via Flickr/Neil Conway/CC BY 2.0

Die Einteilung in rechte und linke Gehirnhälfte ist überholt

vor 3 Jahren

Die Annahme, dass die linke Gehirnhälfte für das analytische und die rechte für die Kreativität zuständig ist, stimmt nicht. Vielmehr kann man von einer Oberen und unteren Gehirnhälfte sprechen, die miteinander vernetzt sind. Das haben unzählige Studien ergeben. 

Jahrelang ist man davon ausgegangen, dass sich unser Gehirn in eine rechte und eine linke Gehirnhälfte aufteilen lässt. Beide Seiten haben ihre eigenen Aufgaben und jeder Mensch nutzt diese unterschiedlich stark.

Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass das nicht stimmt. Ihre Forschungen haben ergeben, dass man nicht von einer dominanten rechten oder linken Gehirnhälfte sprechen kann.

Der Grund für die Falschinformation

In den 60er und 70er Jahren hat der Arzt und Nobelpreisträger Roger W. Sperry Operationen an 16 Epilepsie-Patienten durchgeführt. Dabei wurde der corpus callosum, der Nerv der die beiden Gehirnhälften verbindet, durchtrennt. Es hat sich herausgestellt, dass dies förderlich für die Gesundheit der Epilepsie-Erkrankten war. Obwohl Sperry darauf hingewiesen hat, dass seine Forschung nicht verallgemeinert werden kann und nur eine Idee darstellt, haben renommierte Fachzeitschriften wie etwa die New York Times in den 70er Jahren Artikel veröffentlicht, die von der Teilung in eine rechte und eine linke Hälfte des Gehirns sprechen:  Der Mythos was geboren.

Was ist nun richtig?

  1. Es gibt Unterschiede zwischen den zwei Gehirnhälften, diese sind aber viel geringer und feiner als gedacht (z.B. verarbeitet die linke Hälfte des Gehirns Details, während die rechte Hälfte das große Ganze sieht).
  2. Die beiden Gehirnhälften kann man nicht isoliert voneinander betrachten: Sie funktionieren viel mehr als System, welches eher gemeinsam, als getrennt voneinander benutzt wird.

Eine weitere Erkenntnis ist, dass man das Gehirn eher in einen oberen und unteren Bereich aufteilen kann. Der obere Bereich entwickelt und überarbeitet nicht funktionierende Pläne. Der untere Bereich interpretiert und ordnet unsere Wahrnehmungen. Jahrelange Forschung zeigt, dass die Oben/Unten-Einteilung viel besser erklärt, warum Menschen unterschiedlich denken und  handeln. Klar ist, jeder Mensch benutzt beide Hälften des Gehirns. Das entscheidende ist, wie intensiv und gut diese zusammenarbeiten. Aus dem Grad der Intensität und Zusammenarbeit bilden sich dann vier unterschiedliche kognitive Modi. Diese Modi zeigen wie sehr Personen es mögen komplexe Dinge zu planen und wie stark sie in die Tiefe gehen. Bei jedem Menschen sind diese Modi anders ausgeprägt, welcher Modi am dominantesten bei euch ist, könnt ihr in diesem Test herausfinden.

Wie werden wir klüger? Magnete sollen helfen. Unser Reporter Matthias Fiedler hat sich einem spannenden Experiment unterzogen.

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