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Verschwörung Mondlandung

Verschwörungstheorie: Gab es die Mondlandung wirklich?

Vor mehr als 50 Jahren betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond – oder doch nicht? Verschwörungsgläubige sind sicher: Das war alles nur inszeniert. Einige ihrer angeblichen Beweise: Die Fahne flatterte, die Sterne fehlen auf Bildern. Was wirklich dahinter steckt, erfährst du hier
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Das Wichtigste zum Thema Verschwörung Mondlandung

  • Mehr als 500 Millionen Menschen sahen am 21. Juli 1969 am Fernsehbildschirm zu, wie Neil Armstrong die Oberfläche des Mondes betrat - als erster Mensch. Kurze Zeit später folgte Edwin "Buzz" Aldrin.

  • Armstrong sagte den legendären Satz: "Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit." Das Ereignis gilt als eines der größten der Menschheitsgeschichte. Bis heute ist der Mond der einzige Himmelskörper, den Menschen je betreten haben.

  • Die Mondlandung und der Flug der Apollo-11-Mission stehen im Zentrum einer der hartnäckigsten Verschwörungserzählungen. Angeblich waren Menschen gar nicht auf dem Mond und alles wurde fürs Fernsehen inszeniert.

  • Skeptiker:innen haben die Video- und Fotoaufnahmen gesichtet und vermeintliche Widersprüche entdeckt. Aber alles lässt sich wissenschaftlich erklären.

  • Die Zweifel gehen zurück auf ein Buch, das der Amerikaner Bill Kaysing 1976 veröffentlicht hat.

Theorie: So wurde angeblich die Mondlandung gefälscht

In den 60er-Jahren tobte der Kalte Krieg zwischen den USA und Russland. Die Länder lieferten sich einen Wettlauf um die Vorherrschaft im Weltall.

Das soll die USA motiviert haben, die Mondlandung zu faken. Alles sei nur Propaganda von der NASA und US-Regierung gewesen, um die eigene Überlegenheit zu demonstrieren - so die Annahmen der Zweifelnden.

Außerdem hätten die Verantwortlichen von den Protesten gegen den Vietnamkrieg und von den Unruhen nach der Ermordung Martin Luther Kings ablenken wollen.

Die NASA soll alle Aufnahmen gefälscht haben. Die Bilder seien entweder in einem Film- oder Fernsehstudio entstanden oder im militärischen Sperrgebiet Area 51 in der Wüste von Nevada.

Ins Rollen gebracht hat die Zweifel an der Mondlandung das Buch "We Never Went to the Moon: America's Thirty Billion Dollar Swindle". Autor Bill Kaysing stellt darin entsprechende Behauptungen auf. Allerdings: ohne Beweise und Quellenangaben. Vorher hatte der Mann Landwirtschafts- und Koch-Bücher geschrieben.

Die Mondlandung im Juli 1969

Mondlandung

Die Mondlandungs-Mythen in 100 Sekunden

Die Mondlandungs-Mythen in 100 Sekunden

Der erste Mann auf dem Mond, Neil Armstrong, ist bereits verstorben: Noch immer gibt es viele Menschen, die nicht an die Mondlandung der Amerikaner glauben. Was ist dran an den Verschwörungstheorien?

Indizien für eine gefälschte Mondlandung: Was ist dran?

Buzz Aldrin neben der Fahne, Neil Armstrong vor der Landefähre Eagle, die Erde vom All aus: Es gibt unzählige berühmte Fotos von der Apollo-11-Mission auf dem Mond.

Verschwörungsgläubige haben diese Aufnahmen unter die Lupe genommen. Sie suchen nach Hinweisen auf Fehler und Ungereimtheiten. Wir stellen 7 ihrer angeblichen Indizien den wissenschaftlichen Erklärungen gegenüber. Und klären falsche Behauptungen zum Mondgestein auf.

Indiz 1: Die flatternde Flagge

  • 🏳

    Die angebliche Ungereimtheit: Auf einem berühmten Foto steht Buzz Aldrin vor der flatternden US-Flagge auf dem Mond. Doch dort oben gibt es keine Atmosphäre und keinen Wind - wie kann die Fahne sich dann bewegen?

  • 🌕

    Die wissenschaftliche Erklärung: Die Fahne hing an einer Stange mit einer Querstrebe. Nach dem Aufstellen ruckelte die Stange hin und her, und die Fahne geriet in Schwingung. Wegen der geringeren Gravitation auf dem Mond dauert das Ausschwingen der Fahne länger als auf der Erde.

