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Östliche Smaragdeidechse

Reptilien: Diese seltenen Arten sind in Deutschland bedroht

Reptilien hierzulande haben es nicht leicht: Welche Arten bedroht sind und was sie gefährdet, erfährst du hier. Dazu gibt's interessante Fakten zur Lebensweise. Im Clip: der deutsche Schlangen-Teenie in Thailand. 
Reptilien: Diese seltenen Arten sind in Deutschland bedroht
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Das Wichtigste zum Thema Reptilien in Deutschland

  • In Deutschland leben 15 Reptilien-Arten. Zu den einheimischen Kriechtieren zählen Schlangen, Eidechsen und Schildkröten.

  • 2017 entdeckten Forschende eine neue Schlangen-Art. Die ungiftige, bis zu einem Meter lange Barren-Ringelnatter kommt in Westeuropa und auch in Westdeutschland vor.

  • Über zwei Drittel der Reptilien-Arten hierzulande sind bestandsgefährdet, weitere vier Arten (siehe unten) sind akut vom Aussterben bedroht. Sie stehen allesamt auf der Roten Liste, die das Bundesamt für Naturschutz herausgibt.

  • Hauptursache ist der Verlust des Lebensraumes der Tiere. Denn neue Verkehrs-, Wohn- oder Gewerbeflächen zerschneiden zunehmend ihre Reviere.

  • Oft können die Bestände nur durch gezielte Maßnahmen zum Natur- und Artenschutz aufrecht erhalten werden. Und auch eine umweltfreundlichere Land- und Forstwirtschaft ist nötig.

Vom Aussterben bedroht: Die seltensten Reptilien in Deutschland

Aspisviper
Die Aspisviper ist Deutschlands seltenstes Reptil. Man findet die Schlangen nur im...
Östliche Smaragdeidechse
Die Östliche Smaragd-Eidechse tummelt sich in Deutschland nur noch in zwei Revieren:...
Europäische Sumpfschildkröte
Zwölf bis 20 Zentimeter langer Panzer, fleischfressend, überwiegend im Wasser...
Würfelnatter
Als Fischfresserin ist die Würfelnatter stark ans Nasse gebunden: Ihrer Beute lauert...
Aspisviper
Östliche Smaragdeidechse
Europäische Sumpfschildkröte
Würfelnatter

Stark gefährdet sind diese heimischen Reptilien

  • Westliche Smaragd-Eidechse
  • Kreuzotter
  • Äskulapnatter

5 Dinge, die man über Reptilien wissen muss

  • 🌡️

    Reptilien sind wechselwarme Tiere. Ihre Körpertemperatur ist in hohem Maß von der Umgebungstemperatur abhängig, daher suchen sie gezielt sonnige oder schattige Plätzchen auf.

  • 🥚

    Ihre Eier legen die meisten Arten in selbstgegrabenen Erdlöchern ab, manche nutzen auch Kompost- oder Laubhaufen. Die Erbrütung erfolgt durch die Sonne und die Verrottungswärme. In nördlichen Gegenden, wo es kühler ist, brüten die Weibchen ihre Eier mitunter im Mutterleib aus.

  • 🐊

    Das Leistenkrokodil gilt als größtes und schwerstes Reptil der Welt. Ausgewachsene Männchen sind häufig mehr als sechs Meter lang und bis zu 1.200 Kilo schwer. Das kleinste Reptil ist das Nano-Chamäleon, das auf eine Fingerspitze passt.

  • 🥩

    Bei einem Großteil der Kriechtiere handelt es sich um Fleischfresser, die sich von Kleintieren ernähren. Herbivore Reptilien wie Landschildkröten oder grüne Leguane futtern ausschließlich Pflanzen.

  • ❄️

    In der kalten Jahreszeit halten Reptilien eine Winterruhe. Dafür bauen oder suchen sie sich Verstecke an Land. Europäische Sumpfschildkröten machen’s anders, sie überwintern auf dem Grund von Gewässern.

Schlange als Haustier: Ist das erlaubt?

In Deutschland ist das Halten von Schlangen in der Wohnung gesetzlich erlaubt. Allerdings gibt es Einschränkungen: Gift- und Würgeschlangen dürfen nur dann einziehen, wenn der/die Vermieter:in sein/ihr Einverständnis gibt. 

Der Deutsche Tierschutzbund etwa lehnt jedoch die private Haltung von Boas, Kobras und Co. ab. Allein deswegen, weil die Wildtiere in einem Terrarium nicht artgerecht untergebracht sind. Abgesehen davon kommt es immer wieder vor, dass die Reptilien ausbrechen und zur Gefahr für andere Menschen werden oder von ihren überforderten Besitzer:innen ausgesetzt werden. 

Reptilien-Börsen: Exotische Tiere aus der Plastik-Box

In Deutschland finden beinahe jedes Wochenende Reptilien-Börsen statt. Dann werden Tausende exotische Tiere zu Billigpreisen angeboten - eingepfercht in Plastik-Boxen oder kleinen Käfigen. Oftmals landen sie bei Käufer:innen, die den hohen Ansprüchen der Tiere an Lebensraum, Temperatur und Ernährung nicht gerecht werden können. Die Tierrechts-Organisation Peta sieht darin "massive Tierquälerei" und einen "Ausverkauf der Natur".

Nach Angaben des Statistischen Amts der Europäischen Union wurden 2020 über 350.000 Kriechtiere nach Deutschland importiert. Ein großer Teil davon waren Wildfänge. Die traurige Bilanz: Studien zufolge sterben bis zu 70 Prozent der eingeführten Tiere aufgrund von Stress, Unterversorgung oder transportbedingten Verletzungen, bevor sie überhaupt in den Handel kommen.  

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Veröffentlicht: 19.06.2022 / Autorin: Heike Predikant