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Tornado auf Feld

Tornado: Der schnellste und gefährlichste Sturm der Welt

Der Tornado ist der stärkste Wind der Welt. Am häufigsten kommt er in den USA vor, aber auch in Deutschland kam es bereits zu solchen Wirbelstürmen. Was genau ist ein Tornado eigentlich und wie schützt man sich? Wir gehen der Naturgewalt auf den Grund. Im Clip: Wird unser Wetter immer gefährlicher?
Tornado: Der schnellste und gefährlichste Sturm der Welt
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Das Wichtigste zum Thema Tornados

  • Ein Tornado ist ein schnell rotierender Luftwirbel, der von der Unterseite einer Wolke bis auf die Erde reicht.

  • Der Sturm kann Geschwindigkeiten von mehr als 500 Kilometern pro Stunde erreichen. Damit sind Tornados die schnellsten und auch die gefährlichsten Winde der Welt.

  • Der Name "Tornado" kommt vom spanischen Verb "Tornar", was "(sich) drehen" bedeutet. In den USA werden Tornados umgangssprachlich "Twister" genannt. In Deutschland heißen sie auch "Windhosen" oder "Großtromben".

  • Ein Tornado kann nur unter speziellen Bedingungen entstehen und kommt deshalb in manchen Teilen der Welt häufiger vor als in anderen. Auch in Stärke, Dauer und Form variieren die Stürme stark. Wie ein sie entstehen und ob es auch in Deutschland Tornados geben kann, erfährst du hier.

Was ist ein Tornado?

Als Tornado werden senkrechte, stark rotierende Windsäulen mit Erdkontakt bezeichnet. Zum Himmel hin ist ein Tornado mit der Unterseite von Gewitterwolken verbunden. Diese sind zumeist "Superzellen" - mächtige und gefährliche Gewitter, deren Inneres aus einem Wirbel besteht.

Eine Superzelle mit stark ausgeprägter Wolkenstruktur über einem Feld in den American Plains


Superzellen sind die gefährlichsten aber gleichzeitig auch die beeindruckendsten Gewitter, die auf unserem Planeten vorkommen.
© Getty Images

Superzellen können stürmische Böen, starken Niederschlag, großen Hagel und eben Tornados produzieren. Sie sind quasi die "Mütter" dieser Wirbelstürme: Im Durchschnitt bringen 10 bis 20 Prozent aller Superzellen einen oder gleich mehrere Tornados hervor. Das ist mehr, als jedes andere Gewitter schafft.

Wie entsteht ein Tornado?

Die Entstehung eines Tornados - "Tornadogenesis" genannt - ist kompliziert und bis heute nicht vollständig durchschaut. Aus diesem Grund können die Twister - wenn überhaupt - nur mit sehr geringem Vorlauf prognostiziert und Menschen oft nur Minuten vorher gewarnt werden.

Meteorologe blickt auf verschiedene Bildschirme


Die Entstehung von Tornados ist bislang nur zum Teil geklärt. In gefährdeten Regionen wie hier im US-Bundesstaat Oklahoma müssen Meteorolog:innen daher stets das Wetter im Blick haben.
© Imago/ZUMA Wire

Bekannt ist, dass sich Tornados nur unter gewissen Bedingungen formen können. Sie entstehen meist in Gewittern. Dazu müssen sich feuchte, warme Luft in den unteren Schichten der Atmosphäre und trockene, kalte Luft in einigen Kilometern Höhe übereinanderschieben.

So kann es zu enormen Umwälzungen von Luftmassen kommen. Dabei steigt die warme Luft schnell und in einer Spirale sehr hoch auf und kondensiert. Die kalte Luft sinkt hingegen nach unten – eine Gewitterwolke entsteht.

Verändert der Wind mit zunehmender Höhe seine Stärke und Richtungen ("vertikale Windscherung"), beginnt die Wolke zu rotieren. Sie wird zur Superzelle.

Superzelle über Kansas


Kein Sturm bringt mehr Tornados hervor als Superzellen.
© Getty Images

Zusätzlich zu dieser instabilen Atmosphäre braucht es die vertikale Windscherung, um senkrecht rotierende Luftwirbel in Erdnähe zu bilden. Sie werden ins Gewitter gesogen und richten sich zu einem Tornado auf.

Die sich drehenden Aufwinde ("Mesozyklon") sorgen für starken Unterdruck, was immer mehr Luftströme ins Innere des Schlauchs zieht. Dort rotieren sie immer schneller, was die Luftsäule in die Länge zieht.