Indiz 2: Die fehlenden Sterne

  • Die angebliche Ungereimtheit: Auf den Fotos der Apollo-Missionen ist fast immer nur ein schwarzes All zu sehen. Wo sind die Sterne?

  • 📷

    Die wissenschaftliche Erklärung: Es ist nicht möglich, gleichzeitig einen hellen Mond und die Sterne fotografisch abzubilden. Der Kontrast war außerdem zu groß für die damaligen Filme, und es wäre eine lange Belichtung nötig gewesen.

Indiz 3: Der seltsame Schattenwurf

  • 💡

    Die angebliche Ungereimtheit: Der Schatten verläuft auf vielen Mondbildern nicht parallel, die Länge ist nicht einheitlich. Das kann nur durch künstliches Licht im Studio passiert sein, so die Verschwörungstheorie.

  • Die wissenschaftliche Erklärung: Die seltsamen Schatten hängen mit der nicht ebenen Oberfläche des Mondes zusammen. Auch die Perspektive verzerrt das Bild.

Indiz 4: Der fehlende Landekrater

  • 🌙

    Die angebliche Ungereimtheit: Warum ist auf der staubigen Oberfläche des Mondes keine Spur der Landung zu sehen? Hätte da nicht ein Krater entstehen müssen?

  • Die wissenschaftliche Erklärung: Es gab keinen Krater, weil die Landefähre nicht ganz senkrecht aufsetzte und eine geringe Landeschubkraft hatte.

Indiz 5: Mit dem Teleskop sind zurückgelassene Objekte nicht zu sehen

  • 🔭

    Die vermeintliche Ungereimtheit: Die Astronauten haben Dinge auf dem Mond zurückgelassen, unter anderem große Teile der Landefähre mit 9 Metern Durchmesser. Doch mit einem Teleskop ist davon nichts zu erkennen.

  • 🥾

    Die wissenschaftliche Erklärung: Die meisten Teleskope erkennen nur sehr große Objekte. 2009 nahm die Mondsonde Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) aber Bilder von fünf Landestellen auf. Darauf erkennt man unter anderem Instrumente und Fußabdrücke der Astronauten.

Indiz 6: Die Sprünge der Astronauten sind zu niedrig

  • 👨‍🚀

    Die vermeintliche Ungereimtheit: Die Astronauten springen nicht hoch genug. Sie kommen nur ungefähr 50 Zentimeter hoch, wie manche Bilder zeigen. Aber müssten sie nicht bis zu 2 Meter schaffen, wo doch die Erdanziehungskraft (Gravitation) auf dem Mond viel geringer ist?

  • Die wissenschaftliche Erklärung: An den niedrigen Sprüngen ist die Masse schuld, die auf dem Mond nicht geringer ist. Die Astronauten wogen mit Ausrüstung je über 160 Kilogramm. Sie sprangen aus dem Stand, und der Untergrund war sandig. Auf der Erde kamen sie unter ähnlichen Bedingungen nur wenige Zentimeter hoch.

Indiz 7: Viel zu gute Fotos von der Mission

  • 🖼

    Die vermeintliche Ungereimtheit: So gute Fotos sind bei einer solchen Mission gar nicht möglich. Die Astronauten nahmen Bilder mit Kameras ohne Sucher auf. Sie sahen nichts und drückten mit den unförmigen Handschuhen auf den Auslöser.

  • 🧤

    Die wissenschaftliche Erklärung: Die Bedienung der Kameras wurde an die klobigen Handschuhe angepasst. Die Astronauten hatten außerdem vorher auf der Erde trainiert. Darüber hinaus gab es viele schlechte Bilder, aber die hat die NASA aussortiert.

Behauptung: Das Mondgestein stammt gar nicht vom Mond

  • 🚀

    Die Behauptung: Die insgesamt 400 Kilo Mondgestein hätten nicht die Apollo-Astronauten von ihren verschiedenen Missionen mitgebracht. Das Gestein stamme von der Erde.

  • 🔍

    Die wissenschaftliche Erklärung: Das Mondgestein haben verschiedene Institute weltweit analysiert. Alle stellten fest, dass seine Zusammensetzung sowie die darin enthaltenen Mineralien so auf der Erde nicht vorkommen.

