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Sex im All - können wir schwerelos zum Höhepunkt kommen?

Auf der Suche nach dem ultimativen Kick ist Sex im Weltraum sicher eines der großen Ziele. Aber klappt das überhaupt? Ja, aber mit ein paar kuriosen Einschränkungen.
Wie kann körperliche Liebe im Weltall funktionieren?

Das Wichtigste zum Thema Sex im Weltraum

  • Der 200-Mile High Club ist der exklusivste Verein der Welt: Darin versammeln sich alle, die schon mal Sex im All hatten. Knackpunkt: Es ist zweifelhaft, ob dieser Club auch nur ein einziges Mitglied hat.

  • Haben Sie nun oder nicht? Der Legende nach soll die Mission von Kosmonautin Swetlana Sawizkaja zur Raumstation Saljut 7 nur einen Zweck gehabt haben: Die Erforschung der Liebe im All. Sawizkaja selbst berichtet, dass sich ihre beiden männlichen Kollegen eher sexistisch als sexy gegeben hätten. Sie empfingen die zweite Frau im Weltraum mit einer Schürze.

  • NASA und ESA setzen auf gemischte Crews. Wenn Missionen zum Mars Realität werden, sind die aber mehr als zwei Jahre unterwegs. Wissenschaftler empfehlen daher Studien zu Sex im Weltraum.

  • Experten wie die Psychologin Carol Rinkleib Ellison meinen, während Langzeitreisen könne Masturbation zur Normalisierung und Entspannung beitragen.

  • Problem: Mediziner warnen vor Schwangerschaften in der Schwerelosigkeit. Sie führen sehr wahrscheinlich zu schweren Komplikationen und Schäden beim Kind.

So klappt der Sex im Weltraum

Schauspielerin und Raumfahrt-Fan Vanna Bonta erfand Anfang der 2000er den "2Suit", einen Anzug für Sex im Weltraum. Grund: Space-Lover dürften im Weltraum schnell auf das abtörnende dritte Newtonsche Gesetz stoßen: Kraft ist gleich Gegenkraft. Heißt: Ein kleiner Stoß und die Liebenden schweben unbefriedigt auseinander.

Daher halten Klettverschlüsse am "2Suit" ihre Träger auch dann in der Schwerelosigkeit zusammen, wenn es zu heftigen Vibes kommt. Öffnungen im Anzug sorgen dafür, dass es dort zu Kontakt kommt, wo es Spaß macht.

Zwar wurde der Anzug bisher noch nicht im All bis zum süßen Ende getestet. Aber ein TV-Sender steckte Bonta und ihren Ehemann 2006 in einen 2Suit. Die beiden sollten ihn im Flugzeug bei bestimmten Flugmanövern ausprobieren. Doch mehr als ein paar heiße Küsse tauschten die beiden nicht aus.

Das erste Paar im All

Die US-Astronauten Jan Davis und Mark Lee waren das - vermeintlich - erste Paar im All. Die NASA achtete darauf, dass sie sich nicht zu nahe kamen.

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    1992 startete das Space Shuttle Endeavour ins All. An Bord das Astronauten-Paar Jan Davis and Mark Lee. Pikant: Die beiden hatten kurz zuvor heimlich geheiratet. Die Raumfahrt-Behörde NASA war not amused und teilte die beiden während ihrer Mission unterschiedlichen Schichten zu. So gerieten sie gar nicht erst in Versuchung, in dieselbe Koje zu schweben.

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    Jane Fonda machte den Erdenbürgern 1968 in „Barbarella“ klar, dass es noch was anderes gibt als die 0815-Nummer bei ausgeschaltetem Licht. Als hypersexy „Astronavigatrice“ legte sie den ersten Strip in (vorgetäuschter) Schwerelosigkeit hin.

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    Der renommierte Weltraum-Mediziner Dr. Hans Guido Mutke schlug vor, sich Delphine als Vorbild beim Weltraum-Sex zu nehmen. Während des Liebesakts schiebt ein dritter Meeressäuger das glückliche Paar vor sich her. Mutke nannte die Liebes-Technik den „Three Dolphins Club“.

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    Wenn sich kein selbstloser Astronaut zum Schieben findet, könnte auch eine Art Weltraum-Liebesschaukel herhalten: Einer der beiden "Love-o-nauten" fixiert sich an einer Stange, der/die andere an Haltegriffen, so Mutke.

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    Unmoralisches Angebot: Virgin Galactic will ja schon bald Touristen in den Weltraum befördern. Jetzt hat das Unternehmen ein Millionen-Dollar-Angebot ausgeschlagen, einen Porno während des Flugs im All zu drehen.

Höhepunkt im All

Attempting Re-Entry: Auch Roger Moore hatte seine Höhepunkte im All. Allerdings nur als James Bond im Film "Moonraker".

Wenn es im Schlafsack einsam wird

  • Legen Astronauten auf der Raumstation ISS selbst Hand an? Auf diese Frage antwortete NASA-Astronaut Scott Kelly in einem Interview ausweichend, aber eindeutig: "Darauf möchte ich lieber keine Antwort geben."

  • Die NASA hat dazu eine eindeutige Meinung: Solange es nicht die Mission gefährdet, ist Selbstbefriedigung Privatsache der Astronauten.

  • Die Voraussetzungen dafür sind in der Schwerelosigkeit zumindest für Männer offenbar optimal. Dem Männermagazin Men's Health erzählte der ehemalige US-Astronaut Mike Mullane, er sei bisweilen mit einer Morgen-Erektion aufgewacht, mit der er "Kryptonite hätte durchbohren können".

  • Gummi-Sex: Raumfahrern bleibt Sex mit Menschen aus Fleisch und Blut versagt. Daher schlug man dem Langzeit-Kosmonauten Waleri Poljakow eine aufblasbare Sexpuppe als Erleichterungshilfe vor. Der Mediziner Poljakow lehnte ab - weil er fürchtete, in so einer Puppe irgendwann einen vollwertigen Sexpartner zu sehen.

  • Bekannt ist, dass Pornos in russischen Raumfahrzeugen nicht unüblich ist. Kosmonaut Poljakow selbst berichtet, die psychologischen Betreuer hätten ihm "nette, farbige Filmchen"geschickt. Er habe sich wieder wie "ein normaler Erwachsener" gefühlt.

Big Brother is watching you

Vielleicht das größte Hindernis auf dem Weg zum Höhepunkt zu zweit im All: In Raumfahrzeugen gibt es kaum einen Ort, wo sich Astronauten unbeobachtet zurückziehen können.

Veröffentlicht: 24.05.2020 / Autor: Peter Schneider