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Hunger? Druck dir doch ein Steak. Astronautennahrung soll leckerer werden

Schluss mit Essen aus der Tube! Astronautennahrung wird jetzt viel leckerer. Woran die Wissenschaft gerade tüftelt.
Weil der italienische Astronaut Paolo Nespoli im All Pizza so vermisste, brachte ein Raumfrachter Teig, Tomatensoße, Käse und Belag zur ISS. So backte die Crew an Bord die erste Weltraum-Pizza.

Algen im All: Woran die Forschung gerade arbeitet

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    Wahre Space-Cookies: Bald backen die Astronauten auf der ISS Raumstation ihre eigenen Kekse - mit dem 3,7 Tonnen schweren "Zero-G-Oven". Der liefert Infos zu Wärmeübertragungseigenschaften in der Schwerelosigkeit - und macht die Astronauten glücklich.

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    Kultiviertes Fleisch. Das israelische Food-Tech-Start-up Aleph Farms hat einen 3D-Drucker entwickelt, der aus lebendigen Zellen ein Stück Fleisch aufbaut. Kam zuerst auf der Erde zum Einsatz, und jetzt auf der ISS. Die Zellen stammen von Rindern, wachsen im Printer in Nährlösung weiter und werden zu Muskelgewebe zusammengefügt.

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    Frisches Gemüse: "Projekt Eden" heißt das Experiment, bei dem ein Ingenieur des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in einem Gewächshaus in der Antarktis frisches Gemüse unter Weltraum-Bedingungen züchtet.

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    Tomaten. Seit Dezember 2018 kreist ein Satellit des DLR mit zwei Gewächshäusern im All, in denen Tomatensamen sprießen sollen. Mit dabei: Bakterien und einzellige Algen, um künstlichen Urin in Dünger zu verwandeln.

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    Algen. Auch die sollen im Weltall wachsen, Sauerstoff produzieren und als Nahrung dienen.

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    Mac & Cheese (Käse-Maccaroni). Ein Forscherteam der Washington State University hat eine Verpackungsmethode entwickelt, die das beliebte Fertiggericht 3-mal länger haltbar macht.

So sieht das Steak aus dem Drucker aus

Steak aus dem 3D-Drucker


Ganz schön mickrig für ein Steak? Trotz seiner Größe war das erste Steak aus dem 3D-Drucker ein wissenschaftlicher Erfolg.
© Aleph Farms/Afik Gabay

Das Wichtigste zum Thema Astronautennahrung

  • Essen fürs All muss nahrhaft, gesund und lange haltbar sein. Ein Trip zum Mars würde 6 Monate dauern. One Way. Schimmeln darf nichts, denn Bakterien kann dort oben keiner brauchen.

  • Keine Schweinereien in der Schwerelosigkeit! Krümel gefährden die Bordelektronik. Die Nasa serviert deswegen statt Brot seit den 80ern Tortilla-Wraps. Gewürzt wird mit flüssigem Salz und Pfeffer.

  • Weltraum-Nahrung kommt meist aus dem Beutel oder der Dose. Sie ist gefriergetrocknet und vakuum-verpackt.

  • Astronauten essen im Orbit oft zu wenig, verlieren Gewicht und Muskelmasse. Bei europäischen Missionen behalten sie mit Food-Tracking-Apps den Überblick.

Damals & heute: kosmische Kulinarik

In der Antarktis wächst das Weltraum-Gemüse der Zukunft

© picture alliance / AP Photo

 

Für das Projekt Eden-ISS haben Forscher vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bremen ein Gewächshaus entwickelt, in dem Nutzpflanzen ganz ohne Erde und Sonnenlicht wachsen.

Ingenieur Paul Zabel hat es bereits in der Antarktis getestet. Die Pflanzen wachsen unter künstlichem Licht. Nährstoffe liefert nicht Erde, sondern eine Nährlösung. Bis es im Weltraum sprießt, wird es wohl noch 20 Jahre dauern.

Die Vision: das Gewächshaus auf den Mond oder den Mars vorauszuschicken. Die Pflanzenzucht soll von der Erde aus ferngesteuert werden, so dass die Raumfahrer nach der Ankunft ernten können.

Houston, ihm schmeckt's nicht! Was ist da los?

Essen schmeckt im All fad. Die Nasa erklärt das so: Während die Körperflüssigkeit auf der Erde in die Füße gezogen wird, ist sie in der Schwerelosigkeit anders verteilt. Das verstopft die Nase - so dass die Astronauten wie bei einer Erkältung weniger schmecken. Hunger haben sie im Weltraum auch weniger. Mögliche Erklärung: Die inneren Organe wandern durch die mangelnde Schwerkraft nach oben, man fühlt sich schneller satt. Fettreiche Nahrung soll verhindern, dass die Astronauten zu viel abnehmen.

Veröffentlicht: 04.06.2020 / Autor: Ischta Lehmann