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Corona-Impfstoffe

Corona: Kann ich mir meinen Impfstoff aussuchen?

"Ich möchte bitte den Impfstoff von BioNTech und nicht den von AstraZeneca oder Moderna!" Ob du dir deinen Impfstoff aussuchen kannst, wie der Impf-Termin abläuft und welche Nebenwirkungen normal sind, erfährst du hier.
Corona: Kann ich mir meinen Impfstoff aussuchen?
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Das Wichtigste zum Thema Corona-Impfungen

  • In Deutschland gibt es 4 zugelassene Impfstoffe gegen Corona: Den von BioNTech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson. Momentan gibt es immer noch von allen Herstellern zu wenig Impfstoff-Dosen.

  • Am wenigsten wurden bisher von Johnson & Johnson geliefert. Das ändert sich aber bald: Im Juni und Juli kommen laut Gesundheitsminister Jens Spahn mehr als 10 Millionen Impfstoff-Dosen. Johnson & Johnson ist der einzige Impfstoff, bei dem nur eine Impfung nötig ist.

  • Für die Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson gilt bundesweit keine Impf-Priorisierung mehr. Jeder kann sich nun damit impfen lassen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt diese Impfstoffe vorrangig über 60-Jährigen. Aber auch Jüngere können sich freiwillig nach einem Aufklärungsgespräch durch eine Ärztin oder einen Arzt damit impfen lassen.

  • Ab dem 17. Mai gibt es bei Hausärzt:innen in Berlin und Baden-Württemberg, ab dem 20. Mai in Bayern und ab dem 24. Mai in Sachsen gar keine Priorisierung der Corona-Impfstoffe mehr. Heißt: Alle Vakzine können frei an alle Impfwilligen verabreicht werden. In den Impf-Zentren bleibt die Priorisierung aber erhalten. Komplett endet die Priorisierung bundesweit am 7. Juni.

  • Rund 7,8 Millionen Deutsche, also 9,4 Prozent der Gesamtbevölkerung, waren am 9. Mai vollständig geimpft. Weitere 19,4 Millionen hatten zu diesem Zeitpunkt zumindest schon ihre erste Impf-Dosis erhalten. Auf dem Impf-Dashboard der Regierung siehst du, wie viele Menschen in den einzelnen Bundesländern bereits geimpft wurden.

Kann ich mir den Impfstoff nun aussuchen?

Wenn du bei deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt oder aber bei einer Fachärztin oder einem Facharzt einen Impf-Termin ausmachst, sagen sie dir auf Nachfrage meist, welchen Impfstoff du erhältst. Dies ist in erster Linie davon abhängig, welche Impfstoffe in welcher Menge die Praxis geliefert bekommt.

Wenn du den angebotenen Impfstoff nicht möchtest, kannst du nach einem späteren Termin mit einem anderen Impfstoff fragen. Menschen mit einer erhöhten Priorität (Gruppe 1 bis 3) haben dabei aber in allen Bundesländern (bis auf Bayern, Berlin und Baden-Württemberg ab dem 17.5. in Arztpraxen) ein Vorrecht auf die Impfstoffe von BioNTech und Moderna.

In den Impf-Zentren gilt die Priorisierung für BioNTech und Moderna weiterhin in allen Bundesländern. Zwischen diesen beiden kannst du dort nicht wählen. Du bekommst den, der gerade zur Verfügung steht. Ablehnen kannst du aber immer. Allerdings hast du dann keinen Anspruch auf einen schnellen neuen Termin.

AstraZeneca wird nur noch in einigen Impf-Zentren im Land verimpft und Johnson & Johnson erst in einigen wenigen. Willst du diese Impfstoffe nicht, hast du ohne Priorität keinen Anspruch auf BioNTech und Moderna.

Diese Impfstoffe sind in Deutschland zugelassen

Zugelassene Impfstoffe

Allen Personen, die als Erst-Impfung AstraZeneca erhalten haben, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) neuerdings eine Zweit-Impfung mit einem m-RNA-Impfstoff (BioNTech, Moderna). Der Abstand zwischen den 2 Impfungen sollte mindestens 4 Wochen betragen.

Abstand zwischen der ersten und zweiten Impfung

  • Bei Johnson & Johnson ist nur eine Impfung nötig.
  • Die Impfung von BioNTech und Moderna wird im Abstand von 6 Wochen verabreicht.
  • Bei AstraZeneca sollten laut STIKO 12 Wochen zwischen der ersten und zweiten Impfung liegen. Gesundheitsminister Jens Spahn plädiert jedoch dafür, dass dieser Abstand flexibler gehandhabt wird und zwischen 4 und 12 Wochen liegen soll. Das Problem: Durch einen kürzeren Impf-Abstand verringert sich der dauerhafte Impf-Schutz deutlich.

Aktuell bekommt jeder in Deutschland seine 2 Impf-Dosen vom selben Hersteller. Ausnahmen gelten bisher nur für AstraZeneca. Hier wird für alle unter 60-Jährigen empfohlen, bei der Zweit-Impfung BioNTech oder Moderna zu verwenden.

Termin im Impf-Zentrum?

Termin im Impf-Zentrum?

