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Schwarze Witwe und Co.: So giftig sind Spinnen wirklich

Der Spinnen-Biss der schwarzen Witwe ist tödlich, heißt es. Aber stimmt das überhaupt und ist sie auch die giftigste Spinne der Welt?
Schwarze_Witwe

Schwarze Witwe: klein aber gefährlich

  • Die Schwarze Witwe (Latrodectus mactans, black widow) ist eine der giftigsten Spinnen der Welt. Ihr Biss ist sehr unangenehm und kann je nach Art tödlich sein.

  • Die Tiere sind nicht aggressiv, sondern verteidigen sich nur im Notfall. Dennoch kommt es vor allem in den USA immer wieder zu Biss-Unfällen.

  • Wo die Schwarze Witwe lebt, woher sie ihren Namen hat, wie du sie erkennst und welche Spinnen noch gefährlich sind, erfährst du auf dieser Seite.

Wie sieht die Schwarze Witwe aus?

Schwarze Witwen sind schwarz gefärbt und tragen meist rote Zeichnungen oder Flecken. Ihr Hinterleib ist kugelig - sie gehören zur Familie der Kugelspinnen.

Wie groß ist die Schwarze Witwe?

Wo lebt die Schwarze Witwe?

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    Weltweit gibt es viele verschiedene Arten und Unterarten der Schwarzen Witwe. Sie besiedeln Nord-, Zentral- und Südamerika, Europa, Australien, Neuseeland, Afrika und Asien.

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    Einige Arten fühlen sich in der Natur zwischen Steinen und Gestrüpp wohl, andere in Scheunen, Schuppen oder Camping-Klos.

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    Ob es die Schwarze Witwe auch in Deutschland gibt, erfährst du weiter unten.

Woher hat die Schwarze Witwe ihren Namen?

Der Name Schwarze Witwe rührt daher, dass die Weibchen nach der Begattung die kleinen Männchen töten und fressen und sich so zur Witwe machen.

Dieses Verhalten kommt jedoch seltener vor als gedacht und ist zudem unter Spinnen generell weit verbreitet.

Warum frisst die Schwarze Witwe das Männchen?

Experten vermuten, dass die Spinnenweibchen die Männchen nach der Begattung töten, damit sie sich noch mit anderen Männchen paaren können.

Ihr Ziel ist es, die Nachkommen mit den besten Genen auszustatten. Stammt das Sperma zur Besamung ihrer Eier von mehreren Männchen, ist die Chance dafür größer.

Schwarze Witwe mit Ei


Zudem sind die Männchen eine willkommene Nahrungsquelle. So bekommt das Weibchen Energie für den zukünftigen Nachwuchs.
© Getty Images

Was frisst die Schwarze Witwe?

Die Schwarze Witwe frisst überwiegend Insekten, die sie in trichterförmigen Netzen fängt. Hat sich eine Fliege darin verfangen, injizieren die Spinnen mit ihren Gift-Klauen ihr lähmendes Gift.

Ist die Schwarze Witwe für den Menschen tödlich?

  • Richtig gefährlich für den Menschen ist nur der Spinnenbiss beziehungsweise das Nervengift weiblicher Schwarzer Witwen.

  • 🌎

    Die gefährlichste Art ist die Südliche Schwarze Witwe aus Nordamerika - und gerade die wohnt oft in Menschennähe.

  • 🚽

    Die Unfälle passieren meist in Außen-Toiletten. Die Spinnen spannen ihr Netz unter dem Klo und lauern dort auf Fliegen, die vom Fäkalien-Geruch angezogen werden.

  • 👄

    Wenn die Südliche Schwarze Witwe zubeißt, passiert dies oft unbemerkt. Der Biss ist nicht schmerzhaft.

  • 😣

    0,5 bis 3 Stunden nach dem Biss fängt die Stelle an zu schmerzen und wird rot. Starke Muskelschmerzen in Oberschenkel, Brust, Rücken und vor allem im Bauch, Schweißausbrüche, Krämpfe, Bluthochdruck, Herzprobleme und weitere Beschwerden folgen.

  • 👶

    Die Betroffenen können etwa an Atemlähmung oder Herzinfarkt sterben. Besonders gefährdet sind Kinder (wegen ihres geringen Gewichts), alte und kranke Menschen.

  • 🚑

    Die gute Nachricht: Wer sofort das Krankenhaus aufsucht und ein Gegengift bekommt, überlebt in den meisten Fällen.

Wie giftig ist die Europäische Schwarze Witwe?

Die Europäische Schwarze Witwe, auch Mediterrane Schwarze Witwe genannt, lebt im gesamten Mittelmeerraum, im Süden Osteuropas und Russlands bis ins westliche Asien.

