Rauchen – Fakten, Folgen & Entzug

In Deutschland gehört Rauchen noch immer zu den häufigsten Lastern. Fast ein Drittel der Deutschen greift regelmäßig zur Zigarette. Immerhin sind sich viele der Raucher ihres Lasters und den damit verbundenen gesundheitlichen Risiken durchaus bewusst. Denn Rauchen gilt als eine der berüchtigsten Ursache für Lungenkrebs, Herz-Kreislaufprobleme und vielen weiteren Krankheiten. Mit dem Rauchen aufhören zu wollen, ist jedoch das eine – der wirkliche Entzug dann das andere. Auf dieser Seite wollen wir dich darüber informieren, wie es wirklich ist, mit dem Rauchen aufzuhören, welche negativen aber auch positiven Phasen der Körper nach einem Rauchstopp durchläuft und mit welchen Tipps du die Rauchentwöhnung tatsächlich schaffen kannst. Außerdem erfährst du hier viele weitere interessante Fakten rund ums Rauchen bzw. Nichtrauchen.

 


 

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Rauchen aufhören

Du willst mit dem Rauchen aufhören? Diese Tipps steigern die Erfolgschancen

„Rauchen aufhören ist toll“ haben sie gesagt, „Rauchen aufhören macht frei“ haben sie gesagt… Doch in Wahrheit plagen einen nach dem Rauchstopp Frust, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und man ist gereizt ohne Ende. Und irgendwo in der Schublade lauert noch immer eine angebrochene Schachtel Zigaretten und flüstert mit verlockender Stimme „Du musst dich nicht quälen, rauch doch einfach Eine…“.
Jetzt heißt es für den angehenden Nichtraucher, sehr stark zu sein. Niemand behauptet, dass es einfach ist, mit dem Rauchen aufzuhören. Es ist ein Kampf gegen sich selbst, gegen den inneren Schweinhund. Und nur die wenigsten gewinnen ihn. Nicht umsonst liegt die Rückfallquote bei 97 Prozent! Umso stolzer darf derjenige auf sich sein, der den gewaltigen Schritt vom Raucher zum Nichtraucher tatsächlich schafft. Wenn nun aber jene heftigen Entzugserscheinungen auftreten, steht man ihnen nicht wehrlos gegenüber – jedenfalls nicht mit diesen Tipps.

1. Was hilft gegen die ersten heftigsten Entzugserscheinungen?

Das eigentliche Suchtmittel in den Zigaretten ist das Nikotin. Werden die Entzugserscheinungen zu stark, helfen nikotinhaltige Präparate wie Nikotinpflaster oder Nikotinkaugummi. Laut Studien helfen die Präparate allerdings nur kurzfristig – und mittelfristig halten sie kaum einen Raucher vom erneuten Griff zur Zigarette ab. Aus diesem Grund setzten Raucher ihre Hoffnungen vermehrt auf E-Zigaretten, denn dadurch hören sie zwar nicht zum Rauchen auf, vermeiden aber zumindest das Inhalieren der krebserregnden Stoffe von Tabakzigaretten.

2. Was tun, wenn das Verlangen nach der Zigarette zu stark wird?

Suche Ablenkung! Mache Sport, frönen deinem Hobby, gehe ins Kino, spiele Tetris oder putze die Wohnung – Hauptsache du tust irgendwas, was dich vom Rauchen ablenkt. Ach ja, und meide deine alten Raucherecken.

3. Was tun gegen Reizbarkeit durch die Rauchentwöhnung?

Negativ angestaute Energie braucht ein Ventil, hierfür eignen sich am besten viel Bewegung und Ausdauersport. Zum „Runterkommen“ empfehlen sich außerdem Entspannungsübungen wie Autogenes Training und Yoga. Auch gute Gespräche mit Freunden und dem Partner können über frustrierende Phasen beim Rauchentzug hinweghelfen.

4. Was tun gegen Müdigkeit und Schlaffheit aufgrund des Nikotinentzugs?

Was du während der Rauchentwöhnung brauchst, ist besonders viel Schlaf. Er hilft gegen die ständige Müdigkeit hinweg und hat noch einen willkommenen Nebeneffekt: wer schläft, raucht nicht. Außerdem ist es im Alltag sinnvoll, öfter mal kleinere Pausen einzulegen – nur eben keine Zigarettenpause.

