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Corona-Sonnenbrand: Was ist das denn bitte?

Wer sich jetzt sonnt, sollte nicht auf Sonnenschutz verzichten - weil die Sonnenbrand-Gefahr aktuell so hoch wie sonst im August ist. Was dahinter steckt.
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Das Wichtigste zum Thema Corona-Sonnenbrand

  • Im Moment ist die Gefahr, sich einen Sonnenbrand zu holen, höher als normalerweise im Frühling. Der Grund: Corona - aber nicht das Virus, sondern die nach wie vor starken Einschränkungen der Wirtschaft und der Mobilität.

  • Weniger Verkehr, weniger Industrieproduktion: Dadurch ist die Luft so sauber wie seit Jahrzehnten nicht. Deswegen gelangt mehr ultraviolette (UV)-Strahlung auf die Erdoberfläche - und unsere Haut.

  • Hinzu kommt: Die Ozonschicht ist auf der Nordhalbkugel in diesem Frühling besonders dünn. Damit ist die Intensität der Sonne aktuell teilweise so hoch wie sonst im August.

  • Deswegen lieber eincremen. Die Haut hat sich noch nicht an die Sonne gewöhnt. Zudem sind die Temperaturen niedriger als im Sommer, es weht oft ein kühler Wind. Wer rechnet da schon mit einem Sonnenbrand?

Weniger Staub bedeutet auch: Mehr Strahlung

Die Corona-Pandemie hat den Auto-, Schiffs- und Flugverkehr stark reduziert, zahlreiche Fabriken produzieren noch nicht oder nur wenig. Der Ausstoß von Schadstoffen hat sich entsprechend deutlich verringert. Super für die Umwelt!

Dadurch kommen auch mehr UV-Strahlen bei uns an. Denn feine Ruß- und Staubpartikel in der Atmosphäre streuen normalerweise das einfallende Sonnenlicht und halten so einen Teil davon zurück.


Normalerweise sehen die Autobahnen an den Wochenenden so aus. Wegen Corona sind derzeit aber noch weniger Ausflügler unterwegs. 
© picture alliance/Matthias Balk/dpa

Die UV-Strahlung variiert

  • 🕛

    Mittags ist die Sonnenbrand-Gefahr am höchsten.

  • 📅

    Im Sommer ist die Gefahr höher als im Winter.

  • Ist der Himmel dicht mit Wolken verhangen, gelangen weniger UV-Strahlen auf die Erdoberfläche.

  • 🌏

    Je näher am Äquator, desto höher ist die UV-Strahlung.

  • 🏔

    Pro 1.000 Höhenmeter nimmt die UV-Strahlung um rund 10 Prozent zu.

  • 🏖

    Schnee, Wasser und Sand reflektieren UV-Strahlen und verstärken sie.

Warum UV-Licht so gefährlich ist

UV-Strahlung dringt in die Haut ein. Dort schädigt sie das Erbgut in den Hautzellen - auch schon ohne Sonnenbrand.

Normalerweise repariert der Körper diese Schäden wieder. Ist die Haut aber oft intensiver Strahlung ausgesetzt, schafft es der Körper nicht mehr, die Schäden zu reparieren. Die Veränderungen im Erbgut bleiben.

Vermehren sich die betroffenen Hautzellen, kann Krebs entstehen.

Wieso Kinder besonders gefährdet sind

Bei Kindern ist die Haut dünner und die Zellen teilen sich häufiger als bei Erwachsenen - die UV-Strahlung ist also gefährlicher. Babys sollten deswegen gar nicht in die Sonne.

Der beste UV-Schutz

  • 🌞

    Gewöhne die Haut langsam an die Sonne.

  • 🕛

    Meide starke Sonneneinstrahlung (zwischen 11 und 15 Uhr), gehe möglichst in den Schatten.

  • 🤚

    Verwende reichlich Sonnencreme (welche, das erfährst du unten).

  • 👒

    Trage eine Kopfbedeckung, längere, weite Kleidung und eine Sonnenbrille.

  • 💻

    Schau dir den UV-Index auf Wetterseiten im Internet an. Je höher der ist, desto größer die Sonnenbrand-Gefahr. Ab "3" ist Sonnencreme angesagt.

1 bis 11: Das bedeutet der UV-Index

Oder du greifst zur Sonnencreme: Wie sie funktioniert

Sonnenschutzmittel enthalten physikalische oder chemische UV-Filter. Die chemischen Filter nehmen die UV-Strahlung auf und wandeln sie in Wärme um. Als physikalische Filter fungieren mikroskopisch kleine Partikel wie beispielsweise Titan- oder Zinkoxid. Sie reflektieren das Licht.

Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt an, wie viel länger du mit einer bestimmten Creme in der Sonne sein kannst, ohne die Haut zu schädigen.

Jeder kann entsprechend seines Haut-Typs eine bestimmte Zeit in der Sonne sein, ohne sich zu verbrennen. Eine Sonnencreme verlängert diese Zeit um den Faktor des LSF.

Ein Beispiel:

Normalerweise kannst du 10 Minuten in der Sonne sein, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Mit LSF 20 geht das also 10 x 20 Minuten, also 3 Stunden und 20 Minuten.

Laut Bundesamt für Strahlenschutz sollte diese Zeit aber höchstens zu 60 Prozent ausgeschöpft werden - also kannst du 2 Stunden Sonnenbaden.

Und welche Sonnencreme ist die richtige?

  • 🌞

    Lichtschutzfaktor: Erwachsene nehmen mindestens 20, Kinder und Jugendliche mindestens 30.

  • 🌞

    Menschen mit heller Haut benötigen generell einen höheren Lichtschutzfaktor.

  • 🌞

    Am Wasser, im Süden und in den Bergen brauchen alle Lichtschutzfaktor 50+.

  • 🌞

    Das Sonnenmittel muss vor UV-B- und UV-A-Strahlen schützen.

  • 🌞

    Sonnencreme 30 Minuten vorher auftragen.

  • 🌞

    Dabei sollten wir nicht sparen: 3 bis 4 gehäufte Esslöffel für den gesamten Körper dürfen’s schon sein.

  • 🌞

    Alle 2 Stunden nachcremen. Nach dem Baden immer - auch bei "wasserfesten" Lotionen.

Ist meine Sonnencreme noch gut?

Wann bietet Sonnencreme den größten Schutz?

Ist meine Sonnencreme noch gut?

Wie lange Sonnencreme haltbar ist und wann sie in den Müll gehört - das erfährst du im Video.

Hier geht’s zum Sonnen-Quiz

Veröffentlicht: 25.05.2020 / Autor: Larissa Melville