Anti-Gesichtserkennung: Das ist die Brille für Verschwörungstheoretiker
Carnegie Mellon University

Das ist die Brille für Verschwörungstheoretiker

vor 2 Jahren

Wenn die Polizei in Zukunft Gesichtserkennungs-Software bei Demos einsetzt, könnte es passieren, dass plötzlich massenweise Keanu Reeves oder Russel Crowes an ihr vorbeispazieren. Denn die KI der Programme lässt sich austricksen. Mit einer Brille, die ziemlich albern aussieht, nur 22 Cent kostet und dich in einen Prominenten verwandelt. 

Vorgestellt wurde das System von Forschern der amerikanischen Carnegie Mellon University im Rahmen einer Sicherheitskonferenz. In ihrer Veröffentlichung bewiesen die Wissenschaftler, dass sie, nur mit einem bunten Brillengestell in der Lage waren, handelsüblicher Gesichtserkennungssoftware bestimmte Personen vorzugaukeln. So sieht sie aus:

... der Carnegie Mellon University

Die Anti-Gesichts-Erkennungsbrille...
… der Carnegie Mellon University
© Alle Bilder: Carnegy Mellon University

Gesichtserkennung „merkt“ sich bestimmte Eigenschaften eines Gesichts. Die Nasenform, die Augenpartie, ein markantes Kinn. Wir hatten das in unserer Sendung schon einmal ausprobiert und euch vorgestellt:

Die bunte Brille der Carnegie Mellon University simuliert solche Eigenschaften. Das aufgedruckte Farbmuster wird von der Künstlichen Intelligenz wie die detaillierten Gesichtszüge einer bekannten Person wahrgenommen. Nur mit dem Aufdruck bestimmter Farbmuster gelang es den Forschern zum Beispiel ein Bild von Reese Witherspoon in den Augen der Kameras in ein Bild von Russel Crowe zu verwandeln.

Forscher der Carnegie Mellon University schafften es, die KI von Gesichtserkennungssoftwares so zu täuschen, dass sie Reese Witherspoon mit Russel Crowe zu verwechseln

Und die Forschung ist keine reine Theorie. Die Wissenschaftler haben die Brillen auf dem Uni-eigenen 3D-Drucker selbst hergestellt – auf Fotopapier. Die Kosten: 22 Cent pro Stück. Perfekt für jeden, der sich durch seine Webcam beobachtet fühlt.

Doch auch wenn das lustig klingen mag, hat es natürlich einen ernsten Hintergrund. Die Systeme, die mit der Brille ausgetrickst werden konnten, sind die selben, die beispielsweise beim Bezahlen durch Gesichtserkennung zum Einsatz kommen. Der chinesischen Amazon-Klon Alibaba erlaubt ein solches Verfahren. Du lächelst in die Kamera und das System bucht von deinem Konto ab. Es braucht nicht viel Fantasie, um zu begreifen, wo hier die Gefahr liegt. Und auf diese Gefahr machen die Wissenschaftler mit ihrem Bericht aufmerksam.

Bis Gesichtserkennung wirklich funktioniert, müssen noch echte Menschen ran. Bei der britischen Polizeibehörde Scotland Yard etwa. Dort sitzen „Super Recognizer“. Also Leute, die ein besonderes Talent dafür haben, Gesichter wieder zu erkennen. Diese Begabung wird in einem Test geprüft. Wärst du ein Super-Recognizer? Finde es heraus:

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