Diese Frau hat seit über 50 Jahren Öl in ihrer Lunge
New England Journal of Medicine

Diese Frau hat seit über 50 Jahren Öl in ihrer Lunge

vor 11 Monaten

Ja, Mediziner stoßen immer wieder auf verrückte und skurrile Dinge. In diesem kuriosen Fall geht es um eine 86-Jährige, bei der in einer Routine-Untersuchung festgestellt wurde, dass ihre Lungen voll Öl sind. Nur: Wie kam das dort hin?

Kennt ihr das New England Journal of Medicine? Dort werden in kurzen Absätzen echte, medizinische Fälle vorgestellt. Meist sind sie traurig, manchmal ekelhaft, oft skurril, aber immer abseits der Norm. Die beiden letzten Male, bei denen wir über solche Geschichten berichtet haben, waren ein sehr, sehr kurioses Auge und die 16-Jährige, bei der Ärzte im Eierstock ein Mini-Hirn und Schädel gefunden haben.

Und nun kommt der Fall einer 86-jährigen Amerikanerin, die Öl in ihren Lungen hatte bzw. noch immer hat. Und das seit über 50 Jahren. Sie ging zum Arzt, weil sie Schmerzen in der Brust hatte, Atemprobleme aber nicht. Also ein nicht ganz so ungewöhnlicher Fall. Noch nicht. Bei ihr wurde Sodbrennen festgestellt, sie bekam Medikamente und ihre Symptome klangen ab. Parallel wurde eine Röntgen-Aufnahme ihrer Brust gemacht und die zeigte einen dunklen Fleck im oberen Teil ihres linken Lungenflügels. Das war Öl.

Öl

Röntgen-Aufnahme
Der große dunkle Fleck ist gut zu erkennen.
© New England Journal of Medicine

Wie kam es dahin? In den 1950er Jahren gab es eine Behandlungsmethode namens Oleothorax. Sie wurde gegen Pneumothorax eingesetzt. Das ist eine lebensbedrohliche Ansammlung von Luft in der Brusthöhle, die damit die Ausdehnung der Lungen beeinträchtigt. Damit lässt es sich sehr schwer oder im schlimmsten Fall gar nicht atmen. Heutzutage würde man die Luft mit einer Thoraxdrainage absaugen.

Damals hat man diesen kleinen Zwischenraum, in dem die Luft fälschlicherweise war, mit Öl gefüllt, um eine Kompression und Ruhigstellung des entsprechenden Lungenflügels auszulösen. Ja, ihr habt richtig gelesen. Kein Wunder, dass diese Methode nicht lange eingesetzt wurde und sich nie richtig verbreitet hat.

Welches Öl damals verwendet wurde, kann man nicht sagen. Denn es gibt nur die Röntgen-Aufnahme. Bevorzugt wurden Paraffinöl, Erdöl, Olivenöl, Lebertran, Erdnussöl und Baumwollsamenöl.

Normalerweise hätte man nach so einem Eingriff erneut zum Arzt gehen müssen, damit das Öl wieder abgesaugt werden kann. Hatten die Patienten aber keine Beeinträchtigungen. haben sie es manchmal einfach vergessen. So wahrscheinlich auch die 86-Jährige. Denn über all die Jahre hinweg hatte sie keine Probleme. Deshalb wurde auch jetzt nichts unternommen. Denn der Eingriff selbst wäre gefährlicher für die ältere Dame, als weiter damit zu leben.

Kurioser Fall mit gutem Ende. Gut, dass die Medizin mittlerweile fortschrittlicher ist und uns nicht mehr Erdöl in die Brust spritzt.

Wie skurril die Fälle auch sind; es passieren immer wieder Wunder in der Medizin: Dazu gehört auch der Miracle-Man. Er kann trotz Querschnittslähmung wieder laufen. Und das alles dank eines ganz besonderen Schutzengels. Hier ist seine emotionale Geschichte:

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