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Probleme mit Motten? So wirst du sie wieder los

Fast jeder kriegt mal die Motten - Lebensmittelmotten in der Küche oder Kleidermotten im Kleiderschrank. Klingt eklig? Ist es auch. Hier gibt’s Tipps, wie du die Schädlinge erkennen und bekämpfen kannst.

Das Wichtigste zum Thema Motten

  • Motten zählen zur Familie der Schmetterlinge. Im Gegensatz zu ihren tagaktiven Verwandten sind Motten Nachtschwärmer.

  • In der Welt zuhause, in deinem Schrank daheim: Abgesehen von den Polargebieten kommen Motten so gut wie überall vor. Es gibt rund 2.000 verschiedene Mottenarten.

  • Fast jeder kriegt mal die Motten, entweder im Kleider- oder im Küchenschrank. Keine Panik, man kann die Biester mit einfachen Tricks wieder loswerden.

Alter Falter: Erzfeinde in Mottengestalt

Was hilft gegen Kleidermotten? Ein Insekt mit exquisitem Klamottengeschmack

Kleidermotten haben in der Natur eine nützliche Funktion: Als Aasfresser verwerten sie abgestorbenes Fell. Denn: Mottenlarven stehen auf Keratin, und das steckt in Tierhaaren. Die Motten benötigen Keratin zum Wachsen, aber auch für den Bau ihres Kokons. Kleidung aus Wolle, Daunen, Seide, Pelz oder Leder sowie Teppiche aus Naturfasern sind also gefundenes Fressen. Gemein: Ausgerechnet die teuerste Kleidung hat unschöne Löcher.

Aber auch Schweißrückstände und Menschenhaare auf den Klamotten locken Textilmotten an. Die ersten Anzeichen für einen Mottenbefall im Schrank erkennst du meistens an Löchern in deiner Kleidung und, natürlich, an den umherfliegenden Motten selbst. Auf Kleidung, die länger nicht getragen wurde, finden sich oftmals sogenannte Mottengespinste. Das sind zarte, weiße Fäden oder Kokonreste, die die Larven hinterlassen.

Kleidermotte


So sieht eine Kleidermotte aus.
© Getty Images

So bekämpfst du Kleidermotten

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    Suche das Kleidermotten-Nest: Welche Zimmer sind betroffen? Häufig fängt der Mottenbefall im Schlafzimmer oder Kinderzimmer an - dort stehen in den meisten Haushalten die Kleiderschränke. Suche gründlich nach Löchern in der Kleidung und den kleinen Gespinsten.

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    Wenn du das Nest entdeckt hast, solltest du alle Türen geschlossen halten. So gibst du der Textilmotte keine Chance, sich auszubreiten. Lüfte nur noch kurz per Durchzug. Lasse ab sofort keine Kleidungsstücke mehr herumliegen - auch nicht für eine Nacht.

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    Alles muss raus! Kleidermotten-Eier, Larven und Gespinste findest du vor allem auf Textilien und Kleidern aus tierischen Fasern. Wirf die betroffene Kleidung weg - in einem luftdichten Plastikbeutel.

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    Alles, was du noch retten kannst, gehört in die Waschmaschine (so heiß wie möglich waschen). Danach tötet das Tiefkühlfach (oder im Winter der Balkon) die restlichen Eier und Larven ab - mindestens 3 Tage ab in die Kälte!

  • Räume alle Kleiderschränke leer und sauge sie aus, insbesondere die Ritzen. Wirf den Staubsauger-Beutel anschließend, luftdicht verpackt, weg.

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    Wenn du Kleidungsstücke im Keller oder auf dem Dachboden lagerst, haben Kleidermotten ein leichtes Spiel. Wickle die Kleidung in Zeitungspapier - Druckerschwärze mögen die Motten so gar nicht!

  • Im Handel gibt es viele chemische Mottenmittel, um Motten wirksam zu bekämpfen. Aber Vorsicht: Oft sind darin Substanzen enthalten, die gesundheitsschädlich wirken können - und das nicht nur bei der Motte!

Was hilft gegen Lebensmittelmotten? Wer hat die denn zum Essen eingeladen?

In der Küche treibt die Lebensmittelmotte ihr Unwesen. Sie steht auf Müsli, Mehl(speisen), Studentenfutter, Nüsse oder Getreideprodukte. Dünnes Plastik oder Pappe? Kein Problem für die Mottenlarven - sie fressen sich überall durch.

