Endlich: Forscher entwickeln (einfaches) Verhütungsmittel für Männer
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Endlich: Forscher entwickeln (einfaches) Verhütungsmittel für Männer

vor 2 Monaten

Wie wichtig Verhütung ist, wissen wir alle. Gerade in einer festen Beziehung ist es meist Frauensache. Bald vielleicht nicht mehr. Denn Tests mit einer Verhütungsmethode für Männer waren vor Kurzem so erfolgreich, dass ein neues Mittel demnächst auf den Markt kommen könnte.

Worum genau geht es? Während es für Frauen verschiedenste Methoden der Verhütung gibt – Pille, Spirale, Ring, Pflaster, Hormonspritze oder -stäbchen – ist das bei Männern weitaus überschaubarer. Es gibt Kondome und die Vasektomie, also die Sterilisation des Mannes. Die ist mittlerweile zwar umkehrbar, aber das ist ein schwieriger Eingriff und ob der Mann danach wieder voll zeugungsfähig ist, ist noch umstritten.

Kondome hingegen sind für viele Paare lästig – zumindest in einer dauerhaften Beziehung. Gegen Krankheitsübertragung stehen sie noch immer unangefochten auf Platz 1. Möchte man(n) in einer festen Beziehung aber verhüten, muss meistens Frau das tun.

Schon lange arbeiten Forscher an einer Alternative für den Mann – die rückgängig gemacht werden kann. Mit einem neuartigen Gel namens Vasalgel sind sie nahe dran. In der Vergangenheit wurde es bereits erfolgreich an Hasen getestet. Nun lief erneut eine Studie mit Rhesusaffen. Sie war zu einhundert Prozent erfolgreich. Demnächst sollen Tests an Männern folgen.

Wie soll das Gel funktionieren?

Laut der Non-Profit-Organisation, die das Projekt finanziert, ist das Gel ungiftig und frei von jeglichen Hormonen. Es wird in den Samenleiter injiziert, der die Spermien aus den Hoden in den Penis befördert. Das Gel breitet sich in den Hohlräumen aus und wirkt wie eine Art Pfropfen. Eine Barriere. Es „verstopft“ den Samenleiter so, dass die Spermien nicht durchkommen und schlussendlich vom Körper wieder absorbiert werden.

Möchte Mann doch Kinder zeugen, soll das Gel durch Ultraschall wieder aufgelöst werden können. Das wurde erfolgreich an den Hasen getestet, aber noch nicht an den Affen. Die Studienleiterin des California National Primate Research Centre glaubt daran, dass das bald geschieht.

Für die Untersuchung mit den Affen wurden 16 Exemplare ausgewählt, die das Gel erhielten – zehn von ihnen hatten schon Nachwuchs gezeugt. Nach einer Erholungsphase wurden sie zurück in ihre „Familien“ gegeben. Darunter waren auch paarungsfreudige Weibchen. Sechs Monate lang (Fortpflanzungszeit bei den Affen) wurden sie sich selbst überlassen. Es folgten keine Schwangerschaften. Die erwartete Schwangerschaftsrate ohne Gel lag bei 80 Prozent.

Andere Verhütungsmittel für den Mann wurden an anderer Stelle zwar auch schon getestet, gingen jedoch mit vielen Nebenwirkungen einher. Da das Gel jedoch frei von Hormonen ist und die Spermienproduktion selbst nicht beeinflusst wird, sollte es laut der Forscher keine Nebenwirkungen geben. Aber das müssen wir wohl abwarten.

Wie ist eigentlich die erste Verhütungsmethode entstanden? Geht mit uns auf Zeitreise:

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