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Lieferdienst im All: Raumsonde Hayabusa kommt mit Sternenstaub zurück

Auftrag ausgeführt: Nach 6-jähriger Reise durchs Sonnensystem hat die japanische Raumsonde Hayabusa 2 eingesammelten Asteroidenstaub auf der Erde abgeliefert. Jetzt ist sie schon wieder unterwegs zum nächsten Geröllhaufen.
Ein JAXA-Mitarbeiter hat die Bergung der Probenkapsel von Hayabusa 2 geborgen und trägt sie zum Hubschrauber.

Das Wichtigste zum Thema Hayabusa-2

  • Eine nur 40 Zentimeter große Rückkehrkapsel durchquerte am Wochenende die Erdatmosphäre: An Bord: Frisch geerntetes Asteroidenmaterial aus dem Weltraum.

  • Bergungsmannschaften sammelten die in der australischen Wüste niedergegangene Kapsel in einem Sperrgebiet ein. Per Funksignal lotste die Kapsel die Hubschrauber zu sich.

  • Die japanische Raumsonde Hayabusa 2 war 2014 gestartet und hatte das Asteroiden-Material vor 2 Jahren auf dem Asteroiden Ryugu eingesammelt.

  • Ziel der Mission: Nicht weniger als die Entstehung des Sonnensystems aufzuklären. Dafür legte die Raumsonde bisher 5 Milliarden Kilometer zurück.

  • Die etwa 600 Kilogramm schwere Sonde macht sich nach der Ablieferung wieder auf den Weg in den Weltraum. Weil sie noch Treibstoff hat, soll sie bis 2031 noch 2 weitere Asteroiden abklappern.

Endlich zu Hause

Am Wochenende ist Hayabusa 2 zur Erde zurückgekehrt und hat eine 16 kg schwere Probenkapsel durch die Atmosphäre auf die Oberfläche geschickt.

Von Asteroiden und Verfolgungsjagden

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    Sci-Fi-Fantasie: In Verfolgungsjagden rasen Raumschiffpiloten durch dichte Asteroidengürtel. In Wirklichkeit liegen die Asteroiden darin so weit auseinander, dass der nächst gelegene Geröllhaufen mit bloßem Auge nicht zu entdecken wäre.

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    Asteroiden-Proben sind bei Forschern begehrt. Sie bekommen zwar unzählige Asteroiden frei Haus geliefert, weil die als Meteoriten auf die Erde fallen. Aber dabei heizen sie sich bis zur Weißglut auf und verlieren so wichtige Informationen.

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    Staub aus dem All auf die Erde zu holen ist derzeit der Hit in der Raumfahrt. NASA und ESA planen das auch für den Mars. Dort soll der Rover Preseverance ab 2020 Proben schürfen. Eine 2. Mission wird die dann zur Erde bringen. Kosten: 7 Milliarden US-Dollar. Immerhin wäre es die erste Gesteinsprobe vom Mars.

Die Mission in Bildern

4 Facts zur Mission

  • Ryugu wurde ausgewählt, weil der lose zusammenhängende Geröllhaufen sich seit der Entstehung des Sonnensystems kaum verändert hat. Der Clou: Asteroiden wie Ryugu könnten Wasser und kohlenstoffhaltige Verbindungen (wichtig für Leben) erst auf die Erde gebracht haben.

  • An Bord gab es auch ein deutsches Experiment. Der 3 Kilo schwere MASCOT-Rover sank aus 51 Meter Höhe auf den Asteroiden und nahm dann die Umgebung der Landestelle unter die Lupe. Um verschiedene Punkte zu erreichen, bewegte er sich per Überschlag vorwärts, in einer Art Robo-Flic-Flac.

  • Die japanischen Forscher wollen die Proben im Vakuum aus der Kapsel nehmen und so verhindern, dass Luft das Ergebnis der Analyse verfälscht. Anschließend werden sie in Stickstoff aufbewahrt. Dieses Gas ist so reaktionsträge, dass fast nichts mit ihm eine Verbindung eingeht.

  • Hayabusa 2 ist die zweite japanische Asteroiden-Mission. Die erste Hayabusa-Sonde (japanisch für Wanderfalke) brachte bereits 2010 Staub vom Asteroiden Itokawa zurück zur Erde – weniger als 1 Milligramm.

So hat Hayabusa 2 die Proben eingesammelt

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Veröffentlicht: 08.12.2020 / Autor: Peter Schneider