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Potzblitz! Mit dieser Technik sollen Blitze bald keine Schäden mehr anrichten

Die Stromstärke von Blitzen ist bis zu 1.250 Mal höher als die einer Steckdose. Was sie sonst noch besonders macht, seht ihr im Clip. Außerdem: Ein laser-starker Blitz-Fänger.
Teaserbild: Potzblitz! Mit dieser Technik sollen Blitze bald keine Schäden mehr anrichten

Das Wichtigste zum Thema Wolkenblitze

  • Alles Senkrecht? Von wegen. Es gibt auch waagerechte Blitze. Die heißen Wolkenblitze und bauen gegensätzliche Ladungen in Gewitterwolken ab. Meist zucken sie innerhalb einer Wolke, seltener auch zwischen zwei Wolken.

  • Um die Schwere eines Gewitters zu prognostizieren, analysieren Wetterexperten am Forschungsinstitut in Garching/Bayern die Anzahl der Wolkenblitze. Ist diese um das 10- bis 20-fache erhöht, droht ein starkes Unwetter.

  • In Deutschland zucken im Juni und Juli die meisten Blitze am Himmel. Das zeigt die Statistik von BLIDS, einem Dienst von Siemens. Die Messstationen orten Blitze bis auf 200 Meter genau.

  • Herkömmliche Blitzableiter senken zwar das Risiko, aber dennoch verursachen Blitze weltweit jährlich Schäden im Milliarden-Bereich. Ein Münchner Unternehmen feilt gerade an einer smarten Lösung.

  • Die Idee: Dem Blitz zuvorkommen und ihn bereits ableiten, bevor er überhaupt einschlägt. Helfen soll dieser "Blitzfänger" vor allem Risiko-Gebieten wie Flughäfen, Kraftwerke oder Stromleitungen.

Voll Laser: Forscher tüfteln an einem Blitz-Fänger

© Getty Images

 

Blitze mit einem Laser-Schwert fangen? Klingt wie aus Star Wars, könnte aber Realität werden. Das Münchner Unternehmen "Trumpf Scientific Lasers" entwickelt gerade ein Gerät, das pro Sekunde 1.000 Infrarot-Strahlen mit bis zu 600 Gigawatt aussendet. Der dadurch entstehende rund 100 Mete langer Plasma-Kanal soll Blitze aus Gewitterwolken holen und am Boden entladen.

Das könnte vor allem Flughäfen, Stromleitungen, Kraftwerke und Open-Air-Veranstaltungen gegen Blitzschläge schützen. Im Labor hat sich der Superlaser schon bewiesen. 2020 soll er auf dem Gipfel des 2.500 Meter hohen Berg Säntis am Bodensee getestet werden - denn dort gibt es besonders häufig Gewitter.

Blitzgescheit: Zahlen-Wissen zum Angeben

  • 321 Kilometer maß ein waagerechter Blitz im August 2007 über Oklahoma in den USA laut der Weltorganisation für Meteorologie (WMO).
  • 7,74 Sekunden hielt ein Blitz im Jahr 2012 über Südfrankreich an.
  • 7 Blitze trafen den amerikanischen Park-Ranger Roy C. Sullivan. Unglaublich, der Mann überlebte alle!
  • 68 Kühe killte ein Blitz in Australien auf einen Schlag. Die Tiere hatten sich unter einem Baum versammelt.
  • Auf 30.000 Grad Celsius erhitzt sich die Luft im Blitz innerhalb von Millisekunden. Bei solchen Temperaturen schmilzt selbst Stahl.

Don'ts: Diese Dinge solltest du bei Gewitter nicht tun

  • 🌳

    Blitze schlagen vor allem in hohe Gegenstände ein. Entferne dich von Bäumen und Holzmasten. Halte mindestens 10 Meter Abstand. Schlägt ein Blitz ein, breitet sich dessen Ladung in alle Richtungen aus.

  • 🏋️‍♂️

    Nicht breitbeinig stehen. Zwischen den Füßen kann hohe Spannung entstehen. Je größer die Fläche ist, mit der du den Boden berührst, desto mehr Blitzstrom jagt beim Einschlag durch deinen Körper.

  • 🚴‍♀️

    Metallene Gegenstände am Körper erhöhen die Lebensgefahr bei Gewitter. Handy, Fahrräder und Co. leiten Spannung auf dich über.

  • 🏊‍♀️

    Schwimmer, Angler, Paddler und Surfer - schnell raus aus dem Wasser. Es verfügt über eine hohe Leitfähigkeit und lässt den Strom auch weit von der Einschlagstelle noch fließen.

  • ⛰️

    Beim Wandern in den Bergen bieten Höhlen und Felsvorsprünge im Notfall Schutz. Aber Vorsicht: Nicht die Wände berühren. Felsen leiten Blitzströme über weite Entfernungen.

Dos: So kommst du sicher durchs Gewitter

  • 📱

    Blitz-Info-Dienste im Internet und als Smartphone-App warnen dich rechtzeitig vor Gewitter.

  • 👣

    Auf offenen Flächen wie Wiesen, hocke dich in eine trockene Mulde und stelle die Füße eng zusammen.

  • 🚗

    Das Auto ist dein Schutzengel! Geschlossene Fahrzeuge sind mit ihrer Metallhülle ein "Faradayscher Käfig". Die elektrischen Ladungen eines Blitzes dringen nicht in den Innenraum. Wichtig: Alle Fenster schließen.

Veröffentlicht: 16.12.2019 / Autor: Alena Brandt