Bilder von der ersten Landung auf dem Mond

Verschwörung Mondlandung Buzz Aldrin
Buzz Aldrin auf dem Mond, fotografiert von Neil Armstrong. Im Helm spiegelt sich die...
Mondlandung Verschwörung keine Sterne
Die Mondlandefähre steuert auf den Mond zu, im Hintergrund ist die Erdkugel zu sehen...
Mondlandung Verschwörung Fahne
Neil Armstrong und Buzz Aldrin stellen die US-Flagge auf, nachdem sie auf dem Mond...
Mondlandung Verschwörung Landefähre Fahne
Neil Armstrong arbeitet am Fuß der Landefähre Eagle, die US-Flagge weht.
Mondlandung Verschwörung Fußabdruck
Der Fußabdruck von Buzz Aldrin auf dem Mond. Mit Teleskopen ist er nicht zu erkennen.
Verschwörung Mondlandung
Buzz Aldrin steht neben der Landefähre. Aber wo sind die Landekrater? Das fragen...
Die Sonde LRO hat 2009 Spuren der ersten Menschen auf dem Mond fotografiert -...
Verschwörung Mondlandung Buzz Aldrin
Mondlandung Verschwörung keine Sterne
Mondlandung Verschwörung Fahne
Mondlandung Verschwörung Landefähre Fahne
Mondlandung Verschwörung Fußabdruck
Verschwörung Mondlandung

Wann war der letzte Flug zum Mond?

  • 🌙

    Der letzte Mensch auf dem Mond war Eugene Cernan mit der Mission Apollo 17 im Dezember 1972. Alle späteren Mondprogramme scheiterten - etwa an Geld und Aufwand, geeigneten Raketen, Bedenken wegen der hohen Strahlung und weil es schlicht nicht genug lohnende Gründe gibt für eine Mond-Mission.

Fazit: Darum ist eine Inszenierung der Mondlandung unwahrscheinlich

  • Geschätzte 400.000 Menschen waren an den Apollo-Flügen ins All beteiligt – also allen Flügen zum Mond bis 1972. Apollo 17 war der letzte bemannte Flug zum Trabanten.
  • Wenn wirklich alles gefälscht wäre, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich jemand verplappert hätte.
  • Es gab viele Zeitzeugen. Eine halbe Million Menschen schaute am Fernseher zu, wie Armstrong seine ersten Schritte machte. Journalist:innen berichteten über die Vorbereitungen, den Flug, die Landung auf dem Mond und auf der Erde.
  • Der logistische Aufwand, die ganze Welt zu täuschen, wäre riesig gewesen – und sogar wahrscheinlich höher, als tatsächlich auf dem Mond zu landen.
  • Russland hatte moderne Technik wie Satelliten und Radar. Ein Täuschungsmanöver wie eine vermeintliche Mondlandung hätten Expert:innen dort sehr wahrscheinlich entdeckt - und dann ganz bestimmt öffentlich gemacht.
  • Keine der angeblichen Indizien konnte bislang bewiesen werden. Deshalb hat die Mondlandung mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit tatsächlich so stattgefunden.

Die Mondlandung - ungekürzt auf dem Kanal der NASA

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Wieso entstehen Verschwörungstheorien?

  • Verschwörungserzählungen beginnen mit Misstrauen gegenüber einer gesellschaftlichen Gruppe. Die Anhänger:innen sind sicher: Die andere Gruppe hat sich gegen sie verschworen, um ihnen zu schaden oder sie zu täuschen.
  • Das können je nachdem die USA, die NASA, Virolog:innen, Freimauerer:innen, eine geheime Weltelite, bestimmte Politiker:innen sowie Geheimdienste wie Mossad, CIA oder KGB sein.
  • Meist handelt es sich bei den Erzählungen um eine Mischung aus wenigen nachprüfbaren Fakten und vielen erfundenen Behauptungen und Geschichten. Daraus konstruieren Verschwörungstheoretiker:innen dann neue Zusammenhänge. Widersprüche ignorieren sie.
  • Neu sind Verschwörungstheorien nicht. Schon früher waren Menschen davon überzeugt, dass Hexen im Bund mit dem Teufel für Krankheiten oder Naturkatastrophen verantwortlich seien. Andere waren sicher, dass die Freimauerer:innen Mozart ermordeten.
  • Besonders oft wurden im Lauf der Geschichte antisemitische Verschwörungsmythen verbreitet. Im 14. Jahrhundert sollen Jüd:innen zum Beispiel Brunnen vergiftet und so die Pest verursacht haben.

Wie gut kennst du die bekanntesten Verschwörungstheorien? Finde es hier heraus!

Veröffentlicht: 13.09.2021 / Autor: Claudia Frickel