Lebensmittelmotte


So sehen Lebensmittelmotten aus.
© Getty Images

Sind Lebensmittelmotten gefährlich?

Laut Umweltbundesamt sind Lebensmittelmotten zwar keine Krankheitsüberträger, ganz ungefährlich sind sie für den Menschen aber nicht. Die Ausscheidungen der Lebensmittelmotten fördern das Wachstum von Schimmel oder Bakterien in den betroffenen Lebensmitteln. Dadurch kann der Verzehr von Lebensmitteln, die durch Kot, Hautreste und Spinnfäden verunreinigt wurden, zu Allergien, Haut- oder Magen-Darm-Erkrankungen führen.

Der Verzehr von den Lebensmittelmotten selbst ist nicht gefährlich - allerdings werden bei versehentlichem Verzehr auch die Ausscheidungen der Insekten mit gegessen. Bei Unwohlsein sollte ein Arzt aufgesucht werden.

So bekämpfst du Lebensmittelmotten

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    Verdacht auf Lebensmittelmotten? Du erkennst sie an Löchern in Verpackungen, Klümpchen in Mehl und Bröseln in Nüssen und Müsli. Schmeiß auf jeden Fall schlecht verschlossene, angebrochene Packungen weg.

  • Du findest die Lebensmittelmotten gerne in Vorratsbehältern, Ritzen, hinter Schubladen und Schränken. Sauge sie am besten mit dem Staubsauger auf und entsorge den Beutel luftdicht verpackt.

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    Alle Vorräte, die nicht verunreinigt sind, packst du am besten um. Geeignet sind luftdichte Vorratsbehälter aus Glas, Keramik, Edelstahl oder hartem Kunststoff.

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    Die Schränke solltest du mit einem Essigreiniger gründlich auswischen - bestenfalls auch Bereiche hinter und unter den Küchenschränken.

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    Heiße Luft hilft, sie zerstört Motteneier und Larven. Richte einen Föhn in alle Ritzen.

  • Auch bei Lebensmittelmotten gilt: Chemische Mottenmittel können gesundheitsschädlich wirken. Es gibt aber auch biologische Alternativen.

Mottenlarven: Das solltest du wissen

Motten holt man sich größtenteils durch Dinge in die Wohnung, die bereits von Motteneiern besetzt sind. Das heißt, beim Einkauf gibt es die Motten auf der Mehltüte oder im Müsli gratis dazu. Zu Hause beginnen die Motten schnell mit der Fortpflanzung. Abhängig von der Mottenart legt ein Weibchen zwischen 200 und 300 Eier in ihrem Leben. Und das ist kurz: Eine ausgewachsene Motte lebt zwischen ein und zwei Wochen, da sie keine Nahrung zu sich nehmen kann. Sie ist das geringste Problem. Viel schlimmer: Die Motteneier und Mottenlarven.

Die sind hungrig und fressen sich durch die Nahrung oder deinen Lieblings-Pullover. Bei Temperaturen zwischen 24 und 30 Grad Celsius, einer relativ hohen Luftfeuchtigkeit und ohne Zugluft reift die Mottenlarve im Ei und schlüpft.

Die Motteneier sind schwer zu finden, da sie oft in die entlegensten Ecken und Ritzen gelegt werden. Zudem sind sie winzig klein und mit dem bloßen Auge kaum sichtbar. Lebensmittelmotten bevorzugen trockenen Lebensmittel wie Mehl, Reis oder Nudeln zur Eiablage. Kleidermotten bevorzugen Stoffe wie Wolle, Pelz, Seide oder auch Teppiche.

Hausmittel gegen Motten: Was Motten hassen

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    Während Menschen den Duft von Lavendel als sehr angenehm empfinden, können Kleidermotten ihn nicht leiden. Als Öl auf ein Stoffsäckchen geträufelt in deinen Schrank gehängt, hält es die Falter fern.

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    Zedernholz stößt Motten mit einem speziellen Eigengeruch ab. Du kannst es in Scheiben im Drogeriemarkt kaufen und zum Beispiel als Ring um die Haken von Kleiderbügeln hängen.