Ein Pirouetten-Effekt entsteht: Immer mehr Masse - sprich, Luft - wird zur Drehachse gezogen, wodurch sich die Windgeschwindigkeit am Rand des Tornados erhöht. Gleichzeitig gewinnt der Twister so an Größe. Der sich drehende Wirbelsturm saugt alles an und reißt es in die Höhe. Das kann massive Zerstörung anrichten.

Die Grafik unten erklärt diese Vorgänge im Detail.

Infografik Entstehung von Tornados

Die "Geburt" eines Tornados aus einer Superzelle

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Warum haben Tornados unterschiedliche Farben?

Die Farbe eines Tornados hängt von der Umgebung ab, in der er sich bewegt. Je weniger Schmutz und Staub er vom Boden einsaugen kann - etwa, weil dieser zu trocken oder die Rotation des Tornados zu schwach ist -, desto heller oder unsichtbarer erscheint er.

Tornados, die über dem Wasser entstehen ("Wasserhosen"), können weiß oder sogar blau werden, während langsame Twister, die große Mengen an Schutt und Schmutz aufwirbeln, ein dunkles Grau bis Schwarz annehmen. Tornados in den Great Plains der USA sind aufgrund der rötlichen Färbung des Bodens oft rot, Tornados über schneebedecktem Gelände erscheinen weiß.

Roter Tornado in den Great Plains


Der humusreiche "Kastanozem-Boden" in den Great Plains der USA ist rötlich. Tornados, die dort entstehen, nehmen diese Farbe oft an.
© Getty Images

Auch die Lichtverhältnisse spielen eine große Rolle. Ein Tornado, der "hinterleuchtet" ist - sprich, der von hinten von der Sonne angestrahlt wird - erscheint sehr dunkel. Steht die Sonne allerdings im Rücken des Beobachtenden, sieht der Twister grau oder gar strahlend weiß aus. Tornados, die in der Nähe eines Sonnenuntergangs auftreten, können viele verschiedene Farben haben - von Gelb-, Orange- oder Lila-Tönen bis hin zu Rot oder Rosa.

Tornado im Abendrot


Die Lichtverhältnisse können Tornados in unterschiedlichen Farben erscheinen lassen.
© Imago/agefotostock

Twister in den USA: Hier gibt es die meisten Tornados

  • 🏜

    Tornados können auf fast allen Kontinenten auftreten. Am häufigsten und am stärksten werden sie aber in den USA beobachtet. In den Great Plains und im Mittleren Westen ereignen sich pro Jahr bis zu 1.100 Tornados. Diese Region ist als "Tornado Alley", zu Deutsch "Tornado-Korridor", bekannt.

  • 🇺🇸

    Der Tornado Alley gehören allen voran die US-Staaten Texas, Oklahoma und Kansas an. Daneben sind auch Louisiana, Nebraska, Iowa und South Dakota häufig betroffen. Manchmal werden auch Minnesota, Wisconsin, Illinois, Indiana und Ohio dazugezählt.

  • 🏞

    Es gibt eine Erklärung, warum die USA im Gegensatz zu beispielsweise Deutschland so stark von Tornados betroffen ist. In Europa verhindern die Alpen im Süden das Aufeinandertreffen von kalter Polarluft mit feucht-warmer mediterraner Luft.

  • 🌩

    In Nordamerika liegt zwischen den amerikanischen Gebirgen - den Appalachen im Osten und den Rocky Mountains im Westen - eine große freie Prärie. Dort können südliche feucht-warme Luftmassen aus dem Golf von Mexiko auf nördliche kalte Luftströme aus Alaska treffen.

Kann es Tornados in Deutschland geben?

Tatsächlich werden in Deutschland jährlich zwischen 20 und 60 Tornados gesichtet. In Europa kommt es laut der European Severe Weather Database (ESWD) zu rund 300 bis 500 Tornado-Ereignissen pro Jahr.

Wetterdienste vermuten sogar, dass die Dunkelziffer noch höher liegen dürfte. Weil Tornados hierzulande sehr kurzlebig und lokal beschränkt auftreten, werden viele vermutlich gar nicht bemerkt oder gemeldet.

Die größte Tornado-Gefahr in Deutschland besteht in der Nähe von Küsten. Dort sind die atmosphärischen Bedingungen am idealsten.

