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Afrikanische Schweinepest erreicht Deutschland: Was jetzt wichtig ist

Deutschlands Nachbarländer hatten in der letzten Zeit immer wieder mal Fälle. Jetzt ist die Afrikanische Schweinepest auch bei uns angekommen. Wie gefährlich ist das Virus für Mensch und Tier? Das erfährst du hier.

Das Wichtigste zum Thema Afrikanische Schweinepest

  • Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Virusinfektion von Haus- und Wildschweinen, die für infizierte Tiere meist tödlich endet.

  • Für Menschen und andere Tiere gilt die ASP jedoch als ungefährlich.

  • Ein großflächiger ASP-Ausbruch hätte nicht zuletzt wirtschaftliche Folgen. Damit es nicht dazu kommt, müssen Tierhalter und auch Verbraucher wichtige Sicherheitshinweise beachten.

Erster Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland

Lange wurde es befürchtet, jetzt ist es passiert: Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat Deutschland erreicht. Bundes-Agrarministerin Julia Klöckner bestätigte: Das am 9. September in Brandenburg nahe der polnischen Grenze gefundene tote Wildschwein war mit dem Virus infiziert.

In den letzten Jahren hatten Deutschlands Nachbarländer immer wieder mal ASP-Fälle, vor allem in Polen kursierte das Virus in den vergangenen Monaten. Daher waren unter anderem extra Schutzzäune vor Wildschweinen aufgestellt worden.

Die ansässigen Landwirte sind nach der Bestätigung in Alarmbereitschaft, da sie mögliche Ansteckungen ihrer Schweine befürchten.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft richtet einen Krisenstab ein. Außerdem greifen die Maßnahmen der Schweinepestverordnung. Dazu gehören etwa Absperrungen des betroffenen Gebiets sowie Einschränkungen des Verkehrs.

Julia Klöckner


Bundes-Agrarministerin Julia Klöckner versichert, das betroffene Gebiet in Brandenburg werde streng überwacht.
© picture alliance/Flashpic

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die ASP ist eine schwere Virusinfektion von Haus- und Wildschweinen. Das Virus gilt als hochansteckend und widerstandsfähig: In Blut, Fleisch, Knochen und Lebensmitteln kann es sehr lange infektiös bleiben und auch über Oberflächen von Schuhen oder Kleidung übertragen werden.

Zu den Symptomen zählen unter anderem hohes Fieber und Blutungen der inneren Organe. Die infizierten Schweine sterben in der Regel. Zwar arbeiten Forscher weltweit an einem Impfstoff. Bislang gibt es aber weder eine Impfung noch eine Therapie.

Benannt ist die ASP nach ihrem Ursprung in Afrika, von wo aus sich das Virus nach Asien und Europa ausgebreitet hat. Obwohl Symptome und Verlauf der ASP ähnlich zur Klassischen Schweinepest (KSP) sind, handelt es sich bei den beiden Tierseuchen um unterschiedliche Erreger.

Suchhund Wildschwein


Ein ausgebildeter Suchhund schnüffelt im August 2020 an einem toten Wildschwein.
© picture alliance/Daniel Bockwoldt/dpa

 

👱 Wie gefährlich ist das Virus für Menschen?

Für Menschen gilt die Afrikanische Schweinepest als ungefährlich. Auch Hunde und andere Tiere können sich nicht mit dem Virus anstecken. Allerdings können Menschen und Tiere die Krankheit aus