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Mission to Mars: Rover "Perseverance" auf dem Weg zum roten Planeten

Endlich unterwegs: Der neue Mars-Rover "Perseverance" ist am 30. Juli ins All gestartet. Aber was macht der Roboter da eigentlich? Alles über die Mars-Mission erfährst du hier.

Das Wichtigste zum Thema Mars-Rover

  • Nach einiger Wartezeit ist der Mars-Rover Perverance endlich erfolgreich abgehoben. Nachdem sich der Rover im Erdscatten etwas "verkühlt" hatte, laufen alles System nun wieder rund.

  • Bisher gab es nur 4 erfolgreiche mobile Roboter auf dem Mars, alle von der NASA: Sojourner, die Zwillings-Rover Spirit und Opportunity sowie Curiosity. Perseverance wird das bisher schwerste Fahrzeug.

  • Die vorangegangenen Missionen haben zahlreiche Erkenntnisse über Atmosphäre, Oberfläche und Gesteine erbracht - aber nur wenig über mögliches Leben auf dem Mars. Daher soll die "Mars-2020"-Mission gezielt nach Spuren von Bakterien suchen.

  • Der Rover soll den Boden dort untersuchen, wo früher ein Fluss in einen See mündete. Die Mars-Oberfläche ist zwar seit Milliarden Jahren ausgetrocknet. Doch könnten Bakterien oder zumindest ihre Reste im Boden verborgen sein.

  • "Mars 2020" wird zudem testen, wie sich Ressourcen vor Ort nutzen lassen. Das ist notwendig, um eines Tages mit Astronauten auf dem Mars zu landen und dort längere Zeit zu überleben.

Der Traum-Start von Mars 2020

So reist der Rover zum roten Planeten

Die Mission Mars 2020 verläuft in 4 Etappen: Start - Reise zum Mars - Landung und schließlich die eigentliche Mission: die Erforschung des roten Planeten.

Das fahrende High-Tech-Labor

(Achtung, interaktiv: Zum Zoomen bitte scrollen, um das Bild zu drehen, ins Bild klicken und die Maus bewegen! Quelle: NASA)

Perseverance ist eine Tonne schwer, 3 Meter lang und 2,7 Meter breit - kleiner und leichter als ein Mini-Cooper! Dafür versammeln sich auf seinen 6 Rädern auf engstem Raum die Instrumente eines luxuriös ausgestatteten High-Tech-Labors.

 

Perseverance ist top ausgestattet

Die Instrumente auf dem Perseverance Rover


Perseverance trägt 7 Instrumente, um das Mars-Wetter aufzuzeichnen, die Zusammensetzung der Gesteine zu bestimmen und den Untergrund auf organisches Material abzusuchen. Zudem können die Forscher mit 2 Mikrofonen lauschen, wie es sich auf dem Mars anhört.
© NASA

Die Mission in Bildern

5 galaktische Facts zum neuen Rover

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    Vorschlagsflut: Um den Namens-Wettbewerb für den Rover auszuwerten, brauchten die NASA-Mitarbeiter Kondition: Es wurden fast 28.000 Vorschläge eingereicht. Gewinner: Siebtklässler Alexander Mather mit seinem Vorschlag "Perseverance" (auf Deutsch: Ausdauer).

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    Alles im Blick: Insgesamt 23 Kameras werden die Umgebung und den Rover selbst in Augenschein nehmen. Kein Fahrzeug auf dem Mars hatte je mehr Linsen an Bord.

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    Wenn der Rover auf einer Atlas V-Trägerrakete ins All startet, heißt es Daumen drücken: Denn neben der Landung auf dem Mars ist der Start von der Erde der zweitgefährlichste Teil der Mission.

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    Hochsaison: Der Mars kommt der Erde nur etwa alle 2 Jahre so nah, dass der Flug dorthin "nur" etwa ein Jahr dauert. Daher sind diesen Sommer gleich 2 weitere Missionen zu ihm unterwegs: der Rover "Tienwen-1" aus China und der Orbiter "Hoffnung" (arabisch "Al-Amal") der Vereinigten Emirate. Die ESA hat ihre "ExoMars"-Mission wegen der Corona-Pandemie verschoben.

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    Autonome Landung: Da Funksignale zur Erde und zurück länger unterwegs sind, als die Landung dauert, können die Techniker auf der Erde nicht eingreifen. Sie müssen nach den "7 Minuten des Terrors" auf die erlösende Rückmeldung des Rovers warten.

Rundflug mit dem Mars-Heli

Der Marshubschrauber Ingenuity


Die 2 Rotoren des Mars-Hubschraubers "Ingenuity" wiegen zusammen nur 70 Gramm. Das Gerät wird sich auf dem Mars völlig autonom steuern.
© NASA/Cory Huston

 

Spektakulär wird sicher der Flug des Mini-Helikopters "Ingenuity", der den Rover auf dem Mars absetzen soll: Es wäre das erste Fluggerät mit eigenem Antrieb auf einem anderen Planeten.

Da die Mars-Atmosphäre 100-mal dünner ist als die auf der Erde, muss er unter Bedingungen abheben, die denen der Erde in 30 Kilometern Höhe entsprechen. Daher drehen sich die beiden solarbetriebenen Rotoren des nur 2 Kilogramm schweren Geräts bis zu 2.900-mal pro Minute (normale Helis: circa 500-mal). Der Hubschrauber hat 90 Sekunden Zeit, um Mars-Selfies zu schießen, dann muss er seine Batterien wieder aufladen.

Pointe: 2/3 seiner Power (etwa so stark wie 3 Smartphone-Batterien) braucht er für die Heizung, um in der eiskalten Mars-Nacht nicht einzufrieren. Größere, bis zu 30 kg schwere Nachfolger von Ingenuity sollen später schwer erreichbare Orte erforschen, zum Beispiel Schluchten und Höhlen.

Mars-Heli "Ingenuity" hebt ab: So soll das aussehen

Fahre, oh heiliger Rover!

Bei der ersten Testfahrt lagen die Ingenieure wie bei einer altertümlichen Gottesanbetung rings um den Rover auf dem Boden - allerdings nur um Fehler zu entdecken.

Die Suche nach Leben auf dem Mars - ist das überhaupt sinnvoll? Deine Meinung ist gefragt!

Veröffentlicht: 30.07.2020 / Autor: Peter Schneider

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