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Druck von oben! Wie Tiefsee-Tiere überleben und Beute machen

Tiefsee-Tiere leben in ständiger Finsternis und bergen so manches Geheimnis für die Forschung. Wir sind ins Ungewisse abgetaucht.

Das Wichtigste zum Thema Tiefsee-Tiere

  • Puh! Auf Tieren, die in 4.000 Metern Tiefe leben, lastet ein Druck, der 400 mal höher ist als der an der Wasseroberfläche.

  • Neues aus dem Pazifik: Im Atacamagraben vor Südamerika wurden 2018 in rund 7.500 Metern Tiefe bis dato unbekannte Fische entdeckt. Sie gehören zur Spezies der "wabbeligen" Scheibenbäuche. Im Einsatz waren unbemannte, mit Kameras ausgestattete U-Boote.

  • Ozeane bedecken rund zwei Drittel der Erdoberfläche. Bei 800 Metern unterhalb des Meeresspiegels beginnt die Tiefsee. Ihre durchschnittliche Tiefe beträgt 4.000 Meter.

  • In der Tiefsee leben mehr Lebewesen als vermutet. Knapp 18.000 Arten (ein Großteil unbekannt) fanden Forscher in den Meeren allein zwischen 2000 und 2010. Das Projekt nannte sich: "Census of Marine Life".

Faszinierende Tiefsee-Bewohner und ihre Essgewohnheiten

Mit Unterwasser-Robotern gelangen Forschern des Monterey Bay Aquarium Research Institute diese Fotos

Perfekt angepasst: Die Überlebenstricks der Tiefseefische

  • 😬

    Scharfe Zähne und ein großes Maul sind hilfreich für Tiefseeräuber, die sich einen Leckerbissen nicht entgehen lassen wollen.

  • 🅿️

    Energiesparen ist unter den extremen Bedingungen überlebenswichtig. Daher warten viele Tiere regungslos auf Beute, statt kraftraubende Jagdzüge zu unternehmen.

  • 👀

    Tiefseefische haben gut ausgebildete Augen. Damit fangen sie das spärliche Licht ein und können so besser sehen.

  • 🔦

    Die Lebewesen der Dunkelheit haben ihre eigene "Taschenlampe" dabei. Rund 90 Prozent von ihnen besitzen die Fähigkeit zu leuchten (Biolumineszenz). Das Licht lockt Beute an, wehrt Feinde ab oder bringt Paarungswillige zusammen.

Wie halten Tiefseefische eigentlich den Druck aus?

Auf den Lebewesen der Tiefsee lastet die Wassermasse mit immensem Gewicht. In 3.000 Metern Tiefe drücken etwa 300 Kilo auf jeden Quadratzentimeter , in 10.000 Metern Tiefe ist es rund eine Tonne.

Die Bewohner verfügen jedoch über den Stoff Trimethylaminoxid (TMAO), der sie überleben lässt: Das Molekül stabilisiert die Proteine in ihren Zellen und schützt sie vor Verformung. Und je mehr TMAO ein Fisch intus hat, umso tiefer kann er tauchen. Allerdings nicht unbegrenzt. Bei zu viel TMAO werden die Proteine zu starr und dadurch funktionsunfähig - das würde den Tiefseefischen den Garaus machen. Forscher berechneten, dass die Grenze bei einer Wassertiefe von etwa 8.200 Metern erreicht ist.

Veröffentlicht: 18.11.2019 / Autor: Alena Brandt