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Remdesivir senkt das Sterberisiko - und 4 weitere Corona-Good-News

In Frankreich bekommen Pflegekräfte mehr Unterstützung, das Medikament Remdesivir verringert tatsächlich das Sterberisiko und eine Gruppe von mehr als 80 Millionären fordern aufgrund von Covid-19 höhere Steuern für Superreiche.

#1: Kinder bremsen laut Studie das Virus aus

Laut einer Studie des Universitätsklinikums Dresden sind Kinder nicht die Treiber der Corona-Pandemie -  sondern eher Bremsklötze für das Virus.

Seit Mai wurden für die Studie im Auftrag der sächsischen Landesregierung mehr als 1.500 Schüler zwischen 14 und 18 Jahren sowie rund 500 Lehrer an sächsischen Schulen auf Infektionen untersucht. Getestet wurde dabei auf Antikörper gegen den Erreger. Die Experten fanden lediglich bei 12 Schülern und Lehrern einen Hinweis auf eine abgeklungene Infektion.

Aus den Ergebnissen wird nun gefolgert, dass die Ausbreitung des Virus an Schulen nicht explosionsartig vorangeht.

Das ohnehin wenig von der Pandemie betroffene Sachsen hatte mit einer niedrigen Durchseuchungsrate die Schulen als erstes Bundesland Mitte Mai wieder geöffnet.

Die niedrige Durchseuchung bedeutet aber auch, dass die Immunität in der sächsischen Bevölkerung bis jetzt kaum höher ist als im März 2020, als die Pandemie begonnen hat.

Kinder in einer Schulklasse


Seit 18. Mai sind in Sachsen Grundschulen nach wochenlanger Zwangspause aufgrund der Pandemie wieder im eingeschränkten Regelbetrieb für alle Kinder geöffnet.
© Picture Alliance

#2: Über 80 Millionäre fordern höhere Steuern für Reiche wegen der Covid-19-Pandemie

Eine Gruppe von 83 Millionären setzt sich in der Corona-Pandemie dafür ein, dass Superreiche künftig mehr Steuern zahlen.

In einem offenen Brief fordern die "Millionaires for Humanity" höhere Abgaben, um den gesellschaftlichen Wiederaufbau nach der Covid-19-Krise zu finanzieren.

Der Brief richtet sich auch an das Treffen der G20 Finanzminister und Zentralbankpräsidenten sowie das Treffen des europäischen Rates, die Ende dieser Woche stattfinden.

So heißt es in dem Brief unter Anderem: "Regierungen müssen Verantwortung übernehmen, die erforderlichen Mittel aufbringen und sie gerecht einsetzen. Es ist möglich, unsere Gesundheitssysteme, Schulen und soziale Sicherheit adäquat zu finanzieren, mithilfe dauerhaft höherer Steuern für die reichsten Menschen auf diesem Planeten, für Menschen wie uns."

Dieser Unternehmer möchte nun seine Millionen spenden

Auch Lawrence Leuschner, Co-Gründer und CEO des Elektro-Tretroller-Sharing-Anbieters "Tier" möchte nun sein Geld nutzen, um andere Unternehmen zu unterstützen. Daher hat Leuschner jetzt beschlossen, seine Anteile von Tier (im Wert von 45 Millionen Euro) zu verkaufen und einem Fond zu spenden, der nachhaltige Start-Ups fördern soll.

#3: Frankreich würdigt Pflegekräfte am Nationalfeiertag

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    Normalerweise fahren am französischen Nationalfeiertag am 14. Juli Panzer über die Champs-Élysées. Allerdings nicht in diesem Jahr. Es ist das erste mal seit Ende des Zweiten Weltkrieges, dass die Militärparade ausfällt.

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    Stattdessen gab es eine feierliche Zeremonie auf dem "Platz der Eintracht", die mit einer Hommage an die Pflegekräfte endete. Pfleger und Ärzte versammeln sich auf dem Platz. Alle Gäste erhoben sich und applaudierten ihnen.

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    Erst am Montag hatte die französische Regierung zudem ein mehr als 8 Milliarden Euro schweres Finanzpaket für neue Tarifverträge im Gesundheitssektor unterzeichnet. Darin sind auch Lohnerhöhungen für das Pflegepersonal vorgesehen.

#4 Remdesivir sorgt für geringeres Corona-Sterberisiko

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    Das Medikament Remdesivir kann nach Angaben des Herstellers "Gilead" das Sterberisiko bei einem schweren Verlauf von COVID-19 deutlich vermindern.

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    Eine nicht-randomisierte Vergleichsanalyse zeigte demnach eine Senkung des relativen Sterberisikos um 62 Prozent an.

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    Remdesivir ist das einzige in der EU zugelassene Medikament zur Behandlung von COVID-19.

Um die Ergebnisse zu überprüfen, sei aber eine sogenannte prospektiv randomisierte klinische Studie nötig, mahnen einige Experten. Auch Gilead selbst weist darauf hin.

#5 Österreich hebt Reisebeschränkung für den Kreis Gütersloh wieder auf

Österreich hat wie angekündigt nun Einreisebeschränkungen für Menschen aus dem Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen aufgehoben.

Auch die seit Ende Juni geltende teilweise Reisewarnung für NRW gilt nicht mehr.

Der Kreis Gütersloh musste im Juni steigende Infektionszahlen vermelden, nachdem es zu einem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischverarbetier Tönnies kam.

Veröffentlicht: 15.07.2020 / Autor: André Marston Alvarez

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