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Spurhalter und Reifensensor: Diese Gadgets upgraden dein altes Auto

Du liebst Assistenzsysteme, digitale Spielereien, willst ein virtuelles Cockpit, hast aber kein Geld für einen Neuwagen? Mit diesen Gadgets kannst du dein altes Auto in die Zukunft katapultieren. Doch Vorsicht: Nicht alles ist erlaubt.
Teaserbild: Spurhalter und Reifensensor: Diese Gadgets upgraden dein altes Auto

Diese (günstigen) Gadgets machen das Autofahren leichter

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    Assistenzsysteme: Für 90 Euro gibt es schon eine Rückfahrkamera. Diese kannst du an den Kennzeichenhalter kleben. Sie verbindet sich mit einem LCD-Monitor im smarten Rückspiegel. Der ist mit Haltegummis befestigt. Außerdem besitzt das Gadget einen Spurhalteassistenten und Auffahrwarner.

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    Reifendruck-Sensor: Einen kleinen Monitor an den Zigarettenanzünder anschließen und vier passende Sensoren an den Reifen anbringen - fertig. Auf dem Display siehst du dann deren Druck und Temperatur. Das Set gibt es für rund 50 Euro.

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    Virtuelles Cockpit: Hierfür schließt du den OBD2-Adapter für gerade mal 3 Euro an die entsprechende Autosteckdose. Der leitet per Bluetooth alle Infos aus dem Auto an dein Handy weiter. Mit Hilfe einer kostenlosen App entsteht so dein neues Cockpit.

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    GPS-Tracker: Für circa 60 Euro findest du Geräte, die dir helfen, dein Auto wiederzufinden, wenn du vergessen hast, wo es geparkt ist. Du rufst mit dem Handy den Tracker an und bekommst dann eine SMS mit den Koordinaten.

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    Starthilfe: Damit die Autobatterie auch immer genügend Saft hat, gibt es für gut 70 Euro ein tragbares Starthilfeset. Prüfe immer, ob es nur für Benziner oder auch für Diesel geeignet ist. Dank Quick-Charge und USB-Schnittstelle können einige Sets auch mobile Geräte wie dein Handy oder eine Kamera laden.

Doppelcheck bei Recht und Versicherung

Wird ein Gadget im Auto fest verbaut, musst du darauf achten, dass dies legal ist. Die allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) der Teile sowie des Wagens muss gesichert sein. Die erlischt unter anderem, wenn dadurch Verkehrsteilnehmer gefährdet werden könnten. Auch stärkerer Lärm kann ein Grund sein.

Nach jeder Veränderung muss ein Sachverständiger, beispielsweise vom TÜV oder der Dekra, das Auto abnehmen. Die Veränderungen trägt er dann in den Fahrzeugbrief ein. Die ABE-Scheine für verbaute Teile solltest du dann immer dabei haben. Bei Polizeikontrollen muss du sie vorzeigen. Auch bei smarten Gadgets solltest du dich versichern, ob deren Gebrauch erlaubt ist.

Die Kfz-Versicherung solltest du ebenfalls von jedem Umbau unterrichten. Gut zu wissen: Eventuell steigt dadurch die Prämie.

Erlischt die Betriebserlaubnis, geht der Versicherungsschutz verloren. Geschieht ein Unfall, kann die Versicherung das Geld von dir zurückfordern, wenn du das Aufrüsten nicht gemeldet hast.

Auch Kaskoversicherungen bezahlen im Schadensfall nur aufgelistete Bauteile. Hier kann es auch beim Pimpen zu Problemen kommen, wenn beispielsweise ein Auffahrunfall durch ein nicht genehmigtes Gadget geschieht. Also immer vorher die Versicherung kontaktieren und befragen.

Geprüfte Sicherheit im Blick

Willst du ein elektronisches Gadget im Auto nutzen, solltest du auf die Sicherheit achten. Verschiedene Prüfzeichen bestätigen sie dir. Neben den bekannten TÜV- oder Dekra-Zeichen, gibt es noch andere Siegel. Wir erklären sie dir:

  • GS-Zeichen: Das GS-Zeichen belegt, dass eine unabhängige Prüfstelle die technischen Anforderungen an die Sicherheit untersucht hat. Es ist für 5 Jahre gültig. Das Produktsicherheitsgesetz fasst die Regeln dafür zusammen.
  • CE-Zeichen: Das CE-Zeichen ist kein unabhängiges Prüfzeichen. Der Hersteller garantiert damit lediglich selbst, dass er die europäischen Richtlinien einhält. Dennoch muss jedes Produkt, das in der Europäischen Union verkauft wird, damit gekennzeichnet sein.
  • VDE-Zeichen: Das VDE-Prüf- und Zertifizierungsinstitut verleiht dieses Zeichen an Elektrogeräte, die den geforderten Normen entsprechen. Das Institut untersucht unter anderem die elektrische, thermische und mechanische Sicherheit. Die Gefahr durch Giftstoffe steht ebenfalls auf dem Prüfstand.
  • ENEC-Zeichen: Die Prüfstellen der Europäischen Union haben dieses Zeichen für die Einhaltung europäischer Sicherheitsnormen vereinbart. Getestet werden dieselben Kriterien wie beim VDE-Zeichen.
  • EMV-Zeichen: Das EMV-Zeichen bestätigt, dass ein Gerät die Vorschriften zur Funkstörgrenze einhält.

Nicht ohne meine Navi! Darauf achten die Deutschen beim Autokauf

Bitkom

Das Wichtigste zum Thema Autogadgets

  • "Pimp" bedeutet auf Englisch Zuhälter. Pimpen heißt ursprünglich "als Zuhälter tätig sein". Heute steht es für "etwas auffälliger gestalten" oder "technisch aufmotzen". Beim Tuning ändert man die Mechanik, Elektronik, Akustik, Optik zum Beispiel die Leistung, Federung oder Karosserieform. Auf Englisch bedeutet "to tune" so viel wie "in Einklang bringen".

  • Beim Autokauf achten 93 Prozent der Deutschen auf integrierte Navigationssysteme. Auf den Kaufpreis oder die Umwelteigenschaften, wie den Verbrauch, schauen etwas weniger: 91 Prozent.

  • 28 Prozent der Deutschen ist eine moderne technische Ausstattung im Wagen wichtig, die den Zugriff auf Streamingdienste oder Soziale Netzwerke ermöglicht.

  • Der weltweite Umsatz für Autos mit Internetzugang wird für 2021 auf fast 81 Milliarden US-Dollar geschätzt. Damit würde er sich seit 2016 verfünffachen. Gut 71 Milliarden davon entfallen auf die Hardware. 8 Milliarden sollen Infotainment-Services erbringen. 19 Prozent der Neuwagen verfügten 2019 in Deutschland bereits über Internetzugang.

Quellen: Statista; GfK; Bitkom; Duden

Veröffentlicht: 29.01.2020 / Autor: Sven Hasselberg

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