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Tanker - Jemen - Katastrophe

Droht eine neue Öl-Pest? Hier kommt Rettung für Meere in Not

Vor dem Jemen droht eine neue Öl-Pest. Im Clip und auf dieser Seite stellen wir dir Erfindungen vor, die im Kampf gegen Öl-Teppiche eingesetzt werden und verraten dir, wie du helfen kannst.
Droht eine neue Öl-Pest? Hier kommt Rettung für Meere in Not
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Das Wichtigste zum Thema Öl-Pest

  • 104 Millionen Dollar würde die Rettung kosten. Vor der Küste des Jemens rostet der Tanker "Safer" mit 175 Millionen Liter Öl an Bord vor sich hin . Der umgebaute Tanker wurde als schwimmendes Lager genutzt, aber nicht gewartet.

  • Um einen Teil der Summe zusammenzubekommen, starteten die Vereinten Nationen im Juni 2022 eine Crowdfunding-Aktion. Strömt das Öl aus, verpestet es Meer und Küste. Tiere und Pflanzen sterben.

  • Immer wieder breitet sich die Fracht von Öl-Tankern in giftigen Teppichen aus. Neben schwimmenden Barrieren, die eine Öl-Pest eindämmen, arbeitet die Wissenschaft mit weiteren Methoden, um Katastrophen zu verhindern. Willst du mehr wissen? Lies weiter.

  • Außerdem erfährst du mehr über die Lage vor der jemenitischen Küste, und wie du spenden kannst. Wir erklären, warum Tanker immer wieder Öl verlieren, und zeigen dir einige der schlimmsten Öl-Katastrophen.

Der unsichere Tanker "Safer"

Die nächsten Stürme könnten das Ende des Tankers "Safer" bedeuten. Er ist ein FSO-Tanker, also schwimmendes Lager und Verlade-Station für Öl. Der Bürgerkrieg im Jemen verhindert die Wartungsarbeiten seit 2015. Rost zerfrisst das Schiff, Baujahr 1976. Es ist eine Frage der Zeit, wann sich die 175 Millionen Liter Öl ins Meer ergießen und das gesamte Ökosystem vergiften. Die Menge würde zur fünftgrößten Tanker-Öl-Pest der Geschichte führen.

Das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) hat sich deshalb für eine beispiellose Crowdfunding-Aktion entschieden. Für das Abpumpen des Öls und die langfristige Installation eines sicheren Lager- und Verlade-Terminals vor Ort fehlen Millionen. Die OCHA will nun fünf Millionen Dollar im Netz sammeln, um die dringlichsten Schritte zum Verhindern der Katastrophe einzuleiten. Weiteres Geld soll von Großspendern kommen. Die Aufräum-Arbeiten nach einer Öl-Pest würden 20 Milliarden Dollar kosten.

Vergiftet das Öl die Meere, führt das nicht nur zum Sterben zahlreicher Tiere und Pflanzen, sondern auch zu einer humanitären Katastrophe. Die Bevölkerung des Jemens leidet schon unter den Folgen des jahrelangen Krieges. Die Vergiftung ihrer Ressourcen und die Verschmutzung der Luft würden unter anderem zu weiteren Hungersnöten führen. Die Fischerei würde erliegen. Es kann bis zu 25 Jahre dauern bis sich die Fisch-Bestände erholen.

Teure Pläne: Die Rettung der "Safer"

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Die Dynamik einer Öl-Katastrophe

Das Verhalten von ausgelaufenem Öl auf dem Meer

Die Grafik zeigt, wie sich ausgelaufenes Öl im Meer über die Zeit hinweg ausbreitet und sich der Zustand des Öl verändert und verschlimmert.

Der Schrecken der Öl-Pest

Immer wieder schlagen Tanker Leck oder havarieren. Die Folgen für das Ökosystem sind verheerend. Seevögel, Fische, und Meeressäuger, wie Wale oder Robben, verenden im schwarzen giftigen Schlamm. Pflanzen und Riffe sterben ab. Klumpen schwemmen an Land und verseuchen ganze Küstenstreifen.

