Programmierter Verschleiß: Software lässt Computer schneller altern
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Programmierter Verschleiß: Diese Software lässt deinen Computer schneller altern

vor 3 Jahren

Was Herstellern schon länger vorgeworfen wird – aber nie so richtig bewiesen werden kann – ist dank einer Software-Entwicklung von amerikanischen Forschern jetzt tatsächlich möglich. Künstliche Alterung von Computern bis hin zur kompletten Fern-Zerstörung.

Kurz nach der Garantie gibt das Handy den Geist auf oder wird einfach so unfassbar langsam, dass man sich doch wieder nach dem neuen Modell sehnt. Was man in der Fachsprache als „geplante Obsoleszenz“ bezeichnet wird, sorgt für immer kürzere Lebenszyklen der Geräte – und jede Menge Elektroschrott.

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Bislang brauchten die Hersteller dafür nur minderwertige Elektrobauteile verbauen, die durch ihre kürzere Lebensdauer gerade so die Garantiezeit überstanden. Was dem Forscher-Team um Professor Ramesh Karri  von der New York University jetzt aber gelungen ist, könnte das Spiel mit der Produkt-Haltbarkeit auf ein neues Level heben.

Mit ihrer Software namens MAGIC (=Malicious Ageing in Circuits/Cores) konnten sie mit gezielten Befehls-Attacken einen handelsüblichen Prozessor innerhalb von nur einem Monat an die Grenze seiner Lebensdauer bringen.

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Dabei wirkt MAGIC auf die Befehls-Pipeline des Prozessors ein, in dem geladener Maschinencode ausgeführt wird. Normalerweise erholen sich die im Prozessor verbauten Transistoren von belastenden Inputs wieder – die Software hat dies aber durch die Dauerbelastung gezielt unterbunden.

Nutzer könnten es Herstellern heimzahlen

Doch nicht nur für die Hersteller könnten diese gezielten Attacken den großen Nutzen bringen. Auch Verbraucher selbst wären nun in der Lage den Spieß umzudrehen. Sollte das Produkt doch nicht so gefallen wie erhofft, lässt man in Zukunft einfach mit ein bisschen Know-How die Elektronik von Innen zerstören. Natürlich innerhalb der Garantie-Zeit, damit der Hersteller nun für ein Ersatzgerät sorgen muss.

Außerdem wäre es in militärischer Hinsicht möglich, an andere Staaten verkauftes Kriegsgerät durch gezielte Attacken zu zerstören, sobald sie aus der diplomatischen Reihe tanzen. Der Cyberkrieg geht also in eine neue Runde.

Dass Hersteller bereits jetzt schon bei der Haltbarkeit ihrer Produkte tricksen, scheint ein ungeschriebenes Gesetz. Wir zeigen mit welcher Masche sie das schaffen und ob bestimmte Produkte besonders betroffen sind:

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