Kiruna in Schweden: Wenn eine Stadt umziehen muss
Yiannis Theologos Michellis via Flickr

Kiruna in Schweden: Wenn eine Stadt umziehen muss

vor 3 Jahren

Als wäre es nicht schon schwer genug, ein einzelnes Haus zu verlegen: In Schweden zieht zurzeit fast eine ganze Stadt um. Wie kann das funktionieren und warum machen die das überhaupt?

Kiruna ist die nördlichste Stadt Schwedens und lebt vom Bergbau. Für die Einwohner ist der Erzminenbetreiber Luossavaara-Kiirunavaara Aktiebolag (LKAB) der größte Arbeitgeber. Ohne die Mine wäre die Stadt wohl nie entstanden. Ausgerechnet diese Mine ist jetzt aber die größte Bedrohung für die Einwohner und der Grund für den Mega-Umzug.

Neben einer der größten Eisenerzminen der Welt zu wohnen, erweist sich für die Einwohner Kirunas inzwischen nicht mehr nur als Jobmotor, sondern vor allem als Problem. Da sich Eisenerz gut verkaufte wuchs die Mine über die Jahrzehnte immer weiter an. Die Ränder der Stadt sind bereits untergraben. Dadurch hat sich der Boden abgesenkt und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Gebäude einstürzen.

Logistische Herausforderung

Ein Umzug soll die Lösung für Kirunas Problem sein: Wenn die Mine immer näher kommt, dann muss die Stadt eben weiter weg. 3 Kilometer weiter nach Osten, um genau zu sein. Natürlich kann eine Stadt nicht mal einfach so umziehen, auch wenn nicht alle Gebäude betroffen sind. Während die Häuser im Osten von Kiruna stehen bleiben können, müssen trotzdem noch etwa 3000 Gebäude der Mine weichen. Viele von ihnen werden abgerissen und die Besitzer bekommen eine neue Bleibe auf sicherem Boden. Aber die kulturell wirklich wichtigen Bauwerke, wie die Kirche, wollen die Einwohner nicht missen. Diese werden ab- und am neuen Standort wieder aufgebaut.

Der Umzug erfolgt in mehreren Phasen, wobei die erste Phase 2019 abgeschlossen sein soll. Da so ein Umzug seine Zeit braucht, wird das Großprojekt wohl nicht vor 2040 abgeschlossen sein. Der Mega-Umzug soll komplett von LKAB, dem Betreiber der Mine, bezahlt werden. Das erklärt dann vielleicht auch, warum nur wenige Einwohner gegen den Umzug sind.

Die Kleinstadt Whittier im US-Bundesstaat Alaska hätte wohl nicht so große Schwierigkeiten mit einem Umzug, denn sie besteht aus nur einem gigantischen Mietshaus. Dabei hat sie alles, was eine Stadt mit 218 Einwohnern eben so braucht:

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