Galileo WM CopyCreated with Sketch.
  1. Galileo WM CopyCreated with Sketch.Galileo
  2. Weltall
Planet im Weltraum

Meilenstein: Mehr als 5000 Exoplaneten entdeckt

Astro-Wissenschaftler haben die Marke von 5000 entdeckten Exoplaneten geknackt! Nun soll das James-Webb-Space-Teleskop sogar ihre Atmosphäre untersuchen. Ausgeschlossen ist es nicht, dass es außer der Erde bewohnbare Planeten gibt. Trotzdem werden wir wahrscheinlich nie dorthin umziehen. Und dafür gibt es einen Grund.
Planet im Weltraum

Das Wichtigste zum Thema Exoplaneten

  • 30 Jahre nach der Entdeckung des ersten Exoplaneten, feiern AstronomInnen ein besonderes Jubiläum! Stand 21. März sind nun 5005 Exoplaneten bekannt.

  • Das machte die Suche sicher nicht einfach: Etwa 4900 davon sind mehr als Tausend Lichtjahre von uns entfernt! Denn Exoplaneten sind Himmelskörper, die außerhalb unseres Sonnensystems um leuchtende Sterne kreisen.

  • Die jüngsten Entdeckungen umfassen einen Schwung von 65 Exoplaneten, welche Wissenschaftler auf Aufnahmen des schon 2018 stillgelegten Weltraumteleskops Kepler fanden.

  • Mit über 2600 Entdeckungen ist Kepler eine der erfolgreichsten Exoplaneten-Jäger. Das neue James Webb Space Teleskop soll nun sogar die Atmosphäre der extrasolaren Planeten untersuchen.

  • Nur ein Bruchteil aller entdeckten Exoplaneten sind so groß wie Erde oder Mars. Bei den meisten dürfte es sich nach Abgaben der NASA um riesige Gas- und Eisplaneten wie Jupiter und Neptun handeln.

  • Die Exoplaneten werden im Exoplaneten-Katalog gesammelt, da fast täglich neue hinzu kommen. Rein rechnerisch könnte es bis zu 40 Milliarden bewohnbare Planeten allein in der Milchstraße geben.

Typen von Exoplaneten

Infografik - Typen von entdeckten Exoplaneten

Zwar haben WissenschaftlerInnnen auch erdgroße Exoplaneten entdeckt. Das heißt aber noch lange nicht, dass es auf ihnen erdähnliche Lebenbedingungen gibt.

Kann man auf Exoplaneten leben?

Bisher sieht es so aus, als könnten auf vielen Exoplaneten ähnliche Bedingungen herrschen wie auf der Erde.


Bisher sieht es so aus, als könnten auf vielen Exoplaneten ähnliche Bedingungen herrschen wie auf der Erde.
© ESO

Für eine menschliche Besiedlung müsste ein Exoplanet aus Gestein bestehen, über Wasser verfügen und in der bewohnbaren Zone um einen leuchtenden Stern, wie unsere Sonne, kreisen. Von dort bekommt er genau so viel Energie ab, dass das Wasser weder verdampft noch gefriert. Neben flüssigem Wasser bräuchte er natürlich auch eine Atmosphäre.

Tatsächlich haben englische Wissenschaftler 2019 einen Exoplaneten mit solchen Bedingungen gefunden. Mit dem Hubble Space-Teleskop nahmen sie den schon 2015 entdeckten K2-18b erneut unter die Raum-Lupe. Ergebnis: Sie fanden nicht nur eine Atmosphäre, sondern auch Wasserdampf.

Wie lassen sich Exoplaneten überhaupt entdecken?

Strahlende Planeten
Auf diesem Bild vom Hubble-Teleskop sind etwa 35.000 Sterne zu sehen. Leider...
Planet
Und doch haben Astronomen Methoden entwickelt, um festzustellen, ob ein Billionen...
Berechnung Planeten
Kreist ein kleiner Planet um einen großen Stern, fängt er an zu schwanken. So wie...
Transit Methode Berechnung Planeten
Am erfolgreichsten ist die Transit-Methode. Wenn ein Planet vor einem Stern...
Monde des Stern Trappist
Mit dieser Methode können Wissenschaftler sogar mehre Monde nachweisen. Für den...
Fomalhaut-Sonnensystem
Die Planetensucher stießen auf völlig neue Sonnensysteme. Um die Sonne des...
Exo-Planeten Shooting
Shooting mit einem Exo-Planeten: 2005 nahm ein Teleskop der Europäischen...
Weltraumteleskop Kepler der NASA
Erfolgreichster Planeten-Entdecker ist das NASA-Weltraumteleskop Kepler. Mit ihm...
Strahlende Planeten
Planet
Berechnung Planeten
Transit Methode Berechnung Planeten
Monde des Stern Trappist
Fomalhaut-Sonnensystem
Exo-Planeten Shooting
Weltraumteleskop Kepler der NASA

Wie lange dauert es, um einen Exoplaneten zu besuchen?

