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Neidisch? Diese Tiere können sich Körperteile nachwachsen lassen

Stell dir vor, du verlierst einen Zahn - und kannst dir das Implantat sparen, weil gleich ein neuer wächst. Klingt traumhaft? Manche Tiere können sogar ganze Gliedmaßen nachbilden!
Dem Axolotl wachsen abgetrennte Gliedmaßen einfach wieder nach.

Das Wichtigste zum Thema Regeneration

  • Einige Tiere haben besondere Selbstheilungskräfte: Verlorene Körperteile oder beschädigte Organe können sie einfach nachwachsen lassen. Biologen bezeichnen das als Regenerationsfähigkeit.

  • Besonders gut darin sind einfach organisierte Tiere wie z. B. Rippenquallen oder Seesterne. Sie stellen sich selbst sogar dann wieder her, wenn sie in der Mitte zerteilt wurden - fast wie Pflanzen.

  • Auch einige Reptilien, Amphibien und Fische sind Regenerationskünstler und können sich Gliedmaßen, Organe oder Zähne nachwachsen lassen. Doch je höher entwickelt die Tiere sind, desto mehr nimmt die Fähigkeit ab.

  • Hautverletzungen heilen auch noch bei Menschen, selbst Leberschäden repariert unser Köper bis zu einem gewissen Grad.

  • Mit zunehmendem Alter gehen die Selbstheilungsfähigkeiten meist verloren. Es gibt nur wenige Tiere, die sich offenbar unendlich oft regenerieren können. Wie sie das machen, erfährst du unten!

Wie neu! Diese Tiere sind Meister der Regeneration

Wie neu! Diese Tiere sind Meister der Regeneration

Das Axolotl hat Wundergene. Der mexikanische Schwanzlurch kann seine Beine innerhalb von ein paar Wochen einfach so nachwachsen lassen - mit Knochen, Muskeln und Nerven genau an der richtigen Stelle.

Hai: Das Ersatzteillager

Hai

© Getty Images

 

Zahn kaputt? Macht Haien nichts aus: Hinter jedem verlorenen Beißer steht schon ein neuer bereit. Und dahinter wieder einer. "Revolvergebiss" heißt diese Nachlade-Vorrichtung. Bis zu 30.000 Zähne kann ein Hai in seinem Leben verschleißen.

Eidechse: Die Wegwerf-Spezialistin

Eidechse

© Getty Images

 

In der Not werfen Eidechsen ihren Schwanz ab. Der bewegt sich dann sogar noch einige Minuten - ein Ablenkungsmanöver für Feinde. Bis ein neuer gewachsen ist, dauert es 2 Monate. In dieser Zeit sind die Tiere aber nicht so fit und flink wie sonst.

Winkerkrabbe: Der Tausch-Profi

Winkekrabe

© Getty Images

 

Mit ihrer großen Schere winken sich männliche Winkerkrabben eine potenzielle Partnerin heran. Büßen sie die Schere beim Duell mit Rivalen ein, wird aus ihrer zweiten, kleinen Schere eine große - und aus dem Stumpf wächst eine neue kleine.

Regenwurm: Der Überlebenskünstler

Regenwurm

© Getty Images

 

Regenwürmer leben selbst dann weiter, wenn sie in zwei Teile getrennt werden. Allerdings überlebt nur das Vorderende mit dem Zentralhirn - und auch bloß dann, wenn der Darm lang genug ist. Für die Nachbildung braucht der Regenwurm etwa eine Woche.

Seestern: Der Verdoppler

Seestern

© Getty Images

 

Anders manche Seestern-Arten: Werfen sie einen Arm ab, entsteht nicht nur ein neuer. Aus dem abgestoßenen Stück wächst auch gleich noch ein komplett neuer Seestern.

Zebrafisch: Das Reparations-Wunder

Zebrafisch

© Getty Images

 

Wenn der Zebrafisch seine Schwanzflosse verliert, produziert er innerhalb von 3 Wochen Ersatz. Und das ist noch nicht alles: Auch Herz, Sehnerv und Rückenmark kann der Zebrafisch nach Schäden reparieren.

Körperteile neu bilden - wie funktioniert das eigentlich?

Bis heute rätseln Wissenschaftler, welcher Mechanismus hinter der unglaublichen Regenerationsfähigkeit mancher Tiere steckt. Um ihm auf die Schliche zu kommen, werden vor allem Axolotl erforscht.

Bei den Schwanzlurchen entwickeln sich Bindegewebszellen zum Beispiel nach dem Verlust eines Beins zu sogenannten Vorläuferzellen zurück. Diese haben stammzellartige Eigenschaften und lassen ein neues Bein entstehen.

Zwar haben auch Menschen solche Bindegewebszellen. Allerdings können die sich nicht zurückprogrammieren, stattdessen entstehen Narben. Warum das so ist, untersuchen Forscher noch.

Jetzt kommen die Vierten: Zähne wachsen nach!

Jetzt kommen die Vierten! Zähne wachsen nach!

Jetzt kommen die Vierten: Zähne wachsen nach!

Laut Forschern der TU Berlin könnte es bald möglich sein, dass Zähne auch bei Menschen von selbst nachwachsen. Verantwortlich dafür soll ein aus bestimmten Stammzellen herangezüchtetes Gewebe sein.

Regeneration: Der Schlüssel zu ewigem Leben?

Einige Tiere haben so gute Regenerationsfähigkeiten, dass sie als unsterblich gelten - wenn sie keinen Fressfeinden zum Opfer fallen:

  • Süßwasserpolypen ersetzen sich konstant selbst und zeigen keine Spur von Alterserscheinungen. Alle 5 Tage sind sie wie neu.
  • Wenn die Mittelmeerqualle Turritopsos nutricula in die Jahre kommt, verwandelt sie sich zurück in einen Stammzellhaufen - um daraus verjüngt wiederaufzuerstehen.

Weitere geniale Fähigkeiten, die wir uns auch wünschen

  • Selbst Strom erzeugen: Nimm das! Zitter-Aale haben elektrische Organe, mit denen sie ihren Feinden heftige Stromstöße verpassen.

  • 🔍

    Gegen Krebs immun sein: Nacktmulle besitzen ein eingebautes Krebs-Warnsystem. Es verhindert, dass den Nagetieren Tumore wachsen.

  • 💡

    Im Dunkeln leuchten: Glühwürmchen, Leuchtquallen, aber auch viele Tiefseetiere haben diese Fähigkeit. Chemische Prozesse im Körper machen die sogenannte Biolumineszenz möglich.

  • 👣

    An der Decke laufen: Geckos scheinen an Wänden regelrecht festzukleben. Das klappt durch eine elektrostatische Aufladung zwischen den Härchen an ihren Füßen und dem Untergrund.

  • 😇

    Nach dem Tod auferstehen: Der Eisfrosch lässt sich im Winter einfrieren. Herzschlag und Atmung setzen aus - näher kommt dem Tod kaum ein anderes Lebewesen. Im Frühling taut er wieder auf.

Veröffentlicht: 15.05.2020 / Autor: Chris Tomas