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Neue Whatsapp-AGB: Was der Messenger über dich weiß

Whatsapp führt neue Datenschutz-Richtlinien und Nutzungsbedingungen ein - gibt den Nutzern jetzt aber drei Monate mehr Zeit, dem zuzustimmen. Was dahinter steckt, warum Europa einen Vorteil hat und welche Messenger-Alternativen es gibt.
Neue Whatsapp-AGB: Was der Messenger über dich weiß0

Das Wichtigste zum Thema Neue Whatsapp-AGB

  • Mit über 2 Milliarden Usern ist Whatsapp weltweit der beliebteste Messenger-Dienst gefolgt vom Facebook-Messenger (1,3 Milliarden).

  • Das könnte sich nun aber ändern: Der Messenger will neue Datenschutz-Regeln einführen.

  • Eigentlich sollten Whatsapp-User bis zum 8. Februar der neuen Richtlinie zustimmen, um den Messenger weiter nutzen zu können. Viele Nutzer sind allerdings skeptisch, was durch die Änderungen mit ihren Daten passiert.

  • Nach Kritik und einer Abwanderung von Nutzern verschiebt Whatsapp nun die Einführung der neuen Richtlinie auf den 15. Mai. Begründung: Whatsapp will die Zeit nutzen, um falsche Informationen und Missverständnisse rund um das Update auszuräumen.

  • 2014 kaufte Facebook alias Mark Zuckerberg Whatsapp - für 19 Milliarden Dollar. Auch Instagram gehört seit 2012 zum Facebook-Imperium.

  • Durch die Änderungen fürchten viele User, dass noch mehr Daten an Facebook und Co. weitergegeben werden - auch für Werbezwecke.

  • Was weiß Whatsapp eigentlich über dich und warum gibt es Unterschiede bei den Regelungen zwischen Europa und dem Rest der Welt?

Was steht in den neuen AGB? - und warum gelten sie nicht in der EU?

Whatsapp überrascht immer wieder mit Neuerungen - wie neuen Emojis, Video-Calls mit mehreren Teilnehmern oder dem Darkmode - und zuletzt mit neuen Datenschutz-Regelungen. In diesen geht es auch darum, wie und welche Whatsapp-Daten an Facebook übermittelt werden - und was Facebook damit anstellt.

Das kam bei vielen Nutzern nicht gut an. Sie reagierten mit einer starken Abwanderung zu alternativen Messengern wie Telegram oder Signal (mehr dazu unten auf der Seite). Whatsapp hat daraufhin entschieden, die angekündigte Einführung der neuen Regeln um gut 3 Monate zu verschieben. 

Werden die Daten für individualisierte Werbung missbraucht?

In Europa gelten strengere Datenschutz-Bestimmungen als in den anderen Ländern. 2018 legten die EU und Whatsapp fest, was der Konzern darf und was nicht. Whatsapp darf zum Beispiel keine Daten an Facebook weiterleiten, um auf dich zugeschnittene Werbung dort auszuspielen.

Internationale User können nicht mehr entscheiden

Whatsapp hat 2 verschiedene Datenschutz-Bestimmungen: eine für Europa und eine für den Rest der Welt. In den internationalen Bestimmungen taucht mit der Änderung eine entscheidende Frage nicht mehr auf: Die, ob der User zustimmt, dass WhatsApp Daten zu Werbezwecken mit Facebook teilt. Außerhalb der EU fließen allerdings schon seit 2016 einige Nutzerdaten zu Werbezwecken an Facebook .

Wieso hat Whatsapp die Deadline verschoben?

Der Messenger begründete die Verschiebung der Deadline mit der Aussage, dass falsche Informationen über die neuen Datenschutz-Regeln verbreitet worden seien. Die wolle man bis Mitte Mai verstärkt ausräumen.

Laut WhatsApp geht es bei den Änderungen vor allem darum, bessere Möglichkeiten für Kommunikation mit Unternehmen zu schaffen. An der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, mit der Chat-Inhalte nur für die teilnehmenden Nutzer sichtbar sind, werde nicht gerüttelt. Es gehe auch nicht um eine erweiterte Daten-Weiterleitung an Facebook.

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Was ist eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung?

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Whatsapp, was weißt du eigentlich über mich? Diese Daten werden offiziell erhoben

  • 💡

    Whatsapp weiß, ...

  • 🔢

    Welche Nummer du hast

  • 🖼️

    Welches Profilbild du nutzt

  • 👋

    Welche Kontakte in deinem Handy gespeichert sind

  • 🗺️

    Welche Standort-Aktivitäten du machst

  • 📱

    Welches Handy du benutzt

  • 🌐

    Mit welchem Betriebssystem es läuft

  • Wie voll dein Handy-Akku ist

  • 📶

    Wie es um dein Mobilfunknetz steht

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Keine Lust mehr auf Whatsapp? Hier sind ein paar Alternativen

  • 🙈

    Telegram: Zwar kann der kostenlose Messenger fast das Gleiche wie Whatsapp, sein Sicherheits-Versprechen hält er aber offenbar nicht: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist kein Standard. Zudem ist die App nicht quelloffen - wodurch man nicht sicher sein kann, ob die Entwickler auch keine Schlupflöcher verbaut haben.

  • 💬

    Wem Datenschutz wichtig ist, für den wäre Threema daher vielleicht eine bessere Wahl. Der Schweizer Instant-Messaging-Dienst war einer der ersten, der die sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verwendete. Inzwischen ist die App auch komplett quelloffen. Sie kostet dich einmalig 3,99 Euro.

  • 🔢

    Sicher und zudem kostenlos ist Signal. Datenschützer und Sicherheitsexperten empfehlen den kalifornischen Messenger immer wieder. Nachrichten zerstören sich mit nur einem Klick selbst. Zur Identifizierung musst du deine Rufnummer angeben.

  • 🙋‍♀‍

    Mit Wire kannst du Nachrichten und Dateien in mehreren Profilen gleichzeitig verschicken. Der kostenfreie Messenger aus der Schweiz ist außerdem durch europäische Server und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sicher. Nachteil wie bei vielen der Alternativen: Noch nutzen wenige die App.

Nutzt du Whatsapp oder einen alternativen Messenger?

Veröffentlicht: 18.01.2021 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau