Erstmals festgehalten: Das löst LSD in einem Gehirn aus
Imperial/Beckley Foundation

Erstmals festgehalten: Das löst LSD in einem Gehirn aus

vor 3 Jahren

Zum allerersten Mal gelang es Forschern zu zeigen, wie ein Gehirn auf einem LSD-Trip aussieht bzw. was die Droge für Prozesse in Gang setzt. Für die Neurowissenschaften ist das ein riesiger Durchbruch, den der leitende Forscher sogar mit der Entdeckung des Higgs-Teilchens gleichsetzt.

Britischen Forschern ist es gelungen, die Effekte von LSD auf das menschliche Gehirn visuell festzuhalten. Die Bilder zeigen nicht nur, dass das Halluzinogen alle möglichen Regionen in unserem Gehirn aktiviert, sondern Areale verknüpft, die sonst nichts miteinander zu tun haben. Deswegen sind die Effekte von LSD wohl auch so intensiv.

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Geleitet hat die Studie David Nutt vom Imperial College London. Er verabreichte 20 gesunden Freiwilligen an einem Tag 75 Mikrogramm der Droge und an einem anderen Tag ein Placebo. Wie das Bild zeigt, aktivierte LSD fast alle Hirnareale. Die Forscher fanden heraus, dass nicht nur das Sehzentrum beeinflusste, was die Studienteilnehmer sahen. Auch andere Hirnregionen leisteten ihren Beitrag – weshalb sie Dinge sahen, die eigentlich gar nicht da waren.

Das und die Tatsache, dass Hirnregionen plötzlich zusammenarbeiten, die sonst nichts miteinander zu tun haben, könnte eine Antwort darauf liefern, wieso LSD die intensiven Trips auslöst und zum Verlust der persönlichen Identität führen – mit entsprechend großer Gefahr. Dazu sagte der Forscher Robin Carhart-Harris:

„Normalerweise setzt sich unser Gehirn aus unabhängigen Netzwerken zusammen, die verschiedene spezielle Funktionen erfüllen, zum Beispiel das Sehen, Bewegungen oder das Hören – aber auch komplexere Dinge wie die Aufmerksamkeit. Wenn wir LSD nehmen, brechen diese Netzwerke zusammen und das Hirn verbindet sich zu einem großen Ganzen.“

Für die Neurowissenschaftler stellt diese Entdeckung einen absoluten Durchbruch dar, an dem seit rund 50 Jahren geforscht wird. Die Wirkung von LSD auf einGehirn zu verstehen ist laut David Nutt und seinen Kollegen enorm wichtig, damit wir den therapeutischen Effekt von psychedelischen Drogen auf Menschen mit psychischen Krankheiten – wie etwa Depressionen oder Abhängigkeiten – besser nachvollziehen können.

Ob Drogen, Alkohol oder Medikamente – rund 4.5 Millionen Deutsche kämpfen mit einer Sucht. Viele von ihnen suchen Hilfe in Entzugskliniken. Doch der Alltag dort ist alles andere als leicht.

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