Smartphone mit Kryptowährung

Sind Kryptowährungen das Geld der Zukunft?

Bitcoin ist die bekannteste Kryptowährung, aber längst nicht die einzige: Mehr als 8.000 sind im Umlauf. Aber wie funktionieren digitale Währungen und warum könnten sie in Zukunft die Art, wie wir bezahlen, auf den Kopf stellen?
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Das Wichtigste zum Thema Kryptowährungen

  • Kryptowährungen sind dezentrale virtuelle Währungen. Sie existieren nur als digitale Einträge in Online-Datenbanken. Münzen oder Geldscheine gibt es nicht.

  • Die Währungen basieren auf der Blockchain-Technologie. Sie funktionieren in der Regel unabhängig von Banken, sind komplex verschlüsselt und damit sehr sicher.

  • Die bekannteste Kryptowährung ist Bitcoin - sie war 2009 auch die Erste.

  • Es gibt aber auch noch Ethereum, Tether und 8.000 weitere digitale Währungen. Facebook will 2021 den Diem starten und der Digital-Euro ist geplant.

  • Digitale Währungen werden in unserem Alltag eine immer wichtigere Rolle spielen. Gleichzeitig gelten sie aber auch oft als unsichere Spekulationsobjekte.

Was unterscheidet Kryptowährungen von physischen Währungen?

Kryptowährungen haben zwar wie Münzen und Geldscheine einen Wert. Sie werden aber ausschließlich elektronisch erzeugt.

Bei physischen Währungen druckt und reguliert eine Zentralbank das Geld. Kryptowährungen sind dagegen dezentral und nicht reguliert, es gibt keine übergeordnete Instanz wie Banken.

Bei dem System kann jede:r Nutzer:in an jedem Ort Zahlungen vornehmen oder empfangen.

Bei Kryptowährungen sind alle jemals getätigten Transaktionen aller Nutzer:innen auf der Blockchain gespeichert. Jeder kann sie jederzeit einsehen, aber nicht anderen Anwender:innen zuordnen.

Wer Kryptowährungen besitzt, bleibt beinah anonym: Konten werden keine persönlichen Informationen, Wohnadressen oder Namen zugeordnet.

Physische Währungen sind theoretisch unbegrenzt herstellbar. Die Geldmenge bei vielen Kryptowährungen ist limitiert. Beim Bitcoin sind die Digital-Münzen beispielsweise auf 21 Millionen begrenzt.

Diese Menge hatte Erfinder Satoshi Nakamoto 2009 im Code von Bitcoin festgeschrieben. Das schützt unter anderem vor Inflation: Es kann nicht einfach neues Geld erzeugt werden. Ethereum dagegen ist nicht begrenzt.

Blockchain erklärt in 100 Sekunden

Als Blockchain bezeichnet man die Technologie hinter der digitalen Währung "Bitcoin". Wie genau funktioniert eine Blockchain eigentlich? Wir erklären es in 100 Sekunden.

Diese Vorteile haben digitale Währungen

  • 🏢

    Es ist keine zentrale Verwaltung notwendig. Banken und Regierungen haben keinen Einfluss.

  • 💨

    Ohne zwischengeschaltete Institutionen wie Banken kannst du sehr schnell Geld versenden, auch in andere Länder.

  • 🔒

    Weil Digitalwährungen mit Kryptografie verschlüsselt und transparent sind, sind sie sicherer und schwerer zu manipulieren.

  • 💰

    Es sind hohe Gewinne möglich.

  • 📱

    Der Zugang ist einfacher: Weltweit haben viel mehr Menschen Zugang zu Internet und Smartphone als zu Bankensystemen. Damit können sie auch Kryptowährungen nutzen.

Diese Nachteile haben digitale Währungen

  • 💸

    Kryptowährungen werden oft von Spekulanten genutzt. Wegen der fehlenden Regulationen sind zwar hohe Gewinne möglich - aber auch hohe Verluste.

  • 📉

    Der Kurs schwankt häufig stark.

  • 💵

    Es können hohe Transaktionsgebühren anfallen.

  • 📞

    Es kann niemand vermitteln oder weiterhelfen, wenn du zum Beispiel Geld an eine falsche Adresse schickst. Es ist dann weg.

  • Kryptowährungen können am Computer "geschürft" werden, das heißt Mining. Doch das kostet viel Energie und erfordert Rechenleistung. Jährlich verbrauchen Blockchain und Mining so viel Strom wie ganz Dänemark.

  • 🦹

    Weil Nutzer:innen anonym bleiben, kann das System auch für Geldwäsche verwendet werden.

Bestimmt digitale Währung bald unseren Alltag?

Viele benutzen jetzt schon beispielsweise ihre Karte oder ihr Handy zum Zahlen an der Kasse, allerdings gibt es wesentliche Unterschiede zu einer digitalen Währung, die bald unser Bargeld ablösen könnte.

Was ist eigentlich eine Blockchain?

