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Schmetterlinge Schwalbenschwanz

Schmetterlinge: So faszinierend sind die farbenfrohen Verwandlungs-Künstler

Eine Sommerwiese ohne Schmetterlinge und ihren bunten Flügeln ist undenkbar. Mit 170.000 bekannten Arten gehören sie zu den größten Insekten-Gruppen. Ihre rätselhafte Verwandlung ist zwar faszinierend, früher waren sie aber gefürchtet. Wir verraten euch warum. Im Clip: Warum haben wir "Schmetterlinge im Bauch"?  
Schmetterlinge: So faszinierend sind die farbenfrohen Verwandlungs-Künstler
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Schmetterling: Alles, was du wissen musst

  • Schmetterlinge zählen zu den ältesten Insekten: Vor 250 Millionen Jahren flatterten die ersten herum, gleichzeitig mit Dinosauriern – und lange vor Bienen. Die tauchten erst vor 135 bis 65 Millionen Jahren auf.

  • Die Falter kannst du fast überall auf der Erde sehen, nur in sehr kalten Regionen nicht. Schmetterlinge gibt es in unzähligen Arten: 170.000 sind bekannt. Jedes Jahr kommen 700 weitere dazu. Damit sind sie die größte Insektengruppe nach Käfern.

  • Früher waren die fliegenden Insekten gefürchtet - und wurden sogar als Verkörperung von Hexen angesehen. Angeblich sollen sie es auf den Rahm beim Schlagen von Butter abgesehen haben.

  • Obwohl es so viele Schmetterlinge gibt, sind zahlreiche vom Aussterben bedroht. Die Hälfte der 3.700 Arten in Deutschland ist gefährdet.

Der Schmetterlings-Steckbrief

Steckbrief Schmetterling

Der Schmetterlings-Steckbrief

Wissenschaftlicher Name: Lepidoptera

Unterstamm: Sechsfüßer

Klasse:  Insekten

Lebensraum: weltweit außer in Antarktika

Größe: zwei Millimeter bis sieben Zentimeter; Flügel-Spannweite zwischen drei Millimeter und 32 Zentimeter

Gewicht: unter einem bis fünf Gramm

Farbe: alle möglichen Farben

Lebenserwartung: zwischen einem Tag und zwei Jahren; meist einige Wochen

Geschwindigkeit: bis zu 55 km/h

Nahrung: Nektar; Raupen fressen Blätter, Blüten, Zweige, Holz und Wurzeln

Feinde: Insekten wie Käfer, Wespen oder Spinnen, Vögel, Igel, Kröten, Maulwürfe, Mäuse

Aktueller Bestand: hunderte Milliarden Tiere

Schmetterlinge bestimmen: Wie sich die Arten unterscheiden

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    Admiral, Aurora-Falter, Zitronen-Falter, Trauermantel oder Kleiner Feuer-Falter: Tausende Arten von Schmetterlingen sind allein in Europa heimisch.

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    Die Vielfalt unter den Faltern ist riesig. Es ist deshalb gar nicht so leicht, Schmetterlinge zu bestimmen.

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    Die größten Exemplare haben eine Flügel-Spannweite von über 30 Zentimetern – also so lang wie ein Lineal. Dazu gehören die Königin-Alexander-Falter aus Neu-Guinea und die Agrippina-Eule aus Südamerika.

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    Die kleinsten Falter sind von Flügelspitze zu Flügelspitze nur wenige Millimeter lang.

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    Unterteilen kannst du Schmetterlinge in zwei Gruppen. Die allermeisten Arten sind Nachtfalter: Nur 18.000 der insgesamt 170.000 bekannten Arten gehören zu den Tagfaltern.

  • Zwar sind Tagfalter größtenteils am Tag aktiv und Nachtfalter häufig nachts. Aber das stimmt nicht immer. Taubenschwänzchen und Widderchen etwa sind Nachtfalter, fliegen aber tagsüber.

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    Die zwei Typen unterscheiden sich unter anderem in ihren Fühlern: Bei Tagfaltern sind sie am Ende keulenförmig und dicker. Nachtfalter haben eher gefiederte oder gerade Fühler.