Als stärkster in Deutschland gemessener Twister gilt der "Pforzheim-Tornado". Im Juli 1968 legte der Sturm beinahe mit Maximalstärke gut 130 Kilometer von den französischen Vogesen aus nach Pforzheim in Baden-Württemberg zurück. Im Ort selbst zog er eine 27 Kilometer lange Schneise, auf der rund 1.750 Häuser beschädigt, 2 Menschen getötet und mindestens 200 verletzt wurden. Die Sachschäden beliefen sich umgerechnet auf über 55 Millionen Euro.

Zerstörtes Haus nach dem Pforzheim-Tornado 1968 (schwarz-weiß)


Der stärkste deutsche Tornado legte 1968 die baden-württembergische Stadt Pforzheim in Trümmer.
© picture-alliance / dpa | Fritz Reiss

Tornado-Ereignisse in Deutschland - eine Zeitreise in Bildern

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Tornado in NRW
Tornado über Kiel

Wie gefährlich ist ein Tornado?

Tornados entstehen binnen weniger Minuten. Somit sind sie kaum vorhersagbar, ebenso wie ihre unberechenbaren Wege. Sie werden bis zu 500 Stundenkilometer schnell, können auf einmal ihre Richtung ändern und Haken schlagen. Dabei saugen sie alles an und reißen es in die Höhe. In ihren stärkeren Formen schaffen sie es, tonnenschwere Gegenstände umherzuwirbeln, Bäume zu entwurzeln und Gebäude zu zerlegen.

Auch die Durchmesser von Tornados variieren. Die meisten Schläuche sind rund 100 Meter breit. Andere spannen sich sogar über Kilometer. Ähnlich individuell ist auch die Dauer von Tornados. Während die einen nur wenige Sekunden Kontakt zur Erde haben, wüten andere minuten- oder gar stundenlang.

Weißer Tornado auf einem Feld


Solange Tornados auf freien Feldern bleiben, sind sie atemberaubende Spektakel.
© Getty Images

Je weiter es Richtung Zentrum eines Twisters geht, desto gefährlicher wird es. Die äußerlich noch warme Lufttemperatur kühlt nach innen immer weiter ab.

Weil fast die gesamte Luft durch die Aufwinde der Gewitterwolke nach oben gesaugt wird, herrscht zum Auge des Tornados hin ein extremer Unterdruck. Der Luftdruck kann dadurch um bis zu 80 Prozent auf rund 100 Hektopascal fallen - Verhältnisse, wie sie sonst nur auf dem Mount Everest herrschen.

 

Schneise der Verwüstung in Joplin Missouri, nach einem Tornado


Am 24. Mai fegte ein Tornado durch die Stadt Joplin im US-Staat Missouri. Er war "nur" einer von vielen Tornados in diesem Jahr, der auf seinem Weg ganze Wohnviertel in Schutt und Asche legte.
© picture alliance/AP Photo | Charlie Riedel

All dies macht Tornados zu lebensgefährlichen Phänomenen. Allein in den USA forderten die Stürme im Jahr 2021 gut 110 Todesopfer.

2011 starben dort mindestens 571 Menschen infolge von Twistern. Diese als "2011 Super Outbreak" bekanntgewordene Tornado-Saison gilt als eine der größten, teuersten und tödlichsten seit Beginn der Aufzeichnungen.

Gewaltige Bilder Der Tornado von Andover im US-Bundesstaat Kansas (29. April 2022)

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Verhalten bei Tornados: Das solltest du tun

Stormchaser fotografieren Gewitterwolke

Auch wenn Tornados meist im Zusammenhang mit schweren Gewittern stehen, sind sie viel willkürlicher, besitzen ganz andere Kräfte und sind nicht prognostizierbar. Deshalb gelten bei Tornado-Gefahr im Vergleich zu anderen Stürmen besondere Verhaltensregeln.

 

1. Beobachte den Himmel

Auf Tornados kannst du dich nicht wie beispielsweise bei Orkanen schon Tage zuvor vorbereiten. Expert:innen können Superzellen zwar rund 18 Stunden vor ihrer Entstehung ausmachen, aber weder ihre Bahn, noch ihre Fähigkeit, Tornados zu produzieren, vorhersagen.

