Covid-Antikörpertest

Wie lange ist man nach einer Corona-Infektion immun?

Wenn eine Person schon Corona hatte: Wie lange ist sie dann vor einer neuen Infektion geschützt? Nur wenige Wochen oder doch viele Monate? Und sollten sich Genesene impfen lassen? Was man bisher darüber weiß.
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Das Wichtigste zum Thema immun nach Covid-19

  • Eine überstandene Corona-Erkrankung schützt in gewissen Maßen erst mal vor einer neuen Infektion. Doch der Immun-Schutz variiert und hält wohl nicht ewig an. Eine zweite Infektion ist möglich.

  • Laut einer britischen Studie ist das Infektions-Risiko in den ersten 5 Monaten nach einer überstandenen Corona-Infektion um 83 Prozent geringer.

  • Einige Menschen bilden während Covid-19 weniger Immun-Zellen als andere. Diese schützen dann auch im Nachhinein schlechter und kürzer. Die Schwere der Erkrankung spielt dabei offenbar eine entscheidende Rolle: Bei keinen oder nur leichten Beschwerden ist der Immun-Schutz später geringer.

  • Experten vermuten, dass der Verlauf bei erneuter Infektion generell eher milder ist, da sich das Immunsystem zumindest etwas besser gegen die Viren wehren kann.

  • 2 neue Untersuchungen legen nah, dass die meisten Genesenen noch nach 8 Monaten immun sind. In dieser Phase befanden sich immer noch verschiedene schützende Immun-Zellen im Blut. Details dazu unten.

  • Neutralisierende Antikörper fanden Forscher teils schon nach wenigen Wochen keine mehr - so auch bei der Hälfte von 2.200 Berlinern 2,5 bis 3 Monate nach ihrer Corona-Infektion. Das heißt aber nicht, dass sie keinen Schutz haben, da es eine ganze Reihe weiterer Abwehr-Zellen gibt.

Neue Studie aus Ischgl macht Hoffnung

Bei knapp 90 Prozent von 800 Bewohnern aus Ischgl, die schon im Frühjahr Covid-19 hatten, wiesen Forscher auch 8 Monate später Antikörper gegen Corona-Viren nach. Die Antikörper-Menge war allerdings in Laufe der Zeit etwas gesunken.

Eine Immun-Antwort der T-Zellen zeigte sich auch in Proben mit kaum oder nicht mehr nachweisbaren Antikörpern. Also könne eine Immunität auch dann bestehen, wenn keine Antikörper mehr in den Tests nachweisbar sind, so die Virologin Dorothee von Laer von der Medizinischen Universität Innsbruck.

Eine US-Studie kommt zum ähnlichen Ergebnis

95 Prozent der 188 Probanden hatten 5 bis 8 Monate nach ihrer Corona-Infektion noch schützende Immun-Zellen im Blut. Die Antikörper-Menge war bei der Mehrheit für 6 Monate relativ stabil. Dann nahm sie ab. Nach 8 Monaten waren aber immer noch bei den meisten Probanden Antikörper nachweisbar.

Die Anzahl der B-Zellen war 6 Monate nach der Infektion sogar höher als einen Monat danach. Die Forscher fanden außerdem T-Gedächtnis-Zellen. Die Menge anderer T-Zellen nahm dagegen relativ schnell wieder ab.

Brasilien: Warum gibt es wieder so viele Corona-Fälle in Manaus?

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    Bei 76 Prozent der Bewohner im brasilianischen Manaus sind in der Vergangenheit Corona-Antikörper nachgewiesen worden.

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    Die erwartete Herdenimmunität trat jedoch nicht ein. Aktuell sorgt eine zweite Welle für fast ebenso viele Fälle wie die erste 2020.

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    Vermutlich sind die ansteckenderen Virus-Mutationen mit schuld daran. Aber auch der schwindende Immunschutz könnte für die hohe Anzahl an Infizierten mitverantwortlich sein.

Neue Gefahr: die Corona-Mutationen

Neue Gefahr: die Corona-Mutationen

Wie gut Corona-Genesene vor den neuen Virus-Varianten geschützt sind, untersuchen Forscher gerade. Was es mit den Mutationen auf sich hat, siehst du im Clip. Ob die Impfstoffe dagegen wirken, erfährst du hier. 

 

Und wie lange schützt die Impfung vor Corona?

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    Das weiß man aktuell noch nicht. Es fehlt an Langzeit-Studien.

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    Die Impfung gegen Corona gaukelt dem Körper eine Infektion mit dem Corona-Virus vor.

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    Das Ziel: Er soll einen Immun-Schutz aufbauen, also Antikörper und Gedächtnis-Zellen produzieren. Wie Impfungen genau funktionieren, erklären wir hier.

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    Forscher vermuten aufgrund der Antikörper-Menge bei Geimpften, dass die 1 bis 3 Jahre oder sogar länger vor Covid-19 geschützt sind. Danach wäre eine Auffrischungs-Impfung nötig.

Sollten sich auch Corona-Genesene impfen lassen?

Bisher sind keine negativen Auswirkungen infolge einer Impfung nach einer durchgestandenen Infektion bekannt. Allerdings hatte nur ein kleiner Anteil der Probanden in den großen Impf-Studien zuvor Corona.

Vieles deutet darauf hin, dass der Immun-Schutz von Corona-Genesenen nach einer gewissen Zeit schwindet. Daher wäre eine Impfung nach einiger Zeit sinnvoll - besonders, wenn man keine oder nur milde Symptome hatte. Ob dann vielleicht eine Impfdosis reicht, muss noch geprüft werden.

Wann werden Genesene in Deutschland geimpft?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Corona-Impfung etwa 6 Monate nach der Genesung. Grundlage für diesen Beschluss sind der Impfstoff-Mangel und die Annahme, dass man nach einer durchgemachten Infektion für gewisse Zeit immun ist. Ferner will man so unbekannte Nebenwirkungen vermeiden, die möglicherweise durch frühzeitiges Impfen nach einer Infektion ausgelöst werden.

Corona, Grippe, Windpocken - Dringen Viren in deinen Körper ein, befallen sie Zellen und zwingen diese dazu tausende neue Viren herzustellen. Wie genau das abläuft >> im Clip.

Veröffentlicht: 02.03.2021 / Autor: Larissa Melville