So schillernd bunt sind heimische Schmetterlinge

Schmetterlinge Admiral
Der Admiral fliegt im Frühling aus der Mittelmeer-Region über die Alpen nach...
Schmetterlinge Landkärten
Das Landkärtchen entdeckst du oft an Waldwegen oder am Waldrand.
Schmetterlinge Zitronenfalter
In Europa und Asien ist der Zitronen-Falter zu finden. Er mag Sonne und blühende...
Schmetterlinge Trauermantel
Der Trauermantel flattert sowohl in Europa umher, als auch in Japan und den USA.
Schmetterline Aurorafalter
Der Aurora-Falter ist auf Wiesen und an Waldrändern zu sehen.
Schmetterlinge Kleiner Feuerfalteruer
Der Kleine Feuervogel ist an vielen Orten der Welt daheim. Am liebsten mag er...
Schmetterlinge Admiral
Schmetterlinge Landkärten
Schmetterlinge Zitronenfalter
Schmetterlinge Trauermantel
Schmetterline Aurorafalter
Schmetterlinge Kleiner Feuerfalteruer

Schmetterlinge: Augen, Farben und Aussehen der Insekten

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    Schmetterlinge haben einen dünnen Körper mit vier großen und oft bunten Flügeln sowie zwei langen Fühlern.

  • Viele Schmetterlinge schillern bunt, aber längst nicht alle. Denn auch die schlichten und eher einfarbigen Motten gehören zu den Schmetterlingen. Sie sind Nachtfalter.

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    Manche glauben, dass nur Tagfalter bunt sind und die Nachtfalter eher farblos. Aber es gibt Ausnahmen: Das Nachtpfauenauge zum Beispiel ist ein farbenfroher Nachtfalter.

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    Als buntester Schmetterling gilt der Regenbogen-Falter aus Madagaskar: Seine Flügel schimmern in unzähligen Farben.

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    Die Farbe der Schmetterlings-Flügel entsteht durch feine Farbschuppen. Bis zu eine Million von ihnen besitzen manche Falter.

  • Die Schuppen bilden oft faszinierende Muster. Beim Schachbrett-Falter sehen sie aus wie ein Schachbrett, beim Eulen-Falter wie ein Eulen-Auge. Die Zeichnung dient oft als Tarnung oder soll Feinde abschrecken.

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    Die Augen von Schmetterlingen setzen sich aus bis zu 30.000 Facetten zusammen, also Einzelaugen. Schmetterlinge nehmen die Welt also in tausenden Einzelpunkten wahr. Das ist eher pixelig - dafür können sie schnelle Bewegungen besser erkennen.

Regenbogen-Falter

Der Regenbogen-Falter aus Madagaskar beeindruckt mit seinen schillernden Farben.

Wo leben Schmetterlinge? Der Lebensraum der Insekten

  • Dort wo es Pflanzen gibt, gibt es in der Regel Schmetterlinge. Sie sind also fast überall auf der Erde beheimatet. Nur in der Antarktis sind keine der Falter zu finden.
  • Die Insekten mögen Sonne, Wärme und eine Vegetation mit zahlreichen Blüten und vielfältigen Pflanzen.
  • Die Falter leben meist in offenen Landschaften wie Wiesen, Felder und Weiden, mögen aber auch Lichtungen und Waldränder.

So wird aus dem Ei ein bunter Schmetterling

Entstehung Schmetterlinge

Schmetterling-Entwicklung: Die Metamorphose von Raupe zu Schmetterling

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    Schmetterlinge sind Meister der Verwandlung: Sie entwickeln sich aus dem Ei zur Raupe und zur Puppe - und dann zum ausgewachsenen Flug-Insekt. Dieses heißt auch Imago. Im Verlauf passieren einige rätselhafte und faszinierende Dinge.

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    Die Weibchen legen Eier auf Pflanzen ab. Daraus schlüpfen nach ein bis drei Wochen die kleinen Raupen. Sie fressen so viel, dass die Haut mehrfach zu eng wird. Dann häuten sie sich bis zu vier Mal. Das Ganze dauert in der Regel vier Wochen.

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    Nun wandelt sich die Raupe zur Puppe. Sie bildet dazu einen starren Kokon und bleibt eine bis vier Wochen darin. Manche Arten hängen sich dann kopfüber an einen Ast. Andere stellen sich aufrecht hin und spinnen einen Faden um sich herum, damit sie nicht herunterfallen.