Wenn du beim Blick zum Himmel eine Superzelle mit tiefhängenden Wolkenrändern ("Wall Cloud") oder rotierende, trichterförmige Wolkenschläuche ("Funnel Clouds") siehst, besteht in den folgenden 15 bis 60 Minuten höchstes Tornado-Risiko. Oft produzieren Superzellen zudem Starkhagel mit Hagelkörnern in Tennis- oder Baseball-Größe.

Auch wenn dir seltsame Wolkenformationen auffallen und am Boden plötzlich und lokal viel Staub und Erde aufgewirbelt wird, spricht das für einen entstehenden Tornado.

Sturmjäger Brad Mack beobachtet eine Wall Cloud


Eine Wall Cloud - eine tief abgesenkte, rotierende Wolkenwand - unter einer Superzelle ist meist ein Zeichen dafür, dass gleich ein Tornado entsteht.
© IMAGO / ZUMA Wire

 

2. Erfasse die Bewegungsrichtung des Tornados

Beobachte den Tornado und versuche herauszufinden, in welche Richtung er zieht. So kannst du ihm gegebenenfalls ausweichen. Normalerweise reicht ein Sicherheitsabstand von 1 Kilometer aus.

Es gibt zudem eine wichtige Faustregel: Wenn ein Tornado augenscheinlich auf der Stelle verharrt, sich also nicht seitlich bewegt, kommt er mit großer Wahrscheinlichkeit direkt auf dich zu.

 

3. Autos und Unterführungen bieten dir keinen Schutz

Bei einem Tornado wird ein Auto zur Falle. Schon leichte Twister können es von der Straße wehen, während es bei schweren Varianten meterweit durch die Luft geschleudert werden kann.

Zerstörtes Auto auf Trümmerhaufen


Autos bieten bei einem Tornado keinen Schutz, im Gegenteil. Sie können meterweit durch die Luft fliegen und so für Fahrer:innen und Passant:innen gleichermaßen lebensgefährlich werden.
© IMAGO / Agencia EFE

Auf gar keinen Fall solltest du dich - egal ob mit oder ohne Auto - unter Tunnels, Brücken oder in Unterführungen flüchten. Ein starker Tornado kann diese einbrechen lassen.

Außerdem entsteht ein Windkanaleffekt, sobald ein Tornado in ihre Nähe kommt. Das bedeutet, dass die Winde durch die Enge einer Unterführung in ihr noch verstärkt werden.

 

4. Keller sind am sichersten

Auch in Gebäuden bist du nicht überall gleich gut geschützt. Vermeide Obergeschosse und - ganz wichtig - halte dich von Fenstern und Glastüren fern. Diese können durch die Wucht eines Tornados zerbersten und dich so verletzen.

Die sichersten Orte sind Keller. Gibt es keinen, kannst du dich im Erdgeschoss in die Mitte des Hauses oder in fensterlosen Bädern aufhalten. Schließe zudem alle Türen hinter dir.

Menschen schauen aus Tornado-Bunker


Starke Tornados können das gesamte Fundament eines Hauses abreißen. Am sichersten ist also der Keller. In Tornado Alley besitzen viele Menschen daher eigens konzipierte Bunker.
© IMAGO / ZUMA Wire

 

5. Verhaltensregeln für draußen

Wenn du auf die Schnelle keinen Zufluchtsort finden kannst, lege dich flach und mit dem Gesicht nach unten in eine Senke oder Mulde. Bleibe möglichst weit weg von allem, was umfallen oder umherfliegen könnte, wie Baustellen, Gerüste, Kräne, Bäume oder Autos.

So werden Tornados bemessen

  • 📡

    Die Einordnung von Tornados richtet sich meist nicht nach exakten Zahlen. Denn Messungen sind aufgrund der gefährlichen Winde, der kurzen Dauer und den unberechenbaren Bewegungen der Twister kaum möglich.

  • 🏚

    Vielmehr werden die Wind-Geschwindigkeiten anhand der Schäden abgeschätzt, die ein Tornado am Boden hinterlassen hat.

  • 📊

    Es gibt 3 Skalen für die Beurteilung von Tornados: Die TORRO-Skala (T-Skala), die Fujita-Skala (F-Skala), die Enhanced-Fujita-Skala (EF-Skala).

TORRO-Skala (T-Skala)

In Europa werden Tornados vor allem anhand der TORRO-Skala klassifiziert. Diese stuft Tornados nach ihrem Maß an Zerstörung und der daraus geschätzten Windgeschwindigkeit ein. Dabei richtet sie sich nach der stabilen Bauweise der europäischen Infrastruktur.

