Wissenschaftler entdecken unerklärliche Mega-Explosion – 10,7 Milliarden Lichtjahre entfernt
NASA/CXC/Pontifical Catholic Univ./F.Bauer et al.

Wissenschaftler entdecken unerklärliche Mega-Explosion – 10,7 Milliarden Lichtjahre entfernt

vor 2 Jahren

Diese Meldung hört sich mal wieder wie der Anfang eines spannenden Sci-Fi-Thrillers an: Forscher haben auf dem fernsten Röntgenbild, das jemals von unserem Universum aufgenommen wurde, eine unerklärliche Mega-Explosion entdeckt.

Bekannt ist bisher, dass die Galaxie, in der diese Explosion entdeckt wurde, rund 10,7 Milliarden Lichtjahre entfernt von uns liegt (zum Vergleich: Die Milchstraße hat einen Durchmesser von 100.000 bis 120.000 Lichtjahre). Gesichtet wurde sie in einer Region namens „Chandra Deep Field South“ (kurz: CDF-S) im Sternbild Fornax.

Die Galaxie selbst ist auf den ersten Blick ziemlich unauffällig, aber im Oktober 2014 leuchtete sie plötzlich über einen Zeitraum von ein paar Stunden tausendfach heller als sonst. Kein astronomisches Phänomen, das die Wissenschaftler derzeit kennen, kann das erklären.

Explosion im All
Hier die Explosion, die Forscher rund 10,7 Milliarden Lichtjahre entfernt von uns entdeckt haben.
© NASA/CXC/Pontifical Catholic Univ./F.Bauer et al.

„Wir haben vielleicht ein völlig neues kataklysmisches Ereignis beobachtet. Was auch immer es war, es werden noch viel mehr Beobachtungen nötig sein, um herauszufinden, was wir gesehen haben“, erklärt Forscher Kevin Schawinski von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich.

Die geheimnisvolle Explosion war so mächtig, dass die Röntgenquelle für ein paar Minuten 1.000 Mal mehr Energie produzierte als alle Sterne in dieser Galaxie. So etwas wurde bisher noch nirgendwo im Universum beobachtet. Um welches Phänomen es sich hier handelt, wissen die Wissenschaftler nicht. Es gibt aber bereits erste Theorien: Vielleicht war es ein Gammastrahlenblitz. So ein Blitz entsteht beispielsweise bei einer Supernova oder, wenn zwei Neutronensterne verschmelzen.

Es ist möglich, dass der Blitz (wenn es denn einer einer war) nicht auf die Erde gerichtet war. Bisher wurden nur Gammastrahlenblitze beobachtet, deren Strahlen sich in Richtung Erde ausbreiteten. Die Folge: Das bereits bekannte Ereignis – der Gammastrahlenblitz – sieht auf einmal ungewöhnlich aus, weil es in dieser Form noch nicht beobachtet wurde.

Auch ein schwarzes Loch, das einen weißen Zwergstern auseinander riss, könnte so einen Blitz verursacht haben.

Ezequiel Treister von der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile zweifelt aber an diesen Theorien: „Keine dieser Theorien passt perfekt zu den beobachteten Daten. Andererseits haben wir die vorgeschlagenen Möglichkeiten bisher nur selten beobachten können, entsprechend verstehen wir sie generell nicht gut.“

Die detaillierten Ergebnisse werden in der Juni-Ausgabe der Fachzeitschrift „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“ veröffentlicht. Bei arXiv.org kann man sich das Ganze schon jetzt kostenlos ansehen.

Und wer jetzt noch wissen möchte, wie wir in Zukunft vielleicht bald alle ins All fliegen können, der sollte sich diesen Beitrag hier ansehen:

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