Das Unwort des Jahres 2017 wurde gekürt
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Das Unwort des Jahres 2017 wurde gekürt

vor 9 Monaten

Alljährlich wird das Unwort des Jahres gekürt – seit 1991. Und das ist keine positive Auszeichnung, sondern eine negative. Und nun haben wir das neueste von 2017 vor uns liegen. Überraschend kam es nicht.

Letztes Jahr wurde es das Wort „Volksverräter„. Damit wurden demokratisch gewählte Politiker in Parlamentarier- oder Amtspositionen beschimpft. Gewählt wird das Unwort seit 1994 von einer Jury, die sich als „Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres“ selbstständig gemacht hat. Bis dahin wurde es im Rahmen der Gesellschaft für deutsche Sprache gewählt.

Damit soll auf Wörter und unseren Sprachgebrauch aufmerksam gemacht werden, „die gegen sachliche Angemessenheit oder Humanität verstoßen.“ Konkret heißt das, es geht um Wörter oder Ausdrücke, die gegen die Menschenwürde oder gegen Demokratie verstoßen, die einzelne Gruppen diskriminieren, verschleiernd oder irreführend sind.

Jeder kann bis zum 31. Dezember des entsprechenden Jahres Vorschläge einreichen. Heute hat die sechsköpfige Jury (dieses Jahr mit Unterstützung der anonymen Street-Art-Künstlerin Barbara) über die Favoriten diskutiert. Diese standen unter anderem zur Wahl:

  • Babycaust – wurde insgesamt 122 Mal und damit am häufigsten eingereicht; vorgeschlagen von der Ärztin Kristina Hänel, die Ende 2017 zu einer saftigen Geldstrafe wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche verurteilt wurde
  • Fake News – geprägt vom Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika
  • Atmender Deckel – entstand aus der Diskussion um eine Obergrenze für Flüchtlinge heraus
  • Bio-Deutsche – der Gegensatz zu eingebürgerten Deutschen
  • Alternative Fakten

 

Der „Gewinner“ von 2017 wurde gerade in Darmstadt von Linguistik-Professorin Nina Janich bekanntgegeben: Alternative Fakten. Nicht wirklich überraschend, wenn man das Politikgeschehen im vergangenen Jahr auch nur ein bisschen verfolgt hat.

Begründung: „Die Bezeichnung „alternative Fakten“ ist der verschleiernde und irreführende Ausdruck für den Versuch, Falschbehauptungen als legitimes Mittel der öffentlichen Auseinandersetzung salonfähig zu machen.“

Die Häufigkeit eines vorgeschlagenen Begriffs spielt bei der Entscheidung übrigens keine Rolle.

Apropos Wörter: Diese hier hast du bestimmt immer falsch ausgesprochen:

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