Europäische Baustelle mit Rohbau


In Europa sind Häuser weitgehend aus Stein gebaut.
© Adobe Stock/Ronald Rampsch

Die Idee für die Skala hatte der Brite Terence Meaden. Er entwickelte sie in den 1970er Jahren für die "Tornado and Storm Research Organisation" (TORRO) im Vereinigten Königreich.

Die T-Skala unterteilt Tornados in Windgeschwindigkeits-Klassen von T0 (65 bis 90 Stundenkilometer) bis T11 (468 bis 515 Stundenkilometer).

Fujita-Skala (F-Skala)

Die Fujita-Skala wurde 1971 vom amerikanischen Sturmforscher Tetsuya Theodore Fujita entwickelt.

Sie ist nur in den USA offiziell anerkannt. Aber in anderen Teilen der Welt wird sie manchmal zu Vergleichen herangezogen. Auch die F-Skala stuft Tornados nach ihrem Maß an Zerstörung und der daraus geschätzten Windgeschwindigkeit ein. Sie ist jedoch gröber aufgeteilt als die TORRO-Skala.

Die Skala umfasst 13 Stufen und reicht von F0 (orkanartige Winde) bis F12 (überschallschnelle Winde). Letzteres entspräche einer Geschwindigkeit von mehr als 1.000 Kilometern pro Stunde.

Allerdings wurde noch nie ein Tornado über der Stufe F5 (419 bis 512 Stundenkilometer) gemessen. Die Stufen F6 bis F12 sind also nur rein theoretische Werte, die bei Starkwinden auf der Erde noch nie beobachtet wurden.

So werden Tornados nach der Fujita-Skala eingeordnet

Tornado Fujita-Skala F0
F0-Tornados mit Windgeschwindigkeiten bis zu 117 Stundenkilometern: Leichte Schäden...
Tornado Fujita-Skala F1
F1-Tornados mit Windgeschwindigkeiten zwischen 117 und 180 Stundenkilometern:...
Tornado Fujita-Skala F2
F2-Tornados mit Windgeschwindigkeiten zwischen 180 und 252 Stundenkilometern: Dächer...
Tornado Fujita-Skala F3
F3-Tornados mit Windgeschwindigkeiten zwischen 252 und 333 Stundenkilometern: Dächer...
Tornado Fujita-Skala F4
F4-Tornados mit Windgeschwindigkeiten zwischen 333 und 419 Stundenkilometern:...
Tornado Fujita-Skala F5
F5-Tornados mit Windgeschwindigkeiten zwischen 419 und 512 Stundenkilometern:...
Tornado Fujita-Skala F0
Tornado Fujita-Skala F1
Tornado Fujita-Skala F2
Tornado Fujita-Skala F3
Tornado Fujita-Skala F4
Tornado Fujita-Skala F5

Das ist "nur" ein F2-Tornado

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Enhanced-Fujita-Skala (EF-Skala)

2007 wurde die Fujita-Skala zur Enhanced-Fujita-Skala erweitert. Dabei wurde die F-Skala um 28 Schadens-Indikatoren ergänzt, um eine genauere Klassifizierung erlauben. Auch die EF-Skala ist nur in den USA anerkannt, da sie sich vor allem auf die amerikanische Bauweise stützt.

Neubausiedlung in amerikanischer Holzrahmenbauweise


In den USA ist die Holzrahmen-Bauweise für Häuser verbreitet. Sie ist billiger - aber eben auch recht instabil. Ein Tornado kann hier große Schäden anrichten. Massive Steinwände und -decken wie in Europa sind in Amerika kaum bekannt.
© Imago/imagebroker

Der Grund für die Änderung: Tornadoschäden hängen nicht nur von der reinen Stärke eines Wirbels ab. Hinein spielen auch die Bauweisen der beschädigten Objekte. Deshalb berücksichtigt die neue Skala neben Farmhäusern nun Konstruktionen wie Garagen, Schulen, Wolkenkratzer, unbefestigte Häuser, Hütten, Fabriken oder Strommasten.

Die Skala umfasst die Stufen von EF0 bis EF5, wobei die Schritte zwischen den einzelnen Stufen kleiner sind als in der Fujita-Skala. So werden Tornados bereits ab einer Geschwindigkeit von 322 Stundenkilometern als EF5-Tornado klassifiziert. Auf der F-Skala entspräche das einem F4-Tornado. Bestätigte Tornados, die keine Schäden anrichten - also diejenigen, die in offenen Feldern verbleiben - werden immer mit EF0 bewertet.