  • Eine Blockchain ist eine verteilte, öffentliche Datenbank, die sich aus Blöcken zusammensetzt. Diese sind wie Perlen auf einer Kette aneinandergereiht.
  • Sie dient als dezentrales Peer-to-Peer-Netzwerk, bei dem die Teilnehmer:innen anonym bleiben. Sie gehört gleichzeitig niemandem und allen.
  • Es gibt keine Instanz zur Steuerung oder Überwachung.
  • Mithilfe von Kryptografie wird ein sicheres und transparentes System generiert.
  • Alle Informationen sind unveränderbar gespeichert und alle Veränderungen sind offen sichtbar.
  • Weil die Daten auf zahlreichen Rechnern gleichzeitig gespeichert werden, sind sie vor Fälschungen geschützt.
  • Das macht die Blockchain (theoretisch) betrugssicher.

Blockchain einfach erklärt

Diese Kryptowährungen gehören zu den bekanntesten

  • Bitcoin ist die älteste Kryptowährung und mit einem Marktanteil von 60 Prozent auch die größte.
  • Ethereum ist ein seit 2015 bestehendes System und die zweitgrößte Digitalwährung. Zu ihr gehört die Währung Ether: Damit sind sogenannte Smart Contracts möglich: Transaktionen laufen dann automatisiert mit Bedingungen ab. Ist ein Vertrag erfüllt, wird die Zahlung ausgelöst.
  • Bekannt sind außerdem der Binance Coin, XRP (Ripple), Dash und Litecoin.
  • Eine weitere Kryptowährung ist Tether - sie ist der größte "Stable Coin". Der Wert ist an den US-Dollar gebunden. Damit ist Tether nicht unabhängig von staatlichen Institutionen, aber stabiler, weil der Kurs weniger stark schwankt.
  • Der Diem ist eine Digitalwährung, die Facebook 2019 unter dem Namen Libra angekündigt hat. Gestartet ist sie aber noch nicht. Das soll 2021 passieren. Der Diem ist ein Stable Coin und wird an diverse staatliche Währungen gebunden.
  • Die EU testet seit 2020 den Digital-Euro. Er würde im Gegensatz zu anderen Kryptowährungen unter Aufsicht einer Zentralbank stehen und wäre deshalb stabiler. Ob und wann er eingeführt wird, ist noch offen. Auch die USA, Kanada und China arbeiten an digitalen Währungen.

Die Zukunft von Kryptowährungen

  • 💰

    In Zukunft könnten digitale Währungen verstärkt genutzt werden, um schnell und unkompliziert zu bezahlen.

  • 💶

    Staatliche digitale Währungen werden immer wichtiger, weil Bargeld an Bedeutung verliert. Das virtuelle Geld soll einen effizienteren Zahlungsverkehr ermöglichen.

  • 🎟

    Die mit Kryptowährungen verwandten Non-Fungible Token (NFT) könnten als digitale Besitzurkunde, als fälschungssicheres Ticket oder zur Authentifizierung verwendet werden.

  • 📜

    Smart Contracts könnten die Verträge der Zukunft sein: Sie treten automatisch in Kraft, wenn Bedingungen erfüllt sind - und können nicht angefochten werden.

Wie funktionieren Bitcoins eigentlich?

Ob beim Supermarkt oder im Bekleidungsgeschäft: Immer mehr Menschen zahlen inzwischen mit Bitcoins. Aber wie sicher ist diese Bezahlungsmethode wirklich?

Woher bekommst du Kryptowährungen und was machst du damit?

  • Du kannst Kryptowährungen bei verschiedenen Plattformen kaufen.
  • Dafür hast du 2 Möglichkeiten: Du tauschst dein "Fiat-Geld" bei Kryptobörsen um. Mit Fiat-Geld sind physische Währungen wie Euro oder Dollar gemeint.
  • Sei aber vorsichtig und vergleiche die Konditionen und Kurse bei den Börsen genau - sie unterscheiden sich teilweise deutlich. Als seriös gelten beispielsweise Coinbase und eToro.
  • Die 2. Option: Du kaufst Kryptowährungen auf Marktplätzen direkt von einer Privatperson, ohne Zwischenhändler. Das geht zum Beispiel bei der deutschen Seite Bitcoin.de.
  • Die aktuellen Kryptowährungskurse kannst du bei CoinMarketCap ansehen.
  • Du kannst das digitale Geld ausschließlich in einer Wallet aufheben, das ist eine Art App. Vergib ein starkes Passwort und merke es dir gut, sonst ist das Geld weg.
  • Über die Wallet kannst du Geld senden, empfangen oder sparen.
  • Du kannst bei vielen Diensten und Webseiten auch mit Kryptowährungen bezahlen, zum Beispiel bei Expedia, Tesla, Microsoft, Paypal oder Lieferando sowie in den USA bei Amazon. Aber auch manche Cafés nehmen Bitcoin an. Wikipedia und Greenpeace akzeptieren Bitcoin-Spenden.
Veröffentlicht: 19.06.2021 / Autor: Claudia Frickel