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Facebook, WhatsApp und Instagram - bald eine einzige App?

Entwickler haben im Quellcode erste Details entdeckt, die einen Zusammenschluss der 3 Messenger andeuten. Können wir also bald plattformübergreifend mit unseren Freunden chatten, ohne die App zu wechseln? Wir klären auf.
Facebook, WhatsApp und Instagram - verschmelzen die Messenger bald?

Das Wichtigste zum Thema Facebook, WhatsApp und Instagram

  • Schon seit längerem gehören Instagram und Whatsapp zum Facebook-Konzern (Facebook Inc.). Jetzt sollen die 3 Plattformen enger verzahnt werden.

  • Offenbar will Facebook seine Messaging-Dienste WhatsApp, den Facebook Messenger sowie die Chat-Funktion von Instagram in einer einzigen Anwendung vereinen.

  • Hinweise darauf haben Entwickler im Quellcode des Facebook-Messengers entdeckt, wie Recherchen des Blogs "WABetaInfo" zeigen.

  • Das heißt wir chatten bald plattformübergreifend in einer App? So einfach wird das in Deutschland nicht sein. Wir verraten dir, wieso!

Facebook und WhatsApp: Hinweise auf eine Verschmelzung

Im Quellcode des Facebook-Messengers sind mehrere Hinweise auf einen künftigen Zugriff auf WhatsApp aufgetaucht. Dabei handelt es sich um lokale Datenbankeinträge über WhatsApp-Informationen, die Facebook auf den Geräten der Nutzer erstellt.

WABetaInfo hat im Quellcode der Facebook-Messenger-App erste Hinweise für einen Zugriff auf WhatsApp-Informationen entdeckt.


WABetaInfo hat im Quellcode der Facebook-Messenger-App Hinweise für einen Zugriff auf WhatsApp-Informationen entdeckt. Dabei handelt es sich um lokale Datenbankeinträge über WhatsApp.
© WABetaInfo

 

Was sind das für Informationen?

Den Hinweisen zufolge kann der Facebook-Messenger zum Beispiel auslesen, welche WhatsApp-Kontakte von dir geblockt wurden oder ob ein Chat archiviert ist. Auch die Handynummer eines Kontaktes kann die App feststellen. Chat-Nachrichten selbst hingegen sind aufgrund der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht einsehbar.

Mit im Boot: Instagram

Chatten wir wirklich bald plattformübergreifend?

Sollte Facebook seine Pläne wirklich umsetzen, könnten Nutzer des Facebook-Messengers dann zum Beispiel mit WhatsApp-Usern chatten, ohne die App zu wechseln.

Aber: Ob am Ende alle Chats über eine App laufen oder wir uns plattformübergreifend vernetzen können, ist nicht bis jetzt nicht klar oder erkennbar. Außerdem gibt es ein paar Schwierigkeiten, insbesondere was den Datenschutz betrifft.

Probleme bei der Verschmelzung

  • 👩‍💻

    Die Verschmelzung der Messenger ist technisch sehr aufwendig - die Pläne könnten sich möglicherweise noch verzögern, verändern oder ganz verworfen werden.

  • 👨‍⚖️

    Eine Weitergabe und ein Austausch von Nutzerdaten zwischen den einzelnen Diensten ist in Deutschland nicht rechtens. Der Grund: Datenschutz. Facebook musste sich hierzulande schon Gerichtsurteilen beugen.

  • 📱

    Datenschutzrechtlich problematisch wäre es zum Beispiel, wenn Nutzer ausschließlich WhatsApp nutzen und dort ihre Handynummern hinterlegt haben, Facebook diese aber über den Messenger abgreift.

Deine Meinung ist gefragt

Hast du's gewusst?

WhatsApp gibt jetzt schon Daten an Facebook weiter, wie die Plattform offiziell auf ihrer Webseite erklärt. Dazu gehören:

 

  • die Telefonnummer, die du bei der Registrierung für WhatsApp verifiziert hast.
  • Geräteinformationen: Gerätekennung, Betriebssystem-Version, App-Version, Plattforminformation, Ländervorwahl der Mobilnummer, Netzwerkcode sowie Markierungen, die es erlauben, deine Zustimmung zu Aktualisierungen und Steuerungsoptionen nachzuverfolgen.
  • einige deiner Nutzungsinformationen, zum Beispiel wann du WhatsApp zum letzten Mal genutzt hast, wann du deinen Account registriert hast, sowie die Art und Häufigkeit deiner Nutzung von Features.

Whatsapp versichert, die Informationen seien sicher und werden nicht mit Dritten außerhalb der Facebook-Unternehmen geteilt. Die geteilten Informationen seien außerdem nicht für andere Nutzer weiterer Produkte der Facebook unternehmen sichtbar.

Veröffentlicht: 09.07.2020 / Autor: Viviane Osswald