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Träumen in der Tiefsee: So schlafen Fische

Woran erkennt man eigentlich, ob Fische schlafen? Und was passiert, während sie schlummern? Wir haben die Antworten und erklären, wie kurios manch andere Tiere schlafen.

Ein schlafender Fisch - ja, wie schlafen Fische eigentlich?

Das Wichtigste zum Thema schlafende Fische

  • Schlaf ist für jedes Lebewesen überlebenswichtig. Fische sind da keine Ausnahme - auch, wenn ihr Schlaf anders aussehen mag.

  • Fische schlafen mit offenen Augen. Der Grund: Sie haben keine Augenlider.

  • Manche Fische sehen nachts nicht gut oder sind blind. Deshalb verstecken sie sich.

  • Es gibt Fische, die schlafen nachts, andere wiederum tagsüber. Das hängt davon ab, wann sie jagen. Zander oder Aal sind zum Beispiel nachtaktiv.

Was passiert, wenn Fische schlafen?

  • 😴

    Ihr Herzschlag verlangsamt sich, Atmung und Stoffwechsel fahren herunter.

  • 💤

    Ob Fische wie wir Menschen in eine Tiefschlafphase fallen, ist umstritten. Wissenschaftler der Stanford University School of Medicine fanden aber erstmals heraus, dass Zebrafische offenbar schon einen Wechsel von Tiefschlaf- und Traumschlafphase (ähnlich dem REM-Schlaf) durchleben.

  • 🦠

    Daneben stellte der Neurowissenschaftler Lior Appelbaum von der israelischen Bar-Ilan-Universität fest, dass bei Zebrafischen im Schlaf Defekte im Erbgut der Nervenzellen repariert werden.

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    Der Zebrafisch ist übrigens deshalb so interessant für die Wissenschaftler, weil er transparent ist und man so jederzeit das Gehirn sehen kann.

Wieso ist der Papageifisch so speziell?

Der Papageifisch ist nicht nur bunt, sondern auch schlau.


Ausgeschlafenes Kerlchen: Der Papageifisch sieht nicht nur besonders aus, er hat auch spezielle Schlummer-Tricks.
© Getty Images

 

Um beim Schlafen nicht gestört zu werden, wendet der Papageifisch einen ausgeklügelten Trick an. Im Maul bildet er einen Schleim, der schließlich seinen kompletten Körper umgibt.

Dieser Kokon unterdrückt seinen Eigengeruch - und schützt ihn so vor Angreifern wie zum Beispiel Parasiten. Auch vor Muränen-Attacken soll ihn der Schleim bewahren.

Schlafen Fische lieber im Dunkeln?

Glaubt man den Wissenschaftlern am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin, mögen es Fische tatsächlich lieber dunkel.

Untersuchungen mit Flussbarschen zeigten: Je mehr Licht vorhanden ist, desto weniger Melatonin wird gebildet - also das Hormon, das den Tag-Nacht-Rhythmus steuert. Möglicherweise schlafen Flussbarsche, die vom Licht in der Stadt beeinflusst sind, deshalb schlechter.

So ungewöhnlich schlafen andere Tiere

Da solltest du dir merken

  • 🐟

    Fische schlafen mit offenen Augen und reagieren offenbar ähnlich auf Licht wie wir Menschen. Noch aber ist der Schlaf von Fischen wenig erforscht und unterscheidet sich von Art zu Art.

Veröffentlicht: 04.09.2020 / Autor: Bianca Leppert