  • Die Puppe frisst nichts mehr, sie ist ausschließlich mit der Verwandlung beschäftigt. Alle Organe der Raupe lösen sich auf und bilden neue. Die Mundwerkzeuge der Raupe sind beispielsweise überflüssig, stattdessen hat der Falter einen Rüssel.

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    Am Ende platzt die Puppe auf. Aus der Haut schlüpft anschließend der Schmetterling. Als Erstes spannt er seine Flügel auf, damit er fliegen kann.

Faszinierende Verwandlung von der Raupe zum Schmetterling

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Nahrung: Was Schmetterlinge fressen - und wie viel

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    Raupen sind ausschließlich mit Fressen beschäftigt: Sie brauchen viele Nährstoffe, um sich verwandeln zu können. Darum steigern sie innerhalb kürzester Zeit ihr Gewicht um das Tausendfache. Zuerst vertilgen sie die Eierschale, danach Blätter, Nadeln, Blüten, Samen oder Früchte.

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    Die fertigen Schmetterlinge nehmen Nahrung dagegen mit einem Rüssel auf, fast wie ein Elefant. Der kann so lang sein wie der ganze Insekten-Körper. Wird er gerade nicht gebraucht, ist er eingerollt.

  • 🌸

    Die meisten Falter saugen süße Säfte von Blüten auf. Wenige Arten ernähren sich von gärenden Früchten oder sogar von Schweiß und Blut.

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    Die vorderen Beine dienen als eine Art Bürste oder Besen, mit denen die Schmetterlinge ihre Rüssel, Augen und Fühler von klebrigen Säften befreien.

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    Aber nicht alle Schmetterlinge fressen: Manche Arten leben so kurz, dass sie keine Nahrung aufnehmen müssen. Sie besitzen darum auch nur einen verkümmerten Rüssel.

Schmetterlinge und die Fortpflanzung: So paaren sich die bunten Insekten

  • Schmetterlinge sind sofort geschlechtsreif, wenn sie aus dem Kokon schlüpfen.
  • Die Tiere sind zwar Einzelgänger. Sie kommunizieren aber mithilfe von chemischen Duftstoffen miteinander, sogenannten Pheromonen.
  • Ein Männchen kann ein paarungsbereites Weibchen über mehrere Kilometer hinweg riechen. Dann beginnt die Balz. Meist fliegen die Männchen auf eine besondere Weise und schreiten später um das Weibchen herum. Dabei berühren sich Flügel und Fühler.
  • Die Schmetterlings-Weibchen können die Samen der Männchen längere Zeit im Körper lagern. Befruchtet werden sie erst bei der Ablage. Im Durchschnitt legen die Weibchen 100 bis 300 Eier.
  • Schmetterlings-Eier besitzen unzählige Farben und Formen - von oval über halbrund und rund bis eher flach. Sie sind etwa 0,5 bis 2 Millimeter groß.

Die größte Schmetterlings-Migration der Welt

Die größte Schmetterlings-Migration der Welt

Jedes Jahr begibt sich der Monarchs-Falter auf eine lange Reise, um der winterlichen Kälte zu entkommen. Das Ziel ist ein Waldgebiet in Mexiko, wo sich ein einzigartiges Natur-Schauspiel ereignet.

So ticken Schmetterlinge - und so gut riechen und sehen sie

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    Schmetterlinge flattern von Blüte zu Blüte, um nach Nahrung zu suchen. Wie Bienen oder Hummeln transportieren sie dabei Blütenstaub von einer Pflanze zur nächsten.

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    Die Falter wissen bei der Landung gleich, ob der Nektar schmeckt: Die Insekten besitzen sehr empfindliche Organe für Geschmack und Geruch, die an den Vorderbeinen sitzen. Damit "riechen" sie 1.000 Mal besser als eine Menschen-Nase.

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    Mit ihren Facetten-Augen können Schmetterlinge ultraviolettes (UV) Licht wahrnehmen - anders als Menschen. Viele der Pflanzen, die für uns unscheinbar aussehen, locken die Insekten an. Das liegt an UV-Mustern, die wir nicht erkennen.

  • Schmetterlinge sitzen oft mit gespreizten Flügeln in der Sonne. Vor allem einige Tagfalter wärmen auf diese Weise ihren Körper auf.

