Der Frankenstein der Neuzeit stellt seine Kopftransplantationen an Tieren vor
Surgical Neurology International

Der Frankenstein der Neuzeit stellt seine Kopftransplantationen an Tieren vor

vor 2 Jahren

Letztes Jahr hat Sergio Canavero bereits seine umstrittene Kopftransplantation am Menschen angekündigt. Trotz sehr viel Gegenwind hat er jetzt Studien publiziert, die erfolgreiche Versuche an Mäusen, Ratten und einem Hund dokumentieren.

Es war eine der Schlagzeilen des letzteen Jahres als der italienische Neurowissenschaftler Sergio Canavero ankündigte, 2017 die erste Kopftransplantation am Menschen durchführen zu wollen. Einen ersten Freiwilligen für den Kopf hat er bereits gefunden – nur der Spenderkörper fehlt ihm noch. Aus Fachkreisen gibt es viel Kritik. Zum einen natürlich aus ethischen Gründen, zum anderen ob der möglichen Durchführbarkeit einer derartigen Operation.

Zum Beweis, dass er die richtige Methode gefunden hat, präsentiert Canavero jetzt aber gleich drei Schriften. Sie dokumentieren seine mit einem amerikanischen Team durchgeführten erfolgreichen Transplantationen an Mäusen, Ratten und sogar an einem Hund, die mithilfe der Chemikalie Polyethylenglykol (PEG) durchgeführt wurden. Sie soll dabei helfen, Kopf und Körper eines Lebwesens durch das Rückenmark zu verbinden.

Schon öfter wurden Kopftransplantationen an Tieren durchgeführt, vorwiegend an Affen. Meist konnten die Tiere aber den Körper danach nicht bewegen und verstarben nach kurzer Zeit. Um zu beweisen, dass ihre Methode funktioniert, haben Canavero und das Team aus den USA aber Videos veröffentlicht. Hier findet ihr das Video vom Hund, hier das einer Ratte.

Trotz der veröffentlichten Studien sehen andere Wissenschaftler das Vorhaben des Italieners weiterhin kritisch. Jerry Silver, ebenfalls Neurowissenschaftler, sagte etwa gegenüber New Scientist: „Bei dem Hund handelt es sich um einen Fallbericht und man kann nicht sehr viel von einem einzelnen Tier ohne Kontrollgruppen lernen. Sie behaupten, dass sie 90 Prozent des Halswirbels durchschneiden, aber es gibt keinen Beweis dafür in ihrer Schrift, lediglich ein paar grausame Fotos.“ Seiner Meinung nach sind die veröffentlichten Versuche kein Beweis dafür, dass eine Kopftransplantation beim Menschen möglich ist.

Canavero wird aber weiterforschen und bleibt bei seinem Vorhaben: 2017 wird er eine Kopftransplantation am Menschen durchführen. Egal ob es gut oder schlecht ausgeht für seine Patienten. Immerhin hat er mit Valery Spiridonov einen Spender für den Kopf gefunden. Seit seiner Geburt leidet der Russe an einer spinalen Muskelathropie, einer Form von Muskelschwund. Betroffene dieser Krankheit verbringen die letzten Jahre ihres Lebens nahezu bewegungsunfähig im Rollstuhl. Valery hofft also auf einen gesunden Körper. Doch der muss erstmal gefunden werden.

Der 15-jährige Fu Wengui ist in seinem kleinen Dorf mittlerweile eine Sensation. Der Teenager wurde mit zwei Halswirbeln zu viel geboren. Erst eine aufwändige Operation brachte Normalität in sein Leben. Die ganze Geschichte seht ihr hier:

Facebook WhatsApp

Diese Beiträge könnten dir auch gefallen:

Diese Website verwendet eigene Cookies und Cookies von Dritten um die Nutzung unseres Angebotes zu analysieren, Ihr Surferlebnis zur personalisieren und Ihnen interessante Informationen zu präsentieren (Erstellung von Nutzungsprofilen). Wenn Sie Ihren Besuch fortsetzen, stimmen Sie der Verwendung solcher Cookies zu. Bitte besuchen Sie unsere Cookie Bestimmungen um mehr zu erfahren, auch dazu, wie Sie Cookies deaktivieren und der Bildung von Nutzungsprofilen widersprechen können. Datenschutzbestimmungen
OK