Europäische Schwarze Witwe


Die Europäische Schwarze Witwe mag es lieber ländlich und wohnt selten in direkter Menschennähe. Am häufigsten gebissen werden Landarbeiter.
© Getty Images

 

Erst nach 20 Minuten bis 2 Stunden macht sich der Biss bemerkbar. Einige beschreiben den Biss wie einen Wespenstich. Schweißausbrüche, Übelkeit, Bluthochdruck und mehrtägige Schmerzen vor allem im Bauch sind möglich.

Tödlich ist der Spinnenbiss der Europäischen Schwarzen Witwe extrem selten, selbst wenn er nicht behandelt wird.

Gibt es die Schwarze Witwe in Deutschland?

Gute Nachricht: Bei uns wurden bisher keine Schwarzen Witwen gesichtet. Allerdings gibt es bei uns eine Spinne, die ihr ähnlich sieht: die Falsche Schwarze Witwe.

Was ist eine Falsche Schwarze Witwe?

Die Falsche Schwarze Witwe ist etwas kleiner als die Schwarze Witwe. Ihr Biss schmerzt, ist aber nicht wirklich gefährlich. Bei uns findet man die Tiere in Garten-Centern. Dort ist es schön warm, wie in ihrer ursprünglichen Heimat Madeira und den Kanaren. Experten vermuten, dass sie über importierte Pflanzen nach Deutschland kamen.

Schwarze Witwe: Haltung in der eigenen Wohnung

  • 🕷

    Schwarze Witwen zu halten, ist in einigen Bundesländern verboten, in anderen mit Auflagen versehen. Sinnvoll und einfach ist es generell nicht.

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    Du brauchst oft eine Genehmigung der Gemeinde, du musst eine Haftpflichtversicherung abschließen und ein Führungszeugnis vorweisen.

  • Das Terrarium muss absolut sicher sein.

  • 🚨

    Fakt ist: Ihr Biss kann wirklich gefährlich und sogar tödlich sein. Bedenke zudem, dass die Tiere bis zu 3 Jahre alt werden.

Wo kann ich die Schwarze Witwe kaufen?

Am besten im Tierfachhandel oder bei einem seriösen Züchter. Achte darauf, dass der Verkäufer sich gut mit der Thematik auskennt und die Schwarzen Witwen artgerecht gehalten werden.

Was ist die giftigste Spinne der Welt?

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Gibt es in Deutschland giftige Spinnen?

Die giftigste Spinne in Deutschland ist die Ammen-Dornfinger (Cheiracanthium punctorium). Sie erreicht zwar nur eine Körpergröße von 1,5 Zentimeter, ist aber sehr aggressiv.

Ihr Gift sorgt für brennende Schmerzen, erst an der Biss-Stelle, dann in den ganzen Gliedmaßen. In seltenen Fällen kommt es zu Schüttelfrost, Erbrechen und Kreislaufversagen. Die Symptome verschwinden nach maximal 2 Tagen wieder.

Ammen-Dornfinger


Die kleine Ammen-Dornfinger ist die giftigste Spinne in Deutschland.
© picture alliance / image BROKER

 

In Deutschland gibt es noch 2 weitere schwach giftige Spinnenarten: die Kreuzspinne und die sehr seltene Wasserspinne.

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Kuriose Spinnen-Fakten

  • 🥩

    800 Millionen Tonnen Insekten und Kleintiere fressen die Spinnen der Welt jährlich. Wir Menschen essen dagegen "nur" 400 Millionen Tonnen Fleisch und Fisch.

  • 👀

    Spinnen haben in der Regel nicht nur 8 Beine, sondern auch 8 Augen. Es gibt aber auch Höhlenspinnen ganz ohne Augen.

  • 📏

    Die 2 größten Spinnen der Welt: die Laotische Riesenkrabbenspinne (Heteropoda maxima) und die Goliath-Vogelspinne (Theraphosa blondi) mit einer Beinspannlänge von rund 30 Zentimetern.

  • 💧

    Die stark gefährdete Wasserspinne (Argyroneta aquatica) ist die einzige Art, die unter Wasser lebt. Die Tiere schätzen saubere Seen und Bäche. Zum Atmen strecken sie ihren Hinterleib aus dem Wasser und nehmen eine Luftblase mit in die Tiefe.

  • 🕸

    Eines der größten Netze spannt eine Seidenspinne (Nephila) aus Neuguinea. Teils hat es einen Durchmesser von 2 Metern und ist so stabil, dass die Einheimischen es zum Fischfang nutzen.

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Veröffentlicht: 16.07.2020 / Autor: Larissa Melville