Tornados klassifiziert nach der EF-Skala

Grafik EF0-Tornados Enhanced Fujita Scale
EF0-Tornados haben Windgeschwindigkeiten zwischen 104 und 137 Stundenkilometern.
Grafik EF1-Tornados Enhanced Fujita Scale
EF1-Tornados haben Windgeschwindigkeiten zwischen 138 und 177 Stundenkilometern.
Grafik EF2-Tornados Enhanced Fujita Scale
EF2-Tornados haben Windgeschwindigkeiten zwischen 178 und 217 Stundenkilometern.
Grafik EF3-Tornados Enhanced Fujita Scale
EF3-Tornados haben Windgeschwindigkeiten zwischen 218 und 265 Stundenkilometern.
Grafik EF4-Tornados Enhanced Fujita Scale
EF4-Tornados haben Windgeschwindigkeiten zwischen 266 und 322 Stundenkilometern.
Grafik EF5-Tornados Enhanced Fujita Scale
EF5-Tornados haben Windgeschwindigkeiten ab 322 Stundenkilometern.
Grafik EF0-Tornados Enhanced Fujita Scale
Grafik EF1-Tornados Enhanced Fujita Scale
Grafik EF2-Tornados Enhanced Fujita Scale
Grafik EF3-Tornados Enhanced Fujita Scale
Grafik EF4-Tornados Enhanced Fujita Scale
Grafik EF5-Tornados Enhanced Fujita Scale

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Häufige Fragen zu Tornados

  • ⁉️

    Was war der größte Tornado der Welt?

    Der bis heute größte je gemessene Tornado war der "2013 El Reno Tornado". Er erreichte einem maximalen Durchmesser von 4,2 Kilometern sowie eine Windgeschwindigkeit von 475 Stundenkilometern. Der Multivortex-Tornado entstand am 31. Mai 2013 im Gebiet um die Städte El Reno und Oklahoma City im US-Bundesstaat Oklahoma. Obwohl er große Verwüstung hinterließ, mindestens 14 Menschen starben und Hunderte verletzt wurden, ist der Tornado "nur" mit der Stärke EF3 klassifiziert.

  • ⁉️

    Wo bildet sich ein Tornado?

    Ein Tornado bildet sich in den meisten Fällen aus einer mächtigen Gewitterwolke, bekannt als Superzelle. Diese besitzt ein bis zu 15 Kilometer hohes, rotierendes Aufwindfeld ("Mesozyklon"), in dem sich hochsteigende Luft um eine vertikale Achse dreht. Setzt sich die Rotation der Wolke mit zunehmender Geschwindigkeit bis zum Boden fort und berührt diesen, entsteht ein Tornado. Solch ein Wetterereignis kann theoretisch überall auf der Welt vorkommen. Am häufigsten passiert das aber in den Great Plains der USA. Dort herrschen die idealen klimatischen Voraussetzungen für die Entstehung solcher Stürme.

  • ⁉️

    Woran erkennt man, dass ein Tornado kommt?

    Tornados können maximal wenige Minuten vor ihrer Bildung vorhergesagt werden. Ein erster Hinweis ist ein Superzellen-Gewitter mit einer sogenannten Wall Cloud - ein sehr tief hängender, rotierender Wolkenrand. Aus ihr bilden sich oft ebenfalls rotierende, trichterförmige Wolkenschläuche ("Funnel Clouds"), die, wenn sie bis zum Boden reichen, zu Tornados werden. Auch wenn am Boden punktuell plötzlich massiv Staub und Erde aufgewirbelt wird und am Himmel ungewöhnliche Wolkenformationen zu sehen sind, deutet das auf einen entstehenden Tornado hin.

  • ⁉️

    Kann ein Mensch einen Tornado überleben?

    Grundsätzlich können Menschen Tornados überleben, wenn sie sich richtig verhalten und sich rechtzeitig an sichere Orte wie Keller oder Bunker begeben. Bei einer direkten Begegnung mit einem Twister sinkt die Überlebenschance aufgrund der starken Windgeschwindigkeiten und dem niedrigen Luftdruck im Zentrum allerdings drastisch.

Veröffentlicht: 13.03.2022 / Autorin: Laura Geigenberger