good News: Die im Labor gezüchteten Korallen sind widerstandsfähiger als die neu nachwachsenden Teile der "zerbrochenen" Korallen.

  • 💡

    Diese Erkenntnisse sollen in Zukunft dabei helfen das Riff-Sterben aufzuhalten.

Eine Labor-Alge soll Korallen hitzeresistenter machen

Steigen die Wassertemperaturen, stoßen Korallen ihre nützlichen Mitbewohner ab und bleichen aus. Das passiert vermutlich, weil die Algen bei höheren Temperaturen giftige Stoffe produzieren. Wenn sich keine neuen Algen niederlassen, stirbt die Koralle ab. Hitzeresistentere Algen könnten das Problem lösen, so die Idee von Forschenden der Universität in Melbourne.

Sie versuchten, solche Algen zu züchten. So wird's gemacht: Die Algen werden von den Korallen entfernt und in speziellen Becken vermehrt. Das Forschungsteam erhöht von Generation zu Generation leicht die Wassertemperatur - 4 Jahre lang. Die Algen passen sich nach und nach an. Auf diese Weise sollten die Nachkommen hitzeresistenter werden. Man spricht von geleiteter Evolution.

Mann misst Temperatur in Aquarium


Die Temperatur in den Aquarien muss regelmäßig kontrolliert werden.
© Getty Images

Die Forschenden gaben die neuen Algen auf junge freischwimmende Korallenlarven - und zwar bei Temperaturen wie sie bei der Korallenbleiche im Great Barriere Reef herrschten. Das Ergebnis: Die hohen Temperaturen konnten der Korallen-Algen-Symbiose nichts ausmachen. 

Der Ansatz scheint erfolgversprechend. Ob er im Ozean auch funktioniert, ist aber noch unklar. Mehrere Fragen sind noch offen: Funktioniert das Ganze auch bei erwachsenen Korallen? Bleibt die Hitzeresistenz bestehen oder bildet sie sich nach einiger Zeit zurück? Verdrängen die gezüchteten Algen die natürlichen Symbionten?

Ein Riff aus dem 3D-Drucker

Ein Riff aus dem 3D-Drucker

Durch die Umweltverschmutzung sind die Weltmeere und deren Artenvielfalt so bedroht wie nie zuvor. Aber Forschende haben jetzt eine Möglichkeit gefunden, wie sie die Ozeane mithilfe von 3D-Druckern retten können.

Auf diesen Sound stehen Fische

Forschende haben entdeckt, dass die Akustik eines Korallenriffes entscheidend dafür ist, ob Fische sich dort ansiedeln. Also installierten sie Unterwasser-Lautsprecher in abgestorbenen Abschnitten des Great Barriere Reefs. Dann spielten sie die Geräusche eines belebten Korallenriffs ab.

Und es klappte: Nach 40 Tagen verdoppelte sich die Anzahl der Arten und Fische in diesem Bereich.

Timothy Gordon von der Universität Exeter in Großbritannien erklärt, wie's funktioniert.

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Noch mehr Ideen zur Rettung der Korallenriffe

  • 👨‍⚕️

    Die "Coral Doctors" gehen auf den Malediven gegen das Korallensterben vor - mit Handarbeit: Aus gesunden Riffen werden Korallen-Ableger genommen und in die abgestorbenen Riffe eingesetzt. Sie helfen den bleichen Korallen bei der Regeneration.

  • 👨‍🔬

    In Hawaii arbeiten Forschungsteams an einer neuen Super-Koralle. Das Ziel: Evolution im Schnelldurchlauf. Im Labor werden immer nur die widerstandsfähigsten Exemplare miteinander gekreuzt. Die globale Erwärmung oder ein hoher Säuregehalt in den Meeren können der Super-Koralle nichts anhaben.

  • 👷

    Alte Ölplattformen werden zu neuen Lebensräume für Meeres-Lebewesen. Der Abbau und die Entsorgung alter Plattformen ist aufwendig und teuer. Günstiger - und gut für die Umwelt - ist es, sie von schädlichen Materialien zu befreien und in künstliche Riffe umzuwandeln.

Warum verlieren Korallen ihre Farbe?

Koralle Algen
Korallen sind Nesseltiere. Sie leben zusammen mit Algen in einer Art Zweck-WG. Die...
Koralle Photosynthese
Mit dem von der Koralle ausgestoßenen Wasser und Kohlendioxid betreiben die Algen...
Korallenbleiche
Steigt die Wassertemperatur über 30 Grad Celsius, werden die Algen giftig. Die...
Korallenbleiche nachwachsen
Die Korallenbleiche ist keine Einbahnstraße: Die Riffe können sich nach wenigen...
Korallenriffe erholen sich von Bleiche
Voraussetzung: Algen müssen sich wieder an den Korallen ansetzen. Bei gleichbleibend...
Koralle Algen
Koralle Photosynthese
Korallenbleiche
Korallenbleiche nachwachsen
Korallenriffe erholen sich von Bleiche

Darunter leiden die "Regenwälder der Weltmeere" im Detail

  • 🌍

    Durch den Klimawandel steigt die Temperatur des Meerwassers und führt zur Korallenbleiche. Zuerst verlieren die Unterwasserorganismen ihre Farbe, dann sterben sie ab.

  • 💨

    Die Ozeane sind außer Atem. Der Sauerstoffgehalt im Wasser nimmt rapide ab. Die Auslöser sind menschengemacht: Verbrennung fossiler Brennstoffe, Klimaerwärmung, Verschmutzung der Weltmeere.

  • 🎣

    Die Überfischung schadet ebenfalls. Bei der Schleppnetzfischerei werden große Netze am Meeresgrund entlanggezogen. Was zurückbleibt, ist eine Spur der Verwüstung. In einigen Regionen ist auch Fischen mit Dynamit oder Gift weiterhin erlaubt.

Wieso Plankton so wichtig ist

Wieso Plankton so wichtig ist

Kaum zu glauben: Von den Algen der Arktis hängt das Leben der Welt ab. Phytoplankton erzeugt mehr Sauerstoff als alle Pflanzen an Land zusammen. Dieses Plankton ist durch den Klimawandel bedroht.

Veröffentlicht: 15.04.2021 / Autor: Franziska Schosser