Darum müssen wir alle fünf Minuten seufzen
Gui Seiz via Flickr

Darum müssen wir alle fünf Minuten seufzen

vor 2 Jahren

Wir seufzen keineswegs nur vor Erleichterung oder wenn wir erschöpft sind. Tatsächlich seufzen wir alle paar Minuten – und das ist lebenswichtig.

Durch seufzen drücken wir Emotionen wie beispielsweise Traurigkeit aus. Aber das ist noch lange nicht alles: Seufzen spielt eine wichtige Rolle bei der Funktionsweise unserer Lungen. Eine lebensnotwendige Rolle, um genau zu sein.

12 Seufzer pro Stunde

Forscher der University of California und der Stanford University haben bei einer Untersuchung an Mäusen den Grund für unser Seufzen gefunden. In unseren Lungen sind Millionen von Lungenbläschen für den Gasaustausch zuständig. Sie sorgen also dafür, dass Sauerstoff aus der Einatemluft vom Blut aufgenommen und Kohlendioxid vom Blut an die Ausatemluft abgegeben wird. Von Zeit zu Zeit sacken diese Bläschen aber in sich zusammen – sie kollabieren. Durch tiefes Einatmen richten sich die Lungenbläschen wieder auf. Das ist lebenswichtig, weil durch die Behinderung des Gasaustauschs sonst irgendwann die komplette Lunge versagen würde. Ein Seufzen ist dafür perfekt geeignet, denn dabei kommt im Vergleich zu einem normalen Atemzug gleich doppelt so viel Luft in die Lunge.

Um unsere Lungenbläschen und damit uns selbst am Leben zu halten, seufzen wir etwa alle fünf Minuten – das sind ganze 12 Seufzer in der Stunde – aber meist bemerken wir das überhaupt nicht, weil es unterbewusst geschieht.

Seufzen ist Kopfsache

Die Forscher konnten – zumindest bei Mäusen – zwei Grüppchen von Neuronen im Hirnstamm lokalisieren, die für die Umwandlung eines normalen Atemzugs in einen Seufzer verantwortlich sind. Dazu produzieren die Neuronen Hirnbotenstoffe, sogenannte Neuropeptide. Die Forscher blockierten zum Test eines der beiden Neuropeptide, daraufhin sank die Seufzer-Rate des entsprechenden Tieres um die Hälfte. Als sie anschließend beide Neuropeptide blockierten, war es dem Tier überhaupt nicht mehr möglich, zu seufzen.

Die Forscher versprechen sich von dieser Erkenntnis zum Beispiel, dass Ärzte eines Tages Patienten helfen können, die von alleine keine tiefen Atemzüge ausführen können.

Warum wir seufzen, wenn wir zum Beispiel unter Stress stehen, bleibt – zumindest vorerst – auch weiterhin ungeklärt.

So viel zur Leistungsfähigkeit unserer „normalen“ Gehirne. Die Denkzentrale dieses Mannes ist aber noch erstaunlicher – ein echtes Fundstück für Neurowissenschaftler.

Facebook WhatsApp

Diese Beiträge könnten dir auch gefallen:

Diese Website verwendet eigene Cookies und Cookies von Dritten um die Nutzung unseres Angebotes zu analysieren, Ihr Surferlebnis zur personalisieren und Ihnen interessante Informationen zu präsentieren (Erstellung von Nutzungsprofilen). Wenn Sie Ihren Besuch fortsetzen, stimmen Sie der Verwendung solcher Cookies zu. Bitte besuchen Sie unsere Cookie Bestimmungen um mehr zu erfahren, auch dazu, wie Sie Cookies deaktivieren und der Bildung von Nutzungsprofilen widersprechen können. Datenschutzbestimmungen
OK