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Leuchtende Tintenfische? Diese Tiere sind ganz schön helle!

Einmal im Jahr strahlt es im Meer vor Japans Westküste. Leuchtende Tintenfische sind der Grund dafür. Sie sind aber nicht die einzigen Tiere, denen ein Licht aufgeht. Das Zauberwort heißt Biolumineszenz.
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Das Wichtigste zum Thema leuchtende Tintenfische

  • Naturspektakel: Jedes Frühjahr werden Tausende von blau leuchtenden Tintenfischen im Westen Japans an der Toyama-Bucht angespült.

  • Weibchen legen nach der Paarung Eier im seichten Gewässer ab. Sie sind so erschöpft, dass ihnen die Kraft fehlt, zurück ins Meer zu schwimmen.

  • Der gesamte Körper ist mit Leuchtzellen ausgestattet. Der Kalmar "aktiviert" sie, wenn er sich bedroht fühlt (zum Beispiel bei schwappendem Wasser oder Feindannäherung). Dann färbt sich der Bauch blau zur Tarnung, und es funkeln zwei Tentakel, die Angreifer kurzzeitig blenden.

Diesen Lebewesen geht ein Licht auf

Glanzparade: Wie leuchten Lebewesen?

Biolumineszenz – so nennen Biologen die Fähigkeit von Lebewesen, sich wie eine Taschenlampe anzuknipsen. In der Tiefsee verfügen etwa 90 Prozent der Meeresbewohner über diese Strahlkraft. Dahinter steckt ein biochemischer Prozess: Der Leuchtstoff Luciferin wird mithilfe des Enzyms Luciferase oxidiert. Mit der Aufnahme von Sauerstoff entsteht zusätzliche Energie, die in Form von Licht an die Umgebung abgegeben wird. Das Ergebnis: ein Farbspiel.

Biolumineszenz tritt in zwei Formen auf. Primäres Leuchten bedeutet, dass die Lebewesen sich selbst zum Strahlen bringen können (zum Beispiel Glühwürmchen). Beim sekundären Leuchten machen sich symbiontische Bakterien ans Werk, die im Leuchtorgan "sitzen" (beispielsweise bei Fischen).

Ein Glühwürmchen übrigens wandelt nahezu verlustfrei chemische Energie in Licht um. Zum Vergleich: Bei der Glühbirne gehen aus elektrischer Energie nur etwa 5 Prozent Licht hervor, die restlichen 95 Prozent sind Wärme.

Genmanipulation: Wenn Schafe und Kaninchen leuchten

Interessante Mähldung: Auch Schafe können strahlen. Dafür sorgten Wissenschaftler aus Uruguay. Sie versetzten das Erbgut der flauschigen Vierbeiner mit fluoreszierender Quallen-DNA. 2012 kamen Lämm(p)chen zur Welt, die im Dunklen grün leuchteten. Die Tiere waren in der Lage, Licht zu „speichern“ und im Anschluss an eine UV-Bestrahlung nachzuleuchten – ähnlich wie ein künstlicher Sternenhimmel an der Zimmerdecke. Türkische Forscher wiederum züchteten 2013 Leucht-Kaninchen, die unter Schwarzlicht im Dunkeln einen grünen "Schimmer" bekamen. Bei Tageslicht hatten die Langohren eine weiße Fellfarbe. Laut dem Forscherteam ließen sich keinerlei Auswirkungen auf die Lebensweise der Tiere feststellen. Vorgenommen wurden die Manipulationen unter anderem, um langfristig Menschen mit Gendefekten zu helfen.

Veröffentlicht: 07.03.2020 / Autor: Galileo

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