Selbst, wenn das Öl aufgeräumt oder für uns nicht mehr zu sehen ist, richtet es noch Schaden an. Ein Teil der giftigen Gase verbreitet sich in der Luft. Teile des Öl-Teppichs sinken Richtung Meeresboden. Sie schädigen die Tiere und Pflanzen in den tieferen Regionen und verseuchen das Wasser weiterhin.

Katastrophe - Oel - Südafrika


Rettung in letzter Minute: Hilfskräfte evakuieren Pinguine in Südafrika. Ein Frachter hatte vor der Küste Öl verloren. Die Behörden beschlossen, die Pinguine in einem Gehege vor den herannahenden Öl-Massen in Sicherheit zu bringen. Zuvor mussten bereits über 2.000 der Vögel ölverschmiert gereinigt werden.
© picture-alliance / dpa | epa afp Anna Zieminski

Ist das Öl erst einmal ausgelaufen, kann nur noch von Schadensbegrenzung die Rede sein. Reparieren lässt sich nichts mehr. Dies sollte eher mit den Tankern oder Öl-Plattformen im Voraus geschehen. Denn neben schlechten Wetterbedingungen oder Unfällen wie Explosionen sind vor allem die schlechten Zustände der Tanker das Problem. Viele fahren unter der Flagge von Ländern, in denen die Sicherheits- und Wartungs-Bestimmungen nicht so streng sind.

Rettung naht! Hilfen gegen die Öl-Pest

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    Schwimmende Barrieren: Schwimmende Schranken verhindern ein Ausbreiten des Öl-Teppichs, und dass er an die Küste gelangt. Oft hängen Vorhänge von den Schwimm-Körpern in die Tiefe. Ist das Öl eingedämmt kann es sich sammeln und unter anderem mit Hilfe von Chemikalien verdicken, was das Abflammen, Abschöpfen oder Aufsaugen mit Robotern erleichtert.

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    Bakterien: Chemikalien sind ihrerseits problematisch für die Umwelt. Da scheinen öl-abbauende Bakterien verträglicher. Diese kommen natürlich in den Meeren vor. Sie bauen aber sonst nicht diese großen Mengen von Öl ab, müssten also verstärkt gezüchtet und in der Masse eingesetzt werden. Dazu laufen verschiedene Studien.

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    Menschenhaar: Bereits bei mehreren Öl-Katastrophen wurden Haar oder Felle eingesetzt. Die Materialien saugen das Öl nicht auf, binden es aber an ihrer Oberfläche. So können Öl-Teppiche eingedämmt und abgeschöpft werden. Der Vorteil: Haar bindet rund das Neunfache des Eigengewichts an Öl und kann auch mehrmals verwendet werden.

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    Wachswatte: Neben Schwämmen kann auch Wachswatte eingesetzt werden. Sie saugt fast das Siebenfache ihres Gewichts an Öl auf. Aktivist:innen nutzen sie bereits im Nigerdelta zur Öl-Reinigung. 2017 bescherte sie ihrem deutschen Entdecker den "Europäischen Erfinderpreis". Wachswatte bindet Öl und weist Wasser ab, ist umweltfreundlich und recyclebar. Gereinigtes Süßwasser soll danach wieder Trinkwasserqualität haben.

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    Zucker: Amerikanische Forschende haben natürliche Zuckerverbindungen getestet, die das Öl in ein zähflüssiges Gel verwandeln. Damit kann das Öl nicht nur leichter abgeschöpft werden. Nach dem Einsammeln lassen sich der Gelator und das Öl einfacher trennen. Das rückgewonnene Öl kann sogar wiederverwertet werden.

Grenzenloser Schaden: Die berühmtesten und schlimmsten Öl-Katastrophen

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Veröffentlicht: 02.09.2022 / Autor: Sven Hasselberg