Dieser Diesel entsteht aus Wasser und CO2
Audi

Dieser Diesel entsteht aus Wasser und CO2

vor 4 Jahren

Für Sprit brauchen wir Erdöl. Das wissen wir alle. Doch jetzt stellt sich heraus : Das stimmt gar nicht. Wasser, Kohlendioxid und Ökostrom reichen aus. In einer Testanlage in Dresden ist es erstmals gelungen, genug „E-Diesel“ herzustellen, um ein Auto zu betanken.

Der Autohersteller Audi und das Energieunternehmen Sunfire stecken hinter dem Projekt. Seit 2009 treibt Audi die Forschung an Kraftstoffen voran, die nicht wie bisher aus Erdöl oder Erdgas gewonnen werden müssen. Gründe: Das Zeug in der Erde ist begrenzt und der Aufwand, es herauszuholen, steigt. Das Problem ist nicht gerade neu. Die Lösung im Grunde auch nicht, wir sind sogar sicher, dass wir als Kinder auch daran gedacht haben: Wir lassen unsere Autos einfach mit Luft fahren. Dafür, dass aus Luft brennbarer Treibstoff wird, sorgt dann schon die Wissenschaft. Wo ist unser Nobelpreis?

Wasserdampf bei 800 Grad

Das ganze geschieht in einem mehrstufigen Prozess. Zunächst wird Wasser in seine Bestandteile zerlegt: Wasserstoff und Sauerstoff. Das passiert in der sogenannten Hochtemperatur-Elektrolyse. Dieses etwas sperrige Wort bedeutet, dass die Techniker statt Wasser Wasserdampf unter hohem Druck verwenden. Durch diesen kleinen Trick wird es viel leichter, das Wasser in seine beiden Elemente zu trennen als sonst. Das eine Element – Sauerstoff – wird in die Umgebung abgelassen, den Wasserstoff behält man. Zum Herstellen des E-Diesels braucht man nun noch Kohlendioxid. Das ist das Gas, das wir Menschen ausatmen, und davon gibt es in unserer Atmopshäre genug. Es reagiert zusammen mit dem Wasserstoff wieder unter hohem Druck und bei großer Hitze in Synthese-Reaktoren. Und dann ensteht etwas, das einen Namen wie aus einem Science Fiction Film trägt: Blue Crude. Naja, wenigstens nicht „Unobtainium“

So ensteht E-Diesel

Audi e-diesel
So ensteht E-Diesel

Blue Crude als Vorstufe für E-Diesel und für alles mögliche

Blue Crude ist allgemein die Bezeichnung für synthetische Kohlenwasserstoffe. Es ist übrigens nicht mal blau, sondern durchsichtig. Aber das ist auch  die einzige Enttäuschung, denn aus Blue Crude lässt sich einiges herstellen. Zum einen der E-Diesel. Zum anderen E-Benzin. Und schließlich ein Wachs, aus dem sich ein Plastikersatz gewinnen ließe. Benzin und Plastik sind noch Zukunftsmusik, aber die Forscher arbeiten fleißig daran. Was nun erstmals gelungen ist, ist eben der E-Diesel.

Der hat eine Effizienz von 70 Prozent und ist sehr rein. Das heißt, beim Verbrennen fällt kein Schwefel an. Nur Kohlendioxid und Wasserdampf. Klingt zu schön, um wahr zu sein. Aber ist eben auch nicht so einfach. Zum Herstellen des E-Diesels war eine ganze Menge Energie notwendig. Wo die Enerige herkommt, das ist das eigentlich Spannende an dem Projekt: Die Sunfire-Fabrik nutzt Ökostrom.

E-Diesel darf keine Milchmädchenrechnung sein

Hauptsächlich nutzt sie den überschüssigen Strom, der von Windkraftwerken in sogenannten „Peak-Phasen“ produziert wird. Also immer, wenn so viel Wind weht, dass mehr Strom produziert wird, als die Haushalte gerade brauchen, geht der an die E-Diesel-Fabrik. Einen gesamtsytemischen Ansatz nennt das Oliver Strohbach, Sprecher für Audi in Sachen Technologie. Er möchte „Milchmädchenrechnungen“ vermeiden, bei denen an einer Stelle Energie gespart wird – nur um an anderer Stelle mehr zu verwenden. Die Grundtechnologie, Diesel zu synthetisieren ist nämlich nicht neu. Im Zweiten Weltkrieg wurde zum Beispiel über die Fischer-Tropsch-Synhtese so Treibstoff hergestellt. Aber aus Kohle, nicht aus dem Kohlendioxid der Luft und gewiss nicht aus Ökostrom.

Ein paar Jahre Geduld …

Nächster Schritt für die Forscher wird sein, den Prozess  zu verbessern und vor allem so zu skalieren, dass größere Mengen des E-Diesel hergestellt werden können. Kraftstofflieferant will Audi übrigens nicht werden. Die Forscher sind aber zuversichtlich, dass sich bald Interessenten für ihre Technologie finden werden, die den synthetischen Diesel in großen Mengen verkaufen wollen. Das wird aber noch ein paar Jahre dauern.

Bis dahin zeigen wir euch, wie Benzin auf herkömmliche Weise entsteht, wie er unsere Welt bestimmt und was an diversen Mythen rund um Benzin dran ist:

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