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Tiere und Pflanzen aus Horrorfilmen: Welche davon es wirklich gibt

Wurmartige Parasiten, Neunaugen, fleischfressende Pflanzen: Fiese Kreaturen, die in Horrorfilmen schocken und töten. Welche von ihnen tatsächlich in der Natur vorkommen - und wie Werwolf-Katzen gezüchtet werden, erfährst du hier.
Teaserbild: Tiere und Pflanzen aus Horrorfilmen: Welche davon es wirklich gibt

Das Wichtigste zum Thema Tier- und Pflanzen-Horror

  • Der Genre-Begriff "Tier-Horror" bezeichnet Horrorfilme, in denen furchteinflößende Tiere eine zentrale Rolle spielen. Die ersten Produktionen waren Verfilmungen von literarischen Vorlagen wie "Der Hund von Baskerville" (1914).

  • Als stilbildend gelten "Die Vögel" (1963) von Alfred Hitchcock. 1975 löste Steven Spielberg mit "Der Weiße Hai" eine regelrechte Flut von tierischen Horrorfilmen aus, vom Hai-Schocker bis zum Spinnen-Thriller.

  • Oft handelt es sich um Tiere, die die mitleidlose Natur verkörpern und Menschen bedrohen. Ein weiteres Hauptmotiv ist die Verwandlung des Menschen in ein Tier oder umgekehrt.

  • Tierischer Grusel 2020: In "Underwater" muss eine Crew am Meeresgrund ums Überleben kämpfen, nachdem ein Beben die Forschungsstation zerstört und unbekannte Tiefsee-Kreaturen erweckt hat.

  • Fleischfressende Exemplare, grüne Parasiten, Gewächse, die Nervengift verbreiten: Auch Pflanzen des Schreckens werden in Horrorfilmen in Szene gesetzt.

  • In "Little Joe - Glück ist ein Geschäft" (2019) kommt das Grauen aus dem Blumentopf. Der Duft einer genmanipulierten Pflanze soll glücklich machen, allerdings verhalten sich die Menschen verstörend anders, sobald sie daran gerochen haben.

Natur versus Hollywood: Gibt's die Grusel-Klassiker wirklich?

Warum setzt die Tier- und Pflanzenwelt auf den Horror-Look?

Im biologischen Sinn bezeichnet Abwehr bei Tieren und Pflanzen alle Strategien, die dem Schutz vor Feinden dienen. Und dabei geht es eben um Abschreckung - und nicht um Schönheit.

Tiere sind unter anderem mit einem Chitin-Panzer oder einem Geweih gewappnet, verfügen über Stacheln, Nesselkapseln, Spitzzähne oder Stinkdrüsen. Schlangen, Frösche oder Wespen signalisieren ihre Giftigkeit durch Warnfarben. Manche im Wasser lebenden Arten sind dagegen fast durchsichtig und so schwer für Fressfeinde zu entdecken.

Dornteufel


Der Dornteufel ist in der australischen Wüste zu Hause und macht seinem Namen alle Ehre: Um nicht verputzt zu werden, ist der Körper des Leguans mit Stacheln aus Horn gespickt.
© Getty Images

 

Auch Pflanzen wissen sich zu wehren - mit einer widerstandsfähigen Epidermis, Dornen, Brennhaaren oder toxischen Stoffen. Fleischfressende Arten verfügen über unterschiedliche Fang-Methoden: Bei der aktiven Variante führen Gewächse wie die Venusfliegenfalle oder der Sonnentau eine bestimmte Bewegung aus, um Insekten und Co. zu erwischen.

Passiv wird gejagt, indem Drüsen auf den Blättern ein duftendes Sekret absondern, an dem das Beutetier kleben bleibt. Die Kannenpflanze zum Beispiel stellt Fallen in Form von Kannen mit einem Fassungsvermögen von bis zu 4 Litern auf. Die saure Verdauungsflüssigkeit darin enthält Enzyme, die das Opfer mitunter innerhalb von 2 Tagen vollständig zersetzen.

Venusfliegenfalle: Wie du sie in deiner Wohnung hältst

Die Venusfliegenfalle ist eine fleischfressende Pflanze, die in den Mooren der US-Bundesstaaten North und South Carolina beheimatet ist. Sie kann ihr aufwändig gebautes Fangblatt äußerst schnell zusammenklappen, um Insekten oder Spinnen einzusacken. Der Fang-Mechanismus mit einer maximalen Dauer von 100 Millisekunden ist eine der schnellsten Bewegungen der Botanik.

Wenn du eine Venusfliegenfalle in deiner Wohnung halten möchtest, solltest du folgende Pflege-Tipps beachten:

  • Nötig ist ein Fensterplatz, auf den die Sonne möglichst lange direkt scheint.
  • Spezielle Karnivoren-Erde gibt's in Garten-Centern und im Online-Handel. Blumenerde eignet sich nicht.
  • Die Venusfliegenfalle mag es feucht, wird aber nicht gern übergossen. Deswegen: Topf in einen Untersetzer stellen und den mit stillem Wasser oder Regenwasser befüllen, so dass sich die Pflanze selbst versorgen kann.
  • Zusätzliche Nahrung benötigt die Zimmerpflanze nicht. Ausreichend Nährstoffe bekommt sie über ihr Substrat, zudem lockt sie Insekten an. No-Go: Essensreste verfüttern, um die Pflanze beim Fangen beobachten zu können.
  • In der kalten Jahreszeit darauf achten, dass es die Exotin warm hat. Weniger als 5 Grad und eisige Zugluft verträgt sie nicht.
Venusfliegenfalle


Autsch? Hält du deinen Finger in ein Fangblatt der Venusfliegenfalle, schließt es sich zwar, aber die weichen Stacheln können dir nichts anhaben.
© Getty Images

Veröffentlicht: 31.10.2020 / Autor: Heike Predikant