5. Was tun gegen Konzentrationsprobleme?

Viele Raucher nutzen den Nikotinschub quasi als Aufputschmittel fürs Gehirn und kämpfen nun als Nichtraucher mit Konzentrationsproblemen. Die werden aber nicht von Dauer sein. Verschiebe wenn möglich wichtige Aufgaben, falls du gerade ein Tief haben. Mute dir nicht zu viele To Do‘s auf einmal zu und mache dazwischen genügend Pausen. Dabei kann man ruhig auch mal die Gedanken schweifen lassen und an etwas Schönes denken. Gehe außerdem mittags mal an die frische Luft, um den Kopf von der Tristesse frei zu bekommen.

6. Was tun gegen die plötzlichen Heißhungerattacken?

Auch gegen den Heißhunger helfen wie beim Verlangen nach Zigaretten vor allem Ablenkung und Sport. Gegen ein starkes Hungergefühl nützt zudem viel Trinken, als Getränke sollten dabei vor allem Wasser, ungezuckerte Tees und schwarzer Kaffee in Betracht kommen. Darüber hinaus Kannst du dir gegen Heißhungerattacken gesunde Snacks vorbereiten, etwa Obst oder Gemüse-Sticks.
Wenn du isst, kaue langsam. Je mehr du dein Essen genießt und je langsamer dies geschieht, desto eher stellt sich das Sättigungsgefühl ein. Und für alle Fälle: habe stets ein Päckchen Kaugummi in der Tasche, Kaugummi kauen lenkt ebenfalls etwas vom Hunger und dem Verlangen nach Zigaretten ab.

7. Was tun gegen Frustration und Selbstzweifel

Der Kampf gegen den inneren Schweinehund gleicht einem langen Marathonlauf, der nur leider viel länger andauert. Immer wieder kommen Momente auf, in denen man den langwierigen und schweren Kampf gegen die Nikotinsucht in Frage stellt. Greife dennoch nicht einfach leichtfertig zur Zigarette. Mache dir im Vorfeld eine Motivationsliste, worauf du notierst, warum du mit dem Rauchen aufhören willst und nimm dir diese in schwachen Momenten zur Hand.
Sei zudem stolz auf das bereits Erreichte, mit jedem weiteren Tag kommst du deinem großen Ziel – einem gesünderen Leben als Nichtraucher – etwas näher. Und belohne dich für deine Fortschritte. Finanziert hast du deine Belohnung ja bereits – nämlich mit dem Geld, was du nun bei den Zigaretten einsparst.

 

 

Nach dem Aufhören mit dem Rauchen – diese Phasen durchläuft der Körper

Eine Zigarette dauert je nach Zug zwischen 5 bis 7 Minuten – und genau um diese 5 bis 7 Minuten verkürzt der glimmende Sargnagel auch die Lebenszeit des Rauchers. Somit kostet die berühmte eine Schachtel am Tag über ein Jahr gesehen rund 35 Tage Lebenszeit. Man könnte auch rechnen, dass ein Raucherjahr nicht mal elf Monate lang ist.

Andererseits honoriert der Körper das Aufhören mit dem Rauchen innerhalb kürzester Zeit mit positiven Signalen, die wir hier mal zeitlich aufbereiten.

 

Wo das Rauchen in Deutschland verboten ist

Als Raucher hat man es in der heutigen Zeit gar nicht so leicht, seine Glimmstängel zu konsumieren, denn eigentlich ist das Rauchen fast überall verboten – mal abgesehen von den eigenen vier Wänden und im eigenen Auto… und selbst für Letzteres gibt es zahlreiche Befürworter, dies zu ändern. Grund für die zahlreichen Einschränkungen sind vor allem die so genannten Nichtraucherschutzgesetze in Deutschland. Es soll Nichtraucher davor schützen, passiv mitzurauchen. Nichtrauchergesetzte sind zum Teil Bundesrecht und zum Teil Ländersache. Es gibt aber auch verhängte Rauchverbote, um die Umwelt zu schützen oder um leicht entzündliche Orte wie Wälder vor Feuer zu bewahren.