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    Ausgefuchste Falle gegen Lebensmittelmotten: Vermische 4 Teile Backpulver (oder Natron) in einer Schale mit einem Teil Mehl und stelle es in deinen Schrank. Die Motten legen hier ihre Eier ab - die frisch geschlüpften Larven überleben nicht im Backpulver.

  • Essigreiniger ist ein effektives Mittel beim Putzen der Schränke - er stößt die Motten ab.

Mach den Klebetest! Ein, zwei, Hunderte Motten?

Motten Klebstoff


Eine einsame Motte oder doch ein ganzer Clan?
© Getty Images

 

Ob sich eine einsame Motte oder ein ganzer Clan in deine Wohnung verirrt hat, erfährst du dank Klebefallen - erhältlich in jedem Bau- oder Drogeriemarkt. Die Motten-Männer bleiben dabei wortwörtlich auf Sexual-Duftstoffen (Pheromonen) kleben. Ein Motten-Männchen? Kein Grund zur Panik. Mehrere Motten-Männchen? Jetzt musst du was tun!

Die besten Hausmittel gegen Ungeziefer

Die besten Hausmittel gegen Ungeziefer

Die besten Hausmittel gegen Ungeziefer

Egal ob Fliegen, Silberfische oder Motten - jeder möchte die lästigen Krabbeltiere möglichst schnell und effizient wieder loswerden. Darum gibt es im Internet auch jede Menge Hausmittel, die angeblich gegen die lästigen Plagegeister helfen.

Schlupfwespen: Eine natürliche und biologische Mottenbekämpfung

Schlupfwespen sind die natürlichen Feinde der Motte und helfen sowohl bei Lebensmittel- als auch bei Kleidermottenbefall. Mit einer Größe von gerade mal 0,4 Millimeter sind sie winzig und für Menschen ungefährlich.

Du kannst Schlupfwespen über verschiedene Anbieter im Internet kaufen. Auf kleinen Pappkärtchen kleben zwischen 1.000 und 3.000 Eier der Schlupfwespen, die pünktlich per Post verschickt werden, sodass die Schlupfwespen schlüpfen, wenn sie beim Kunden ankommen. In Drogerien werden Schlupfwespeneier nicht verkauft, da sie gekühlt gelagert werden müssen, um ein vorzeitiges Schlüpfen zu verhindern.

So funktioniert die Anwendung:

  • Die Kärtchen werden direkt an die betroffenen Stellen ausgelegt, also im Kleider- und Vorratsschrank.
  • Die Schlupfweste macht sich auf die Suche nach Motteneiern - in jedem noch so kleinen Spalt.
  • Sobald das Ei einer Motte gefunden ist, bohrt sie es mit dem Legestachel an und legt dann ihre eigenen Eier in dem Mottenei ab.
  • Die Larven der Schlupfwespen fressen die Motteneier leer.
  • Sobald es keine Motteneier mehr gibt, sterben auch die Schlupfwespen und zerfallen schließlich zu Staub. Die Lebensdauer der Schlupfwesten beträgt nur wenige Tage bis Wochen.
  • Die erfolgreiche Mottenbekämpfung mit Schlupfwespen dauert in einem Haushalt mit Lebensmittelmotten mindestens 9 Wochen, bei Kleidermotten muss man mit 18 Wochen und wiederholtem Auslegen der Pappkärtchen rechnen.

Mythen und Fakten über Motten

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    Du hast die Motten wegen schlechter Hygiene? Nein - jeder kann sie kriegen. Sie flattern von draußen rein oder schleusen ihre Eier unbemerkt ins Haus - in Lebensmitteln oder Textilien.

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    Die Haupt-Flugzeit der Motten ist von Mai bis September. In beheizten Wohnungen vermehren sich die Falter aber das ganze Jahr über.

  • 👶

    Motten sind Babyboomer: Ein Weibchen legt bis zu 300 Eier. Pro Jahr wachsen 2 bis 3 neue Generationen heran.

Fun Facts über Motten

Revolutionieren Motten das Recycling?

Ein weiterer Beweis, dass Motten Heldentaten vollbringen: Forscher entdeckten, dass die Larven der Großen Wachsmotte dank ein bestimmten Enzyms Plastik fressen und abbauen können. In Zukunft könnte sie bei der Bekämpfung von Umweltproblemen helfen.

Veröffentlicht: 13.07.2020 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau