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Saharastaub über Hamburg

Schön staubig: Wie Sahara-Sand den Sonnenuntergang verfärbt

Rate mal, wo dieser intensive Sonnenaufgang abgeknipst wurde? In Hamburg! Zurzeit verfärbt Sahara-Staub den Himmel über Deutschland. Mehr über das Naturphänomen liest du hier.
Saharastaub über Hamburg

Das Wichtigste zum Thema Sahara-Staubwolken

  • Saharawolken sind ein Naturphänomen, das sich regelmäßig an der Küste Afrikas entwickelt. Der Wüsten-Staub wird durch starke Winde in die Luft gewirbelt und anschließend über extrem weite Strecken mitgetragen.

  • Bis nach Mitteleuropa schafft es der Wüstensand 5 bis 15 Mal im Jahr. In Deutschland erreicht er meistens nur den Süden. Dieses Mal kann man die Wolke aber bundesweit bewundern.

  • Weit gereist: Die Wolke kam über Marrokko und Tunesien über das Mittelmeer nach Südeuropa und schließlich zu uns. Sie breitet sich sogar bis nach Norwegen aus. Insgesamt ist das Phänomen fast eine Woche (noch etwa bis zum 26. Februar) über Europa zu sehen.

  • Dieses Mal gibt es zum Glück keine dreckigen Autos und Fensterscheiben, weil der meiste Staub über die Landmassen hinwegzieht und im Atlantik landet.

  • Tagsüber legt sich die staubige Wolke wie ein milchiger Schleier über den Himmel. Dafür sind die Sonnenauf- und -untergänge aber besonders schön. Warum, liest du weiter unten.

So sieht die Saharawolke aus dem Weltall aus

Saharastaub aus dem All betrachtet

Kaum zu glauben: Jedes Jahr blasen die Winde mehr als 180 Millionen Tonnen Staub aus Nordafrika, nach Europa.

Warum verfärbt sich der Himmel so intensiv?

Der Dunst, der durch den feinen Staub entsteht, dämpft die Sonnenstrahlen. Außerdem fördert viel Sahara-Staub die Wolkenbildung und es entwickeln sich sogenannte "Schleierwolken". Die lassen den Himmel besonders milchig wirken.

In der Dämmerung morgens und abends treffen die Sonnenstrahlen flach auf die Erde, und das Sonnenlicht streut in der Atmosphäre. Dabei werden die blauen und grünen Lichtanteile herausgefiltert.

Übrig bleiben die schönen Rot- und Orange-Töne. Sahara-Staub am Himmel verstärkt dieses Phänomen noch. Denn je mehr Teilchen in der Luft sind, desto mehr streut das Licht - und desto intensiver wird die Färbung.

Die "Godzilla-Wolke": der meiste Sahara-Staub seit 50 Jahren

  • Im Juni 2020 bewegte sich eine mehr als 6.000 Kilometer lange Staubwolke aus der Sahara-Wüste auf die US-Küste zu.
  • Ihr Spitzname "Godzilla"-Wolke kommt nicht von ungefähr. Seit 50 Jahren gab es keine so große und konzentrierte Sahara-Staubwolke mehr.
  • In der Karibik verschlechterten Staubpartikel die Luftqualität so sehr, dass die Menschen zu Hause zu bleiben und Luftfilter nutzen sollten.

So sah die "Godzilla"-Wolke von oben aus

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Für den Regenwald ist der Sahara-Staub ein echter Segen

  • 🛰

    Die NASA ermittelte anhand von Satelliten-Daten, dass bis zu 27 Tonnen Staub jährlich von Afrika bis zum Amazonasbecken nach Südamerika geweht werden.

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    Dort setzt sich der mineralreiche Sand im Boden fest und wirkt für die Pflanzen wie Dünger.

Das solltest du über die Sahara-Wüste wissen

  • Mit einer Größe von etwa 9 Millionen Quadratkilometern ist die Sahara die größte Trockenwüste der Erde. Sie ist etwa 25-mal so groß wie Deutschland.

  • Die Sahara erstreckt sich über 11 Staaten: Marokko, Westsahara, Mauretanien, Mali, Algerien, Tunesien, Libyen, Niger, Tschad, Sudan, Ägypten.

  • Wo heute Wüste ist, lebten vor etwa 10.000 Jahren noch Menschen und Tiere in einer Landschaft, die ausreichend Wasser und Nahrung bot.

  • Die Sahara wird immer größer und ist in den letzten knapp 100 Jahren um rund 10 Prozent gewachsen. Schuld an dieser Entwicklung ist eine Kombination von natürlichen Klimaschwankungen und dem Klimawandel.

So sieht die Wüste aus dem All aus.

Die Sahara-Wüste aus dem All betrachtet.

Die Sahara-Wüste nimmt einen erheblichen Teil des afrikanischen Kontinents ein und wird immer größer.

Veröffentlicht: 24.02.2021 / Autor: André Marston Alvarez