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Kapieren geht über Studieren: 5 Fragen zum Studium in Corona-Zeiten

Das Corona-Virus legt die Unis lahm. Trotzdem beginnt in dieser Woche für viele das Sommersemester. Wie Studieren jetzt funktioniert - und was du über Bafög, Job und Nachhol-Klausuren wissen musst.

Das Wichtigste zum Thema Studieren trotz Corona

  • Im letzten Wintersemester waren rund 2,9 Millionen Studierende an deutschen Hochschulen eingeschrieben - so viele wie noch nie zuvor.

  • Bei einigen von ihnen hat das Sommersemester bereits begonnen. An vielen Unis wurde der Start wegen des Corona-Virus auf den 20. April verlegt.

  • Die Corona-Pandemie stellt Studierende und Lehrende vor große Herausforderungen: Nicht alle Kurse können über Skype-Konferenzen oder Online-Vorlesungen abgedeckt werden.

  • Hinzu kommen finanzielle Unsicherheiten bei Studierenden, die jetzt ihren Nebenjob verloren haben oder sich um ihren Studienkredit Sorgen machen.

  • Besonders wichtig: Durch die aktuellen Umstände soll kein Studierender Nachteile fürchten, so das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Wie das klappen soll - und die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

#1: Darf ich in die Uni gehen, wenn ich möchte?

Nein, die Universitätsgebäude sind größtenteils geschlossen. Das gilt auch für die Mensa, Bibliotheken, Labore und Werkstätten.

Wer gerade studiert, verbringt also in erster Linie Zeit vor dem Laptop und nicht mit Kommilitonen in der Bibliothek oder dem Seminar. Denn die Hochschulen versuchen im Lehrbetrieb - so gut es geht - auf digitale Lösungen umzusteigen. Nur weil du die Uni nicht betreten darfst, hast du also nicht automatisch frei.

#2: Bekomme ich weiter Bafög?

Die gute Nachricht zuerst: Auch wenn an deiner Hochschule gerade kein Lehrbetrieb stattfindet, erhältst du weiterhin Bafög.

Sofern Online-Lehrveranstaltungen angeboten werden, solltest du aber daran teilnehmen. Nur so erfüllst du die Förderungs-Voraussetzungen. Das gilt auch für Schülerinnen und Schüler in beruflichen Ausbildungen.

Auch für die Regelstudienzeit gibt es eine neue Regelung: Wenn wegen Corona Prüfungen ausfallen und die Regelstudienzeit deshalb überschritten wird, bekommst du laut BMBF "in den allermeisten Fällen" weiterhin Bafög.

 

Goodie für Corona-Helfer

Wer sich jetzt in systemrelevanten Berufen engagiert, also zum Beispiel im Supermarkt oder im Krankenhaus jobbt, bekommt Bafög weiterhin in voller Höhe. Der Hinzuverdienst wird nicht für das Bafög angerechnet.

 

📞 Solltest du finanziell nicht mehr über die Runden kommen, kontaktiere am besten zuerst dein Studierendenwerk. Hier bekommst du Infos zu verschiedenen Finanzierungsformen, Bafög, Stipendien oder für dich passenden Sozialleistungen. Das lohnt sich oft mehr als ein (teurer) Studienkredit.

#3: Mein Studentenjob ist weggefallen - und jetzt?

In systemrelevanten Berufen wird gerade viel nach Aushilfen gesucht, ob das im Supermarkt, als Erntehelfer oder als Auslieferungsfahrer ist.

Wenn du studierst und nicht mehr bei deinen Eltern wohnst, hast du übrigens keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II. Am besten stellst du dann einen Bafög-Antrag oder einen Antrag auf Neuberechnung des Bafögs.

Wer das Studium bereits abgeschlossen hat, kann Arbeitslosengeld II  beantragen.

#4: Kriege ich als studentische Aushilfe Kurzarbeitergeld?

Das bekommst du für deinen Studentenjob nur dann, wenn deine Tätigkeit sozialversicherungspflichtig ist. Arbeitest du auf 450-Euro-Basis, dann gilt das leider nicht - du erhältst dann also kein Kurzarbeitergeld vom Arbeitsamt.

Mehr Infos zum Kurzarbeitergeld findest du bei der Arbeitsagentur oder auf unserer Themenseite.

#5: Was, wenn ich im Wintersemester mit dem Studium anfangen will?

Eines vorab: In allen Bundesländern wird es 2020 Abiturprüfungen geben. Diese werden aber anders ablaufen als gewohnt. Die Universitäten und Hochschulen reagieren darauf.

Die Termine für die Bewerbungs- und Zulassungsverfahren für das nächste Wintersemester wurden angepasst. In ganz Deutschland soll das Wintersemester am 1. November starten (ein Monat später als sonst). Wie das Bewerbungsverfahren im Detail läuft, erfährst du immer auf der Homepage der jeweiligen Hochschule.

"Nicht-Semester", "Kann-Semster" oder "Solidar-Semester" - was steht hinter den unterschiedlichen Forderungen?

Nachdem zunächst ein "Nicht-Semester" gefordert wurde, starteten über 20 Studierenden-Vertretungen eine Petition für ein "Kann-Semester". Knapp 39.000 Menschen haben bereits unterschrieben (Stand: 20.04.2020).

Ein "Kann-Semester" - so die Idee - basiert auf Freiwilligkeit. Wer möchte, kann das Lehrangebot nutzen. Noten aus diesem Semester kann man zählen lassen - muss man aber nicht. In dem Fall muss die Prüfungsleistung im nächsten Semester wiederholt werden. Das Sommersemester soll außerdem nicht in die Regelstudienzeit eingerechnet werden - das gilt auch für das Bafög.

Findest du gut? Hier geht's zur Petition.

Der FZS (Freier Zusammenschluss von Student*innenschaften) fordert ein "Solidar-Semester". Studierende und Lehrende sollen entlastet werden - auch finanziell. Statt Leistungsdruck und komplizierten Strukturen wird ein "Sommer der Solidarität" propagiert. Genauere Infos gibt es hier.

Innovatives gegen die Ausnahmesituation: Das haben sich deutsche Hochschulen einfallen lassen

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    Die TU Dortmund hat rund 200 physikalische Versuche digitalisiert. Die kann man sich jetzt einfach online anschauen.

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    Die Uni Münster entwickelte eine eigene Software für Video-Konferenzen.

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    "Covid 19" als Wahlfach für Medizinstudenten an Unikliniken, wie in Jena und in Frankfurt am Main. Die Idee: Praktisch mit anpacken und das Ganze als Studienleistung anrechnen lassen.

  • 📖

    Unter dem Namen "Inside Corona" produzieren 130 Studierende der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften ein gemeinschaftliches Corona-Tagebuch.

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    Die Hochschulen Augsburg, Kaiserslautern, Trier und Regensburg haben ihren eigenen Hackathon abgehalten. Die Projekte können online eingesehen, DIY-Anleitungen oder 3D-Material ausgedruckt werden.

Veröffentlicht: 21.04.2020 / Autor: Franziska Schosser

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