Aufklärungsgespräch über die Impfung

Vor der Impfung findet eine ärztliche Aufklärung und eine Impf-Beratung statt. Folgende Punkte kommen dabei zur Sprache:

  • Nutzen der Schutz-Impfung
  • Abklären möglicher Kontra-Indikationen, wie eine schwere akute Erkrankung oder eine schwere Autoimmun-Erkrankung
  • Aktuelles Befinden
  • Hinweis auf mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen durch die Impfung
  • Infos über Eintritt und Dauer des Impf-Schutz
  • Hinweise zur Folge- und Auffrischungs-Impfung
  • Empfehlungen über Verhaltensmaßnahmen nach der Impfung

Welche Impf-Reaktionen sind häufig?

  • 😩

    Schmerzen und Spannungsgefühl an der Einstichstelle

  • 🤒

    Fieber und Schüttelfrost

  • 🤕

    Kopf- und Gliederschmerzen

  • 😴

    Müdigkeit und Abgeschlagenheit

  • 🤢

    Übelkeit und Unwohlsein

Wir haben einen Virologen zu den Impf-Reaktionen befragt

  • Wer ist der Experte?

  • 💬

    Prof. Dr. Ulf Dittmer, 2. Vizepräsident der Gesellschaft für Virologie e.V. und Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Essen.

  • Was bedeutet Immun-Antwort konkret?

  • 💬

    Dahinter verbirgt sich eine Reaktion des Immunsystems auf eine Impfung. Dabei können die oben genannten Beschwerden auftreten. Diese sollten aber als gutes Zeichen gesehen werden.

  • Warum ist eine Impfreaktion ein gutes Zeichen?

  • 💬

    Salopp gesagt: Weil sie zeigt, dass die Impfung wirkt, das Immunsystem sich also aktiv mit dem Vakzin auseinandersetzt und den Organismus damit vor dem SARS-CoV-2-Virus schützt.

  • Wovon hängt die Immun-Antwort ab?

  • 💬

    Ein Faktor ist das Lebensalter. Da auch das Immunsystem altert, sprechen ältere Menschen oft nicht mehr gut auf Impfungen an. Das ist bei den Corona-Impfungen anders. Sie sind selbst bei über 80-Jährigen erfolgreich. Je jünger und fitter ich bin, desto stärker kann auch die Impfreaktion sein. Viele Geimpfte haben jedoch auch gar keine Beschwerden. Von unseren 5.000 geimpften MitarbeiterInnen war keiner länger als einen Tag krank. Ich konnte zum Beispiel einen Tag lang meinen Arm nicht vollständig anheben, mehr nicht.

  • Kann ich etwas tun, um den Effekt der Impfung zu verbessern?

  • 💬

    Nein, das ist auch nicht notwendig. Die hohe Wirksamkeit zeigt sich auch darin, dass die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung sogar Menschen empfiehlt, bei denen aufgrund einer Krebsbehandlung oder Organtransplantationen das Immunsystem medikamentöse heruntergefahren wird. Selbst bei ihnen erzielen wir gute Erfolge. Sie sollten sich wegen der Grunderkrankung dringend impfen lassen. Das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf ist sehr hoch, wenn sich diese Menschen infizieren sollten.

  • Sind Nebenwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt?

  • 💬

    Nein, darauf gibt es bisher keine Hinweise.

  • Wie sieht es mit Wechselwirkungen aus, wenn ich andere Medikamente einnehme?

  • 💬

    Halte ich für sehr unwahrscheinlich. Schon deshalb, da die Wirkstoffe gar nicht zusammentreffen. Wirkstoffe von Medikamenten kursieren im Blut, der Corona-Impfstoff wird lokal und muskulär gespritzt.

  • Könnten Allergiker negativ auf den Impfstoff reagieren?

  • 💬

    Wer unter Heuschnupfen oder ähnlichem leidet, braucht sich keine Gedanken zu machen. Nur Anaphylaktiker. Also Menschen, die nach der Verabreichung eines Medikamentes eine lebensbedrohliche Redaktion, wie Atemnot oder einen Kreislaufstillstand, erlebt haben, sollten dies dringend vorher mitteilen. Sie werden dann in der Regel in einer Notaufnahme oder Arztpraxis geimpft, in der sofort auf Beschwerden reagiert werden kann.

  • Verstehen Sie die Vorbehalte gegen den AstraZeneca-Impfstoff?

  • 💬

    Überhaupt nicht. AstraZeneca ist ein guter Wirkstoff. Die Nebenwirkungen, die bei AstraZeneca bei der ersten Impfung auftreten, treten bei Moderna und Pfizer/BioNTech einfach bei der zweiten Impfung auf. AstraZeneca hat lediglich einen Nachteil: Die Zeit zwischen den Impfungen ist länger, der Impfschutz während dieser Dauer also noch nicht vollständig. Neue Daten zeigen aber, dass auch eine Impfung schon sehr gut schützt. Auch die Diskussion, welcher Impfstoff prozentual eine höhere Wirkung hat, finde ich überflüssig vor dem Hintergrund, dass jede Impfung – auch AstraZeneca – zu 100 Prozent vor schweren Verläufen schützt! Wir haben keine geimpften Personen mehr auf der Intensivstation.

Wer sollte sich nicht gegen Corona impfen lassen?

  • 🤧
  • 👧

    Personen unter 16 Jahren

  • 🤰

    Schwangere (außer sie gehören einer Risikogruppe an)

  • 💉

    Menschen, die 2 Wochen vor der geplanten Corona-Schutzimpfung eine andere Impfung erhalten haben

  • 😔

    Personen, die in den vergangenen 6 Monaten Corona hatten

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Veröffentlicht: 14.05.2021 / Autor: Stephanie Arndt