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Ein Petermännchen auf dem Meerboden

Petermännchen: Klingt niedlich, ist aber ein fieser Gift-Fisch

Zum Baden in Nord- und Ostsee gesprungen - und plötzlich: ein heftiger Schmerz im Fuß. Dann bist du vielleicht auf ein giftiges Petermännchen gestiegen. Wie du den Stich des Fisches am besten behandelst - oder noch besser: vermeidest.
Ein Petermännchen auf dem Meerboden

Petermännchen: Das Wichtigste zum giftigen Fisch

  • Der Name lässt es nicht vermuten, aber das Petermännchen ist der giftigste heimische Fisch.

  • Immer mehr Badegäste an den deutschen Küsten klagen über die fiesen Stiche der bis zu 50 Zentimeter großen Tiere.

  • Ohne Behandlung können die Stiche noch monatelang schmerzen, lebensbedrohlich sind sie in der Regel aber nicht.

  • Das Petermännchen kann man übrigens auch essen. Beim Angeln sollten aber Handschuhe getragen und die Gift-Stacheln vorsichtig vor der Weiterverarbeitung entfernt werden.

Kleiner Stachel, große Wirkung: Wie es zu den Petermännchen-Stichen kommt

Das giftige Petermännchen buddelt sich bis zu den Augen in den Meeresboden ein, um zu laichen. Vor allem im Frühjahr und Sommer. Also genau dann, wenn wir gern ins Meer springen. Wenn du auf ihn trittst, sticht er zurück.

Die Symptome an der Einstich-Stelle: starke Schmerzen, Schwellungen, Blasenbildung, Rötung und Taubheit der Haut.

Aus Sicht des Petermännchens macht es ja auch Sinn, über seinen Stachel an der Rückenflosse Gift abzusondern. Wer wird schon gern zerquetscht?

Ein eingegrabenes Petermännchen


Da will man nur mal seine Eier ablegen - und dann tritt jemand auf einen drauf... Na dann: Gift, Marsch!
© picture alliance / WILDLIFE / W.Poelzer

Wo findet man das Petermännchen?

Der Gift-Fisch kommt an der Atlantik-Küste, im Mittelmeer, im Schwarzen Meer, sowie in Deutschland an der Nord- und Ostsee vor.

☠ Auch durch das Gift des Schnabeltiers können ähnliche Symptome hervorgerufen werden. Die extremen Schmerzen können ebenfalls monatelang andauern, sind für den Menschen aber nicht tödlich. Neben dem Petermännchen gibt es in Deutschland auch andere giftige Tiere, wie Schlangen, Spinnen, etwa den Ammen-Dornfinger oder die gelbe Haarqualle. Mehr dazu in der Bildergalerie ganz unten.

Badeschuhe anziehen! Was hilft gegen Petermännchen?

So schmerzhaft eine Begegnung mit dem Petermännchen ist, so einfach ist es auch, dem Gift-Stachel auszuweichen: Geh einfach mit Badeschuhen ins Wasser. Sieht vielleicht nicht so cool aus, aber bewahrt dich vor einer schmerzhaften Erfahrung.

Vertrau besser nicht darauf, dass du die Petermännchen im Wasser siehst. Sie sind kaum vom Meeresboden zu unterscheiden.

Giftiges Petermännchen: Das kannst du bei einem Stich tun

  • 🧽

    Wunde reinigen, Stachel entfernen und desinfizieren.

  • 🚫

    Keine Stau-Binde anlegen, mach lieber ein Pflaster drauf.

  • 🔥

    Schnell die Wunde wärmen. Das Gift besteht hauptsächlich aus Eiweißen, die bei zu hohen Temperaturen zerstört werden. Nach zwei Minuten kommt der nächste Schritt.

  • 🧊

    Abkühlung: Mit der stetigen Abwechslung, der sogenannten "de Haro-Methode", werden die meisten Patient:innen innerhalb von zwei Stunden beschwerdefrei.

  • 👩‍⚕️

    Geh vorsorglich trotzdem zum Arzt! Denn bei Allergiker:innen kann das Gift auch zu Kreislauf-Problemen bis hin zum Herzstillstand führen. Außerdem solltest du notfalls deine Tetanus-Impfung auffrischen lassen.

Wie kommt ein so giftiges Tier zu so einem süßen Namen?

Wenn niederländische Fischer Petermännchen im Netz fanden, sollen sie die postwendend wieder ins Meer geworfen haben - damit ja nicht jemand an den giftigen Stachel kommt. Der Überlieferung nach haben sie die Fische dabei dem Schutzheiligen der Fischer "Petrus" geweiht.

So kamen die Fische zu ihrem niederländischen Namen "pieterman". Davon leitet sich wohl das deutsche "Petermännchen" ab.

Eine historische Abbildung des Petermännchens aus dem 19. Jahrhundert.


Das Petermännchen beschäftigt Fischer und Badende schon seit Jahrhunderten, wie diese historische Abbildung aus dem 19. Jahrhundert zeigt.
© picture alliance / Bildagentur-online / Sunny Celeste

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Veröffentlicht: 03.09.2022 / Autor: Galileo