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Drohne vs. Mücke: So wollen Forscher Zika, Dengue-Fieber und Co. bekämpfen

Mit Hilfe von Drohnen soll die Anzahl von gefährlichen Stechmücken reduziert werden - das planen brasilianische Wissenschaftler. Können so Krankheiten wie Zika- oder Dengue-Fieber eingedämmt werden?
Forscher in Brasilien setzen im Kampf gegen Gelbfiebermücken auf die Hilfe von Drohnen.

Das Wichtigste zum Thema Drohnen gegen Stechmücken

  • Mücken wie die asiatische Tigermücke oder die Gelbfiebermücke können gefährliche Viren wie Dengue oder Zika übertragen.

  • Um Menschen davor besser zu schützen, testen brasilianische Forscher, wie sich solche Populationen von Mücken mit Hilfe von Drohnen dezimieren lassen.

  • So soll einer Epidemie entgegen gewirkt werden, die von Stechmücken ausgelöst wird.

Nimm dich in Acht, Gelbfiebermücke!

Einige Mückenarten gelten als gefährliche Krankheitsüberträger. Ein Beispiel: die Gelbfiebermücke. Im östlichen Brasilien verbreitet sie das Dengue-Fieber und das Zika-Virus.

2 Gelbfiebermücken


Geldfiebermücken: die Art gilt als Hauptüberträger des Zika-Virus
© (c) dpa

 

Um die Population dieser gefährlichen Mücken klein zu halten, arbeiten Forscher nun an einer neuen Methode. Sie wollen Drohnen gegen die Tiere einsetzen. Die unbemannten Flugkörper kommen derzeit bei der sogenannten Sterile-Insekten-Technik zum Einsatz.

Und so funktioniert die Sterile-Insekten-Technik

Das ambitionierte Projekt trägt den Namen "Premonition" - zu deutsch "Vorwarnung". Brasilianische Wissenschaftler züchteten in ihrem Labor etwa 200.000 sterile Männchen der Gelbfiebermücke.

Mit Hilfe von Drohnen verteilten sie die Tiere in einer ländlichen Gegend im Osten Brasiliens. Die sterilen Männchen paarten sich daraufhin mit Weibchen. Das Gute: Deren Eier brachten keine Nachkommen hervor.

Ziel der Wissenschaftler ist es, dass diese sterilisierten Mücken die zeugungsfähigen Männchen verdrängen und so auf lange Zeit sogar zum Absterben einer bestimmten Population beitragen.

Forscher in Brasilien setzen im Kampf gegen Gelbfiebermücken auf die Hilfe von Drohnen.


Forscher in Brasilien setzen im Kampf gegen Gelbfiebermücken auf die Hilfe von Drohnen.
© picture alliance/Bildagentur-online

Durch Drohnen, die die Mücken automatisch aussetzen, sei die Methode deutlich kostengünstiger, sagten die Wissenschaftler dem Fachmagazin "Science Robotics".

Damit könnte die Häufigkeit und Verbreitung der Erreger von Malaria, SARS, Dengue-Fieber, MERS, oder Zika-Fieber erfasst und sogar eingedämmt werden. Zudem kommen bei dieser Methode keine Insektengifte zum Einsatz.

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Veröffentlicht: 21.06.2020 / Autor: Benjamin Reibert