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An der Außenwand der ISS wurden Bakterien entdeckt – jetzt sucht man dort nach außerirdischem Leben

vor 2 Jahren

Laut der russischen Raumfahrtbehörde Roscosmos wurden an der Außenseite der Raumstation Mikroorganismen von der Erde gefunden. Das zeigt, dass es auch im All Leben in Kleinstform geben kann. Deshalb sucht man nun auch nach außerirdischen Lebensformen an der ISS.

Es begann 2010. Russische Astronauten sammelten damals zum ersten Mal Proben von der Außenseite der internationalen Raumstation ISS. In den folgenden sechs Jahren wurden insgesamt 19 Abstriche gemacht. Als Wissenschaftler sie untersuchten, stießen sie auf Unerwartetes: Lebensformen von der Erde.

Die russische Raumfahrtbehörde Roscosmos informierte die nationale Nachrichtenagentur TASS in einem Statement über den außergewöhnlichen Fund. Demnach wurden in den Proben Abschnitte der DNA von Mykobakterien entdeckt, die Roscosmos auf Meeresplankton aus der Barentssee zurückführt. Andere bakterielle Genspuren seien eng verwandt mit den Bodenproben aus der Insel Madagaskar.

Auch die Gene von extremophilen Bakterien seien gefunden worden. Die sind bekannt dafür, dass sie selbst extreme Umweltbedingungen überleben, bei denen andere Organismen keine Chance haben. Außerdem sei die DNA von Archaebakterien und von zwei Pilzspezies vorhanden gewesen.

Da stellt sich die Frage, wie die Mikroorganismen aus dem Meer und Land in den Weltraum kamen. Schließlich kommen sie aus verschiedensten Ecken der Welt. Die Theorie: Luftverwirbelungen seien daran Schuld. Sie wehten die Organismen von der Erde bis in die Ionosphäre, also in eine Höhe von 80 Kilometer und aufwärts. Dort lagerten sie sich außen an der ISS an. Dort ist es allerdings nicht gerade lebensfreundlich, wie man hier sieht:

Die ISS
An ihrer Außenhülle wurden Spuren von Leben gefunden.
© NASA

Durch die Entdeckung kamen Wissenschaftler zum diesem Schluss: Wenn Luftströme Mikroorganismen bis zur ISS bringen, dann könnte Kometenstaub außerirdische Lebensformen transportieren. Die Theorie, dass Leben auf Kometen durch das All fliegt, gibt es schon länger. Aber sie konnte noch nie bewiesen werden. Deshalb untersuchen die Wissenschaftler die Proben von der ISS nun auf Spuren von Leben, die nicht von der Erde stammen.

Einen Haken hat die ganze Sache: Roscosmos ist die einzige Raumfahrtbehörde, die davon völlig überzeugt zu sein scheint. Die NASA stellte klar, dass sie von den russischen Kollegen keinen offiziellen Bericht über die Funde bekommen hätten. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hatte via Facebook auch etwas dazu zu sagen, als eine Userin dort nachhakte:

Russische Kosmonauten haben bei einen Außenbordeinsatz Proben von der Außenseite des russischen Moduls genommen. Diese wurden dann in einem Labor auf der Erde analysiert. In der Probe konnte die DNA von Bakterien nachgewiesen werden. Allerdings ist die Methode, mit der die Proben analysiert wurden in diesem Fall umstritten, da sich dadurch nicht alle Arten von Bakterien nachweisen lassen und auch nicht festgestellt werden kann, ob es sich um lebende Bakterien handelt. Die Biomasse, die sich aus einer solchen Probe gewinnen lässt ist auch sehr limitiert, sodass erst einmal keine weiteren Tests durchgeführt werden konnten. Dazu müssten zunächst einmal weitere Proben genommen werden.

Es heißt also: Abwarten. Erst zukünftige Experimente werden zeigen, ob Sporen und Bakterien an der ISS nicht nur als DNA-Fragmente, sondern komplett funktionsfähig überleben können. Und dann wird sicherlich auch die Frage nach außerirdischen Lebensformen im Kometenstaub beantwortet.

Weltweit sind unzählige Menschen auf der Suche nach Aliens – und das schon seit Jahrzehnten. Wir haben das Alien-Institut SETI in der kalifornischen Wüste besucht und waren ganz schön überrascht:

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