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Vanilleschote

Vanille: Warum ist die Vanilleschote so teuer?

Die Vanille-Preise sind im Vergleich zu anderen Gewürzen extrem hoch. Nur Safran ist teurer. Was die Vanille-Schote so teuer macht und wie man echte Vanille von Vanillin unterscheiden kann, verraten wir hier.
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Vanille: Die wichtigsten Fakten

  • Vanilleschoten wachsen an der Vanille-Orchidee. Sie ist die einzige Orchidee, die Kapselfrüchte - dies sind die Vanilleschoten - trägt. Die Pflanze ist sehr empfindlich und wächst nur unter ganz bestimmten klimatischen Bedingungen.

  • Schon die Azteken schätzten Vanille als Gewürz. Ursprünglich stammt die Pflanze nämlich aus Mexiko. Das ist auch der einzige Ort, an dem sie auf natürliche Weise bestäubt wird - und zwar von der Melipona Biene. Die ist nur in Mittelamerika heimisch.

  • Bis zur Entdeckung der Handbestäubung vergingen rund 300 Jahre, in denen die Vanille von Mexiko in die ganze Welt verschifft wurde. Heute zählt Madagaskar zum größten Anbaugebiet. Rund 80 Prozent der Vanille-Pflanzen wachsen auf der afrikanischen Insel.

Warum ist Vanille so teuer?

  • Echte Vanille ist rar. Die Zucht und Ernte erfordern viel Aufwand und Geduld. Zudem haben in den letzten Jahren Missernten und Kriminalität in den Anbaugebieten für Engpässe gesorgt.

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    Die Vanille-Pflanze wird meist per Hand bestäubt. Dafür haben die Vanille-Bauern insgesamt nur 12 Stunden Zeit. Danach verwelken die gelben Blüten und es vergeht ein ganzes Jahr bis zur nächsten Chance.

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    Jährlich werden nur etwa 1.000 Tonnen in riesigen Plantagen produziert - das rechtfertigt den hohen Preis der Vanilleschote. Aktuell wird Vanille für knapp 700 Euro pro Kilogramm gehandelt und ist fast so teuer wie echtes Silber. Der Preis für eine Vanilleschote liegt bei rund 2 Euro. Zum Vergleich: Ein Kilogramm Gold kostet rund 47.000 Euro.

Vanille Fun Facts

Vanillin und Vanille: Was ist der Unterschied?

Vanille ist ein Gewürz, Vanillin ein Aromastoff. Letzterer bildet den Hauptbestandteil des Aromas der Vanilleschote und wird auf verschiedene Arten produziert:

Natürliches Vanillin kann man aus Vanilleschoten oder aus Ferulasäure herstellen. Diese wird vor allem aus Reiskleien gewonnen und durch Mikroorganismen in Vanillin umgewandelt.

Um den weltweiten Bedarf zu decken, wird der Großteil des Vanillins heutzutage synthetisch hergestellt. Es wird aus Guajacol erzeugt. Andere Verfahren basieren auf Lignin, einem Holz-Bestandteil.

Unterschied zwischen Vanillezucker und Vanillinzucker

  • Vanillezucker besteht aus Zucker und verarbeiteten Vanilleschoten. Sie sind als schwarze Pünktchen zu erkennen. Um den typischen Vanillegeschmack zu intensivieren, wird hier oft auch Vanilleextrakt hinzugefügt. Wem das nicht reicht, der kann auch zu Vanillepulver aus gemahlenen Schoten greifen - für den besonderen Aroma-Kick.
  • Bei Vanillinzucker wird Zucker mit Vanillin gemixt. Da das enthaltene Vanillin meist chemisch hergestellt wird, kann er sehr viel günstiger angeboten werden als echter Vanillezucker. Geschmacklich ist er süßer, für passionierte Hobby-Bäcker allerdings auch "künstlicher".

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Veröffentlicht: 09.03.2021 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau