Forscher haben zum allerersten Mal einen künstlichen Embryo im Labor gezüchtet
Sarah Harrison and Gaelle Recher, Zernicka-Goetz Lab, University of Cambridge

Forscher haben zum allerersten Mal einen künstlichen Embryo im Labor gezüchtet

vor 1 Jahr

Wissenschaftlern ist es gelungen, zum allerersten Mal einen lebensfähigen, künstlichen Embryo ohne Spermien und Eizelle herzustellen. Dazu benutzten sie zwei Arten von Stammzellen in einer Petrischale. Sie wollen damit die Anfänge des Lebens besser verstehen.

Also keine Angst, wir stehen nicht vor Baby-Manufakturen oder Organ-Farmen. Das ist nicht das Ziel des künstlichen Embryos. Vielmehr soll er helfen, zu verstehen, wie genau Leben und frühe Fehlbildungen entstehen. Und es sind keine menschlichen Embryos sondern die von Mäusen. Ein Durchbruch ist das trotzdem. Denn bisher wurde noch nie ein Embryo aus dem Nichts erschaffen – ohne Eizelle, ohne Spermien.

Die Studie von Forschern der University of Cambridge wurde jetzt veröffentlicht. Die Stammzellen haben sich in einer Art Gel aus dem 3D-Drucker entwickelt und konnten im Embryo zu frühen Formen von inneren Organen heranwachsen – wie in einem richtigen Embryo. An ihrem richtigen Platz zur richtigen Zeit.

Bisher ist das nicht gelungen, weil die Wissenschaftler nur embryonale Stammzellen herstellen konnten. Diese sind aber nur eine von drei Arten Stammzellen, die notwendig sind, damit Leben entsteht.  Die zwei zusätzlichen bilden später die Plazenta und den Dottersack und sorgen dafür, dass sich die Organe richtig entwickeln und Nährstoffe dem Embryo zugeführt werden können. Aus diesen drei entwickelt sich dann ein voll funktionsfähiger Embryo.

Nach viereinhalb Tagen hatten die Wissenschaftler lebende Embryos, die denen von Mäusen sehr ähnelten – inklusive Gewebe und frühen Formen von Organen. Nach sieben Tagen spaltete sich der Embryo in zwei Teile; die Plazenta und die eigentliche Maus – wie im echten Leben. Nach einem Drittel der Dauer einer „echten“ Mäuseschwangerschaft wurde das Experiment beendet. Ob sich der Embryo weiterentwickelt hätte, ist fraglich. Denn ab diesem Zeitpunkt hätten noch mehr bestimmte Stammzellen hinzugefügt werden müssen.

Die Forscher wollen mit ihrer Arbeit belegen, wie essentiell diese drei Arten von Stammzellen für die Embryonalentwicklung sind und wie sehr sie aufeinander aufbauen.

Kritiker sind der Meinung, die englischen Forscher hätten damit noch keinen Beweis geliefert, dass aus den Embryonen wirklich eine richtige Maus hätte entstehen können. Denn bisher ist es verboten, Embryonen länger als 14 Tage im Labor zu kultivieren.

Sollte diese Forschung aber Erfolg haben, wollen die Wissenschaftler mit der Methode irgendwann menschliche, künstliche Embryonen herstellen. Ob sich das vor einer Ethikkommission aber jemals durchsetzen kann, ist fraglich. Ziel sei, so verstehen zu können, wie Unfruchtbarkeit und frühe Fehlbildungen entstehen. Und wenn man künstliche Embryos ohne Eizelle und Spermien und ohne Gebärmutter herstellen kann, kann man diese frühen Stadien besser untersuchen.

Was heute schon möglich ist, sind Klone. Nicht menschliche, aber von Tieren. Dazu braucht es aber Leihmütter. In Südkorea lassen viele Menschen schon ihre Haustiere klonen. Wir waren so einer Klonfabrik und wollten wissen, wie das funktioniert und warum Leute das machen:

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