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Grauwolf

Wölfe in Deutschland: Wo leben sie?

Wölfe erobern Deutschland zurück. Jahr für Jahr werden es mehr. Selbst in Berlin wurden sie schon gesichtet. Woher sie kommen und wie gefährlich sie wirklich sind, haben wir in einem Steckbrief für dich zusammengefasst.
Wölfe in Deutschland: Wo leben sie?
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Wölfe in Deutschland: Die wichtigsten Fakten

  • Wölfe in freier Wildbahn wurden hierzulande erst im Jahr 2000 wiederentdeckt. Zuvor waren sie vom Menschen weitgehend ausgerottet worden. Der Grund: Wachsende Landwirtschaft mit Viehhaltung und der Mythos vom "bösen Wolf". Um 1850 war Deutschland wolfsfrei.

  • Seit etwa 30 Jahren erholt sich der Bestand wieder, die Tiere erobern ihren Lebensraum zurück. Aktuell leben bei uns 128 Wolfsrudel, 35 Paare und 13 sesshafte einzelne Wölfe. Vor einem Jahr waren es noch 105 Wolfsrudel.

  • Schießen verboten! Seit 1990 steht der Wolf bundesweit unter Artenschutz. Wer ihn trotzdem jagt, dem drohen bis zu 5 Jahre Freiheitsentzug.

  • Neben der illegalen Tötung gilt der Straßenverkehr als häufigste Todesursache: So wurden etwa 126 Wölfe zwischen Mai 2019 bis April 2020 von einem Auto erfasst und starben.

Wo leben Wölfe?

Die meisten Wölfe in Deutschland kommen heute in Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen vor. Aber auch in anderen Bundesländern wie Bayern treibt sich der Wolf um. In der Grafik siehst du genau, wo.

Wölfe in Deutschland


Wölfe tummeln sich aktuell hauptsächlich in Gebieten im Norden und Nordosten von Deutschland.
© Galileo

Bevorzugte Lebensräume der Wölfe sind Grasland und locker bewaldete Regionen, wobei ein Wolfterritorium bis zu 300 Quadratkilometer umfassen kann.

Wie viele Wölfe sich derzeit genau in Deutschland befinden, ist nicht bekannt. Der Deutsche Jagdverband geht von einem Bestand von über 128 Wolfsrudeln bestehend aus insgesamt rund 1.500 Tieren aus. Das Rudel ähnelt einer menschlichen Familie und setzt sich aus Vater, Mutter und den Jungen zusammen. Die Größe schwankt jährlich zwischen 8 und 12 Wölfen.

Als am weitesten verbreitete Art gilt im deutschen Raum der Grauwolf. Ein Rüde kann bis zu 45 Kilogramm schwer werden und eine Schulterhöhe von etwa 80 Zentimetern erreichen.

Wusstest du, dass mittlerweile auch der Waschbär in vielen großen Städten in Deutschland heimisch ist? Die Bedingungen im Land sind gut: viel Futter, wenig Feinde und kaum Konkurrenten.

Die Wolfsflüsterin

Die Wolfsflüsterin

Diese Frau kümmert sich fast rund um die Uhr um ein Rudel Polarwölfe, als wären es ihre eigenen Kinder. Wie ihr Tag aussieht, siehst du im Clip.

Was fressen Wölfe?

  • 🍓

    Wölfe sind sehr anpassungsfähige Säugetiere und beziehen ihre Nahrung aus verschiedensten Quellen. Je nach Lage sind sie zur Not auch mit Aas, Beeren oder Früchten zufrieden - der Hunger treibt’s eben rein.

  • 🦌

    Zu den absoluten Leibspeisen zählt jedoch Wildfleisch: Rothirsch, Reh oder Wildschwein sind hier ganz oben auf der Hitliste.

  • 🐑

    Ist kein Wild in Sicht, kommen auch Hasen sowie Nutztiere, beispielsweise Schafe und Kälber als Nahrung in Frage.

  • 🌚

    Wölfe jagen meist bei Dämmerung und Nacht. Haben sie Beute erlegt, fressen sie normalerweise so lange, bis sie satt sind - oder gestört werden.

Die Familie Wolf

Wölfe leben monogam und bleiben bis zu ihrem Tod zusammen.

Wölfe leben monogam und bleiben bis zu ihrem Tod zusammen.

Inhalt via Nabu

Wolfsangriff: Greifen Wölfe Menschen an?

Trotz der gängigen Geschichten über ihre Angriffslust, sind Wölfe scheue Tiere und meiden die Nähe zum Menschen in der Regel - zumal er als größter Feind des Wolfes gilt. Für den Menschen besteht also grundsätzlich keine Gefahr.

Im seltenen Fall, dass ein Mensch tatsächlich von einem Wolf attackiert wird, kommen grundsätzlich 3 Ursachen in Betracht:

  • Futterkonditionierung: Der Wolf ist nicht wild und an den Kontakt mit Menschen gewöhnt (weil er zum Beispiel gefüttert wird) - dann gewöhnt er sich an die Reize des Menschen und sucht seine Nähe.
  • Tollwut: Die Viruserkrankung bewirkt mitunter eine Verhaltensänderung des Tieres. Dabei erhört sich die Aggressionsbereitschaft.
  • Menschliches Fehlverhalten: Begegnet der Mensch einem Wolf, sollte er auf keinen Fall schnelle Bewegungen ausführen oder gar weglaufen. Das Tier reagiert sonst stark verunsichert und geht zum Angriff über. Besser: Ruhig halten und beobachten. Bei Panik besser Lärm machen (beispielsweise Rufen, Klatschen). So vertreibt man den Wolf am schnellsten.

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Werden in der Schweiz wirklich Lamas eingesetzt, um Schafherden vor Wölfen zu beschützen? Galileo hat nachgeforscht.

Was macht eine Wolfsberaterin oder ein Wolfsberater?

Über ein Jahrhundert war der Wolf weg aus Deutschland, jetzt ist er zurück und breitet sich immer weiter aus. Das führt vor allem bei Jägern, Schäfern, Bauern und der Landbevölkerung in den Wolfsgebieten zu Unsicherheit.

Deswegen gibt es deutschlandweit ehrenamtlich tätige Wolfsberaterinnen und Wolfsberater, die ihr Wissen über das Tier teilen. Sie sind zudem für das "Monitoring" zuständig, dokumentieren sämtliche Hinweise auf sesshaft gewordene Wölfe, Sichtungen oder Spuren.

Veröffentlicht: 04.04.2021 / Autor: Christian Aichner