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    Ohne Nektar können Schmetterlinge nicht überleben. Darum sterben die meisten Arten, wenn es kalt wird. In der Regel verbringen sie die kalten Monate als Ei, Raupe oder Puppe. Es gibt aber Ausnahmen. Der Zitronenfalter kann in Eis und Schnee überwintern - mit einer cleveren Strategie: Er wandelt einen Teil seiner Körper-Flüssigkeit so um, dass sie gegen Frost schützt.

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    Wenige Falter siedeln in den Süden um, so wie Zugvögel. Dazu gehört etwa der Distelfalter.

Auf der Roten Liste: Viele Schmetterlinge sind gefährdet

  • Die Hälfte aller Schmetterlings-Arten in Deutschland gilt als gefährdet und steht auf Roten Liste – darunter sogar zwei Drittel der Tagfalter. 60 Arten sind schon ausgestorben. Seit 1990 ist die Hälfte aller Tagfalter-Arten in Europa ganz verschwunden.
  • Schuld daran ist vor allem der Verlust an Lebensräumen. In Europa werden Wiesen bebaut, die Landwirtschaft hat sich intensiviert und Vorgärten verwandeln sich in Steingärten. In tropischen Ländern wird der Regenwald abgeholzt.
  • Schmetterlinge sind außerdem durch Insektizide bedroht. Einige Arten kehren langsam zurück, seit solche Mittel stärker reguliert sind.
  • In der Bundes-Artenschutz-Verordnung sind viele Schmetterlinge aufgeführt, die besonders oder streng geschützt sind. Dazu gehören etwa Malven-Eulen, Bartflechten-Rindenspanner oder Kleine und Große Schiller-Falter. Wer diese fängt, tötet oder ihre Brut-Stätten zerstört, zahlt je nach Bundesland bis zu 50.000 Euro Strafe.

Woher kommt der Name Schmetterling - und warum galten die Insekten als Hexen?

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    Der Name Schmetterling kommt vom ostmitteldeutschen Wort Schmetten - also Rahm oder Schmand. Der Grund: Von dem Milchprodukt werden manche Falter angezogen.

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    Abergläubische Menschen dachten früher, dass Schmetterlinge Hexen verkörperten, die den Rahm stehlen wollte. Darum wurden die Tiere auch Milchdieb genannt.

  • 🦜

    Schmetterlinge heißen die Insekten erst seit Mitte des 18. Jahrhunderts. Bis dahin sprach man von Tagvögeln und Nachtvögeln - und meinte damit Tag- und Nachtfalter.

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    Die wissenschaftliche Bezeichnung Lepidoptera heißt übersetzt Schuppenflügler - was das Aussehen der Insekten beschreibt.

Häufige Fragen zu Schmetterlingen

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    Welche Schmetterlings-Arten gibt es?

    Rund 170.000 Schmetterlings-Arten sind bekannt - aber es kommen jedes Jahr 700 neue dazu. In Deutschland gibt es 3.700 Arten. Zu den hierzulande verbreiteten Exemplaren gehören Admiral, Aurora-Falter, Trauermantel, Zitronen-Falter oder Land-Kärtchen.

  • ⁉️

    Wie lange leben Schmetterlinge?

    Schmetterlinge leben zwischen einem Tag und zwei Jahren. Die meisten Arten sind einige Wochen unterwegs, bevor sie sterben.

  • ⁉️

    Was ist der schönste Schmetterling der Welt?

    Es gibt unzählige schöne Schmetterlinge in bunten Farben. Manche sind besonders bunt, so wie der Regenbogen-Falter aus Madagaskar. Andere haben besondere Muster, etwa das Land-Kärtchen oder das Schachbrett. Und dann gibt es noch Exemplare in besonders leuchtenden Farben, beispielsweise den Hauhechel-Bläuling.

  • ⁉️

    Sind Schmetterlinge gefährlich?

    Manche Schmetterlinge sind giftig, so wie das Esparsetten-Widderchen, das auch in Deutschland lebt. Sie enthalten Blausäure. Das gilt für den ausgewachsenen Schmetterling und die Raupen. Du solltest Schmetterlinge darum besser nicht anfassen.

Veröffentlicht: 04.08.2022 / Autorin: Claudia Frickel