Was das Bundesrecht in Bezug aufs Rauchen regelt

Das Bundesrecht verbietet das Rauchen in allen öffentlichen Verkehrsmitteln sowie dessen Aufenthalts-Lokationen. Darunter fallen Flugzeuge, Eisenbahnen, S- und U-Bahnen, Straßenbahnen, Busse, Taxis usw. Ausnahmen sind lediglich speziell als Raucherbereiche ausgewiesene Zonen auf Bahnhöfen und Flughäfen.

Ebenfalls Rauchverbot herrscht an allen öffentlichen Einrichtungen des Bundes, also Behörden, Ämter, Dienststellen und dergleichen. Auch hier gilt, dass in den Gebäuden eigene Räume für Raucher eingerichtet werden können.

Im Gegensatz zu früher ist außerdem der Arbeitsplatz längst Tabuzone für Qualm und Dunst. Zwar dulden viele Arbeitgeber die Raucherpausen und stellen mitunter eigene Raucherbereiche zur Verfügung, aber am Arbeitsplatz selbst ist Rauchen schlichtweg verboten.

Zu guter Letzt verbietet das Bundesrecht außerdem Jugendlichen das Rauchen sowie den Erwerb von Tabakwaren. Seit dem 1. September 2007 darf an junge Menschen unter 18 kein Tabak egal welcher Art abgegeben werden und sie dürfen in der Öffentlichkeit nicht rauchen. Davor lag die Grenze bei 16 Jahren.

Was das Länderrecht in Bezug aufs Rauchen regelt

Etwas komplexer sieht es beim Länderrecht aus, weil grundsätzlich jedes Bundesland seine Nichtraucherschutzgesetze selber stricken kann. Mit wenigen Ausnahmen gilt aber, dass in Behörden. Ämtern, Dienststellen, Krankenhäuser, Pflegestellen, Schulen, Kindertagesstätten, Sport- und Schwimmhallen, Discotheken und Gaststätten das Rauchen grundsätzlich untersagt ist. Während jedoch manche Bundesländer ein striktes Rauchverbot an den genannten Stätten verhängen, schaffen andere Bundesländer oft zumindest Bereiche, an denen das Rauchen unter bestimmten Voraussetzungen gestattet ist.

Am kontroversesten diskutiert wurde hierzulande wohl das Rauchen in Gaststätten. Aktuell gilt für Lokalitäten in den drei Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und im Saarland ein absolutes Rauchverbot. In den 13 anderen Bundesländern gibt es hingegen Ausnahmeregelungen. So darf etwa ein Wirt in seiner Gaststätte einen Nebenraum als Raucherbereich ausweisen. Kleine Einraumkneipen unter 75 m² dürfen sich unter bestimmten Bedingungen zu einem Raucherlokal deklarieren.

E-Zigarette als Wundermittel zur Rauchentwöhnung?

Rund 97 Prozent aller Raucher, die versuchen mit dem Rauchen aufzuhören, erleiden innerhalb der ersten sechs Monate einen Rückfall und greifen wieder zur Zigarette. Und mit der Hilfe von nikotinhaltigen Präparaten wie Nikotinpflaster zur Raucherentwöhnung – eine so genannte Nikotinersatztherapie (NET) – steigert die Quote nicht merklich. Viele Raucher greifen deshalb zur E-Zigarette, weil sie damit die Entzugserscheinungen des Nikotins in Schach halten, ohne dabei die schädlichen Nebenstoffe des Tabaks mit zu inhalieren.

Das deutsche Krebsforschungszentrum will den E-Zigaretten allerdings keinen Freifahrtschein für eine gesundheitliche Unbedenklichkeit ausstellen und gab im Jahre 2014 folgende Stellungnahme ab:

„Nikotin macht abhängig, fördert das Wachstum bestehender Tumoren und steht im Verdacht, Krebs zu erzeugen. Zudem schädigt Nikotin während der Schwangerschaft das Ungeborene. Es besteht die Gefahr einer Überdosierung für Konsumenten, die zu häufig hintereinander tief inhalieren und es besteht eine Vergiftungsgefahr für Kinder, wenn diese die Fläschchen mit den nikotinhaltigen Liquids probieren. Propylenglykol ist für den oralen Gebrauch als unbedenklich eingestuft, doch Studien zur Gefährdung durch Inhalation von Propylenglykol im E-Zigaretten-Aerosol fehlen. Die kurzfristige Exposition mit Propylenglykol-Nebel löst Atemwegsirritationen aus. Menschen, die in der Unterhaltungsbranche regelmäßig propylenglykolhaltigem Nebel (Theaternebel) ausgesetzt sind, leiden vermehrt an akuten und chronischen Atemwegsreizungen. Manche der verwendeten Aromastoffe können als Kontaktallergene wirken. Die Liquids und das Aerosol einiger E-Zigaretten enthalten Kanzerogene.“

Die Briten stehen E-Zigaretten deutlich relaxter gegenüber, wie etwa der britische Suchtforscher Peter Hajek. Er behauptet, das E-Zigaretten für den durchschnittlichen Konsumenten (und außerhalb einer Schwangerschaft) um mindestens 95 Prozent weniger schädlich sind als Tabakzigaretten.

Warum sind E-Zigaretten bei Rauchern so beliebt?

Beschließt ein Raucher, die Finger von der Zigarettenschachtel zu lassen, hat er anschließend mit Entzugssymptomen zu kämpfen, abgesehen davon scheinen liebgewonnene Gewohnheiten wie das Raucherlebnis und dem Treffen mit Gleichgesinnten verloren zu gehen. Doch mit Hilfe der E-Zigarette lässt sich zum einen die Entzugserscheinung mildern und zum anderen kann man seine sozialen und persönlichen Gewohnheiten beibehalten. Und zumindest ist es weniger gesundheitsschädlich, sich an einer elektrischen Zigarette festzuhalten als an einer Tabakzigarette.

Wie funktioniert eine E-Zigarette?

Beim Rauchen einer Tabakzigarette wird der Tabak verglüht, um damit das Nikotin freizulösen – doch im selben Atemzug lösen sich auch die Giftstoffe und krebserregenden Substanzen aus dem Tabak. Bei der E-Zigarette kommt statt dem Tabak ein Liquid zum Einsatz, worin sich zum einen das Nikotin und optional ein gewählter Duftstoff befindet.

Jenes Liquid wird durch eine oder mehrere Heizspiralen verdampft, wodurch das Nikotin freigesetzt wird. Die Heizspirale selbst benötigt elektrische Energie zum Heizen, deshalb redet man hier auch von einer elektrischen Zigarette oder eben E-Zigarette. Gewonnen wird diese Energie aus einem integrierten Akku, der sich je nach Bauart der E-Zigarette über ein Netzteil oder über einen USB-Port wieder auflädt.
 

Ein paar Zahlen und Werte rund ums Rauchen

Auf unserer Erde wohnen aktuell rund 7,6 Milliarden Menschen, davon sind etwa 1,1 Milliarden aktive Raucher, die einfach nicht von der Zigarette loslassen können oder wollen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jedes Jahr rund 5,5 Millionen Menschen an den Folgen ihres Tabakkonsums sowie etwa weitere 600.000 Menschen als Passivraucher.

In Deutschland raucht etwa jeder vierte Bürger, was bei einem 83 Millionen Völkchen knapp 21 Millionen Raucher ausmacht. Laut einer Studie von 2010 werden in Deutschland täglich rund 229 Millionen Zigaretten geraucht. Demnach konsumiert jeder Raucher täglich 11 Zigaretten, pro Jahr und Lunge liegt die Anzahl bei fast 4.000 Glimmstängel. Jene 4.000 Sargnägel verteilen sich auf 200 Schachteln zu je 6 Euro, womit der deutsche Durchschnittsraucher pro Jahr 1.200 Euro für Zigaretten ausgibt. Wenn das kein guter Grund ist, um mit dem Rauchen aufzuhören.
 

Sich das Rauchen abgewöhnen – aber wie? Die Nikotinersatztherapie!

Gute Vorsätze an Neujahr, Atemlosigkeit nach dem Treppensteigen, der ätzende Geruch in den Klamotten und Vorhängen, ständiger Mundgeruch und gelb gefärbte Finger – der Wunsch, sich endlich das Rauchen abzugewöhnen, folgt manchmal gar nicht so sehr der gesundheitlichen Vernunft, sondern ganz pragmatischen Alltags-Situationen. Doch der Kaltentzug ist vielleicht schon 27 Mal gescheitert und motiviert somit wenig zum 28sten Anlauf einer Rauchentwöhnung.

Hilfe versprechen nikotinhaltige Präparate zur Raucherentwöhnung – eine so genannte Nikotinersatztherapie (NET). Am bekanntesten sind wohl das Nikotinpflaster und der Nikotinkaugummi. Aber es gibt noch mehr Präparate für unterschiedliche Entwöhnungskuren zum Rauchen abgewöhnen. Hier sind die Nikotinersatzpräparate im Einzelnen:

Raucher, die sich ohne jegliche Hilfsmittel das Rauchen abgewöhnen wollen, scheitern innerhalb der ersten sechs Monate in 97 Prozent der Fälle. Neuere Studien belegen allerdings, dass die Rauchentwöhnung mit einer Nikotinersatztherapie eine praktisch genau so hohe Rückfallrate aufweist. Zu gut Deutsch: NET-Präparate scheinen demnach nichts oder nur sehr wenig zu nützen. So bleibt mit oder ohne Nikotinersatztherapie die ernüchternde Kenntnis, dass von 100 Rauchern nur drei Leute über die ersten sechs Monate rauchfrei bleiben. Bessere Chancen, von der Kippe wegzukommen, versprechen aktuell die voll im Trend liegenden E-Zigaretten. Doch sind diese wirklich so bedenkenlos konsumierbar, wie von den Benutzern erhofft?

 

Zigarettenstummel sind Giftmüll der tödlichsten Art für Umwelt und Mensch

Pro Jahr werden auf der Welt 4.500.000.000.000 (4,5 Billionen) Zigarettenstummel weggeschnippt. Jene Kippen auf einen Haufen zusammengeworfen würden 750.000 Tonnen wiegen. Das Gewicht ist aber nicht das eigentliche Problem, sondern was in den Filtern an Giften zurückbleibt. Ein Stummel hinterlässt etwa 7.000 Chemikalien und mindestens 50 krebserregende Schadstoffe. Darunter die gefilterten Zutaten Nikotin, Teer, Arsen, Blei, Chrom, Kupfer, Cadmium, Formaldehyd, Benzol, Nitrosamine und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe.

Durch Regen werden all diese Gifte aus den Filtern herausgewaschen und kommen so in unser Grundwasser und darüber hinaus in die Flüsse, Seen und Meere. Auf diese Weise gelangt es auch wieder in die Nahrungskette und was der Raucher einst herausfilterte und wegwarf, essen Mensch und Tier nachträglich mit. Zur Verdeutlichung des Giftes hier ein Beispiel: ein Zigarettenstummel aufgelöst in einem Liter Wasser legt Gifte frei, die bereits kleinere Fische töten können.

 

Ein kleiner geschichtlicher Abriss zum Rauchen

Seinen Ursprung hat die Tabakpflanze in Amerika. Mitgebracht hat sie einst Christoph Kolumbus nach seiner Entdeckung der neuen Welt. 1497 tauchten dann erstmals Tabakpflanzen in Europa auf und die Unsitte verbreitete sich schneller als der Rauch einer heimlichen Zigarette auf der Schultoilette. Das Rauchen stank den Landesfürsten schon im 16./17. Jahrhundert gehörig. Während die meisten Herrscher mit Tabaksteuer reagierten, drohten den Menschen in Russland schwerste Strafen bis hin zur Verbannung und sogar Hinrichtung. Dagegen sind die Bildchen auf den Zigarettenschachteln heutzutage fast lieb gemeint. Trotz alledem rauchten die Menschen stetig weiter.

Ab dem 19. Jahrhundert erfreute sich das Rauchen einer gewissen sozialen Anerkennung, wenngleich die Gesundheitsschäden bereits früh erahnt wurden. So hatte etwa das NS-Regime Angst um seine ungeborenen Krieger und propagierte damals „Die deutsche Frau raucht nicht!“. Viel geholfen hat die Propaganda nicht und während sowie nach dem Krieg wurden Zigaretten mit zur härtesten Tausch-Währung. In den 1960ern hingen geschätzt 70 Prozent aller Männer und 40 Prozent aller Frauen in Europa an der Kippe und qualmten was das Zeug hielt. Damals lies man sich auch nicht von Kindern als passive Mitraucher oder gar einer Schwangerschaft von der Zigarette abhalten, obwohl man es schon wusste, dass im Tabak keine gesunden Vitamine stecken…

 


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