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Exo-Planeten: Auf der Suche nach der Zwillings-Erde

Astro-Wissenschaftler entdecken fast täglich Exo-Planeten, auf denen Leben möglich sein könnte. Trotzdem werden wir wahrscheinlich nie dahin umziehen. Und dafür gibt es einen Grund.

Das Wichtigste zum Thema Exo-Planeten

  • Exo-Planeten sind Himmelskörper, die außerhalb unseres Sonnensystems in der Milchstraße um leuchtende Sterne kreisen.

  • Der erste wurde 1988 entdeckt. Inzwischen sind es laut Exo-Planeten-Katalog 4.255 (Stand 25. April). Fast täglich kommen neue hinzu. Rein rechnerisch könnte es bis zu 40 Milliarden bewohnbare Planeten in der Milchstraße geben.

  • Jeder fünfte entdeckte Planet hat in etwa die Größe der Erde. Der kleinste Exo-Planet ist gerade einmal doppelt so groß wie der Mond, der größte 55-mal schwerer als Jupiter – also das 18.000-fache der Erde.

  • Als Schurken-Planeten ("rogue planets") bezeichnen Wissenschaftler Himmelskörper, die keinen Stern haben und selbstständig durchs All vagabundieren.

Kann man auf Exo-Planeten leben?

Bisher sieht es so aus, als könnten auf vielen Exoplaneten ähnliche Bedingungen herrschen wie auf der Erde.


Bisher sieht es so aus, als könnten auf vielen Exo-Planeten ähnliche Bedingungen herrschen wie auf der Erde.
© ESO

 

Für eine menschliche Besiedlung müsste ein Exo-Planet aus Gestein bestehen, über Wasser verfügen und in der bewohnbaren Zone um einen leuchtenden Stern, wie unsere Sonne, kreisen. Von dort bekommt er genau so viel Energie ab, dass das Wasser weder verdampft noch gefriert. Neben flüssigem Wasser bräuchte er natürlich auch eine Atmosphäre.

Tatsächlich haben englische Wissenschaftler 2019 einen Exo-Planeten mit solchen Bedingungen gefunden. Mit dem Hubble Space-Teleskop nahmen sie den schon 2015 entdeckten K2-18b erneut unter die Raum-Lupe. Ergebnis: Sie fanden nicht nur eine Atmosphäre, sondern auch Wasserdampf.

Wie lassen sich Exoplaneten überhaupt entdecken?

Wie lange dauert es, um einen Exo-Planeten zu besuchen?

Eins haben Astronomie und Liebesfilme gemeinsam: Immer nur zugucken wird langweilig. Vorbeischauen wird aber schwierig, denn Exo-Planeten sind weit weg.

Der nächste kreist um Proxima Centauri und ist 4,2 Lichtjahre von uns entfernt. Ohne Astro-Sprech: etwa 40 Billionen Kilometer. Nehmen wir an, wir bauen ein Raumschiff, das mit 350.000 Stundenkilometer dahinrast, so wie die bis heute schnellste Raumsonde Parker Solar Probe. Dann bräuchten wir zwar nur eine knappe Stunde zum Mond, aber 13.000 Jahre bis nach Proxima Centauri.

Und bei der Ankunft könnten unsere Nachfahren trotzdem herbe enttäuscht werden. Vermutlich zeigt eine Seite des Planeten immer zur Sonne, die andere liegt ewig im Schatten. Heißt: Die eine Hälfte ist glutheiß, die andere eiskalt.

Stecke zwischen Erde und Proxi Centauri


Der Weg von der Erde durch den interstellaren Raum bis Proxi Centauri ist weit. Bisher haben nur die Voyager-Sonden die Grenzen unseres Sonnensystems überwunden.
© NASA

Was Forscher alles entdecken

  • Erster auf der Party: Unsere Erde ist in der Zeitrechnung des Universums relativ früh entstanden. Wissenschaftler der NASA haben errechnet, dass über 90 Prozent der bewohnbaren Planeten erst noch geboren werden.

  • Wissenschaftler fanden auch Super-Erden. Das sind Planeten, die viel größer sind als die Erde, aber aus Gestein bestehen. Menschen hätten dort Mühe zu laufen: Auf dem 6-mal schwereren Gliese 876 würde ein 70 Kilo-Astronaut über 230 Kilo wiegen.

  • Forscher überlegten sich "superhabitable" Exo-Planeten, die bessere Lebensbedingungen bieten würden als die Erde. Merkmale: doppelt so schwer wie unser Planet, damit sie ihre Gashülle besser festhalten könnten. Eine dichtere Atmosphäre für eine konstantere Temperatur. Eine kleinere Sonne, die länger überdauert und so die Chance erhöht, dass Leben entsteht.

  • Zahlreiche erdähnliche Exoplaneten kreisen um Rote Zwerge. Problem: Solche Sterne sind kleiner als die Sonne und stoßen häufig tödliche Strahlung aus.

  • Wissenschaftler haben riesige Gasplaneten gefunden, die in kurzer Entfernung und wenigen Tagen ihre Sterne umkreisen. Interessant: Diese Gasriesen kamen ganz woanders "zur Welt" und wanderten dann erst in Richtung ihres Sterns.

Veröffentlicht: 25.04.2020 / Autor: Peter Schneider

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