Eins haben Astronomie und Liebesfilme gemeinsam: Immer nur zugucken wird langweilig. Vorbeischauen wird aber schwierig, denn Exoplaneten sind weit weg.

Der nächste kreist um Proxima Centauri und ist 4,2 Lichtjahre von uns entfernt. Ohne Astro-Sprech: etwa 40 Billionen Kilometer. Nehmen wir an, wir bauen ein Raumschiff, das mit 350.000 Stundenkilometer dahinrast, so wie die bis heute schnellste Raumsonde Parker Solar Probe. Dann bräuchten wir zwar nur eine knappe Stunde zum Mond, aber 13.000 Jahre bis nach Proxima Centauri.

Und bei der Ankunft könnten unsere Nachfahren trotzdem herbe enttäuscht werden. Vermutlich zeigt eine Seite des Planeten immer zur Sonne, die andere liegt ewig im Schatten. Heißt: Die eine Hälfte ist glutheiß, die andere eiskalt.

Stecke zwischen Erde und Proxi Centauri


Der Weg von der Erde durch den interstellaren Raum bis Proxi Centauri ist weit. Bisher haben nur die Voyager-Sonden die Grenzen unseres Sonnensystems überwunden.
© NASA

Was Forscher noch zum Thema Exoplaneten entdeckt haben

  • Der erste Exo-Planet wurde eigentlich schon 1988 entdeckt. Es brauchte aber noch vier Jahre, bis sich die Wissenschaftler einig waren, dass es tatsächlich einer war. Mittlerweile ist die Suche nach Exoplaneten das heißeste Eisen der Astronomie.

  • Erster auf der Party: Unsere Erde ist in der Zeitrechnung des Universums relativ früh entstanden. Wissenschaftler der NASA haben errechnet, dass über 90 Prozent der bewohnbaren Planeten erst noch geboren werden.

  • Wissenschaftler fanden auch Super-Erden. Das sind Planeten, die viel größer sind als die Erde, aber aus Gestein bestehen. Menschen hätten dort Mühe zu laufen: Auf dem 6-mal schwereren Gliese 876 würde ein 70 Kilo-Astronaut über 230 Kilo wiegen.

  • Forscher überlegten sich "superhabitable" Exoplaneten, die bessere Lebensbedingungen bieten würden als die Erde. Merkmale: doppelt so schwer wie unser Planet, damit sie ihre Gashülle besser festhalten könnten. Eine dichtere Atmosphäre für eine konstantere Temperatur. Eine kleinere Sonne, die länger überdauert und so die Chance erhöht, dass Leben entsteht.

  • Zahlreiche erdähnliche Exoplaneten kreisen um Rote Zwerge. Problem: Solche Sterne sind kleiner als die Sonne und stoßen häufig tödliche Strahlung aus.

  • Forscher haben den Exoplaneten "KOI-456.04“ als bisher erdähnlichsten Planeten identifiziert. Er liegt nicht nur in der habitablen Zone. Er hat auch einen Stern, der so beständig leuchtet wie unsere Sonne.

  • Wissenschaftler haben riesige Gasplaneten gefunden, die in kurzer Entfernung und wenigen Tagen ihre Sterne umkreisen. Interessant: Diese Gasriesen kamen ganz woanders "zur Welt" und wanderten dann erst in Richtung ihres Sterns.

FAQs zu Exoplaneten

  • ⁉️

    Was ist ein Exoplanet?

    Exoplaneten sind Planeten, die außerhalb unseres Sonnensystems um Sterne kreisen. Die meisten Explanten wurden und werden über indirekte Messmethoden nachgewiesen. Erst 2004 ist es Astromomen gelungen, mit dem Hubble-Weltraumteleskop einen Exoplaneten direkt zu beobachten.

  • ⁉️

    Wie viele Exoplaneten sind bekannt?

    Bisher haben Wissenschaftler mehr als 5000 Explaneten gefunden. Die Zahl der Entdeckungen nimmt aber schnell zu.

  • ⁉️

    Was ist der nächste Exoplanet?

    Der uns am nächsten gelegene Exoplanet ist vermutlich Proxima Centauri b. Das liegt ganz einfach daran, dass sein Stern mit etwa 4,2 Lichtjahren unserem Sonnensystem von allen Systemen am nächsten liegt.

  • ⁉️

    Was ist der erdähnlichste Exoplanet?

    Der bisher erdähnlichste Exoplanet ist „KOI-456.04", Begleiter des sonnenähnlichen Sterns Kepler-160. Seine Atmosphäre dürfte nur 10 Grad kälter sein als die der Erde.

Verwandte Themen

Mond
Veröffentlicht: 25.04.2020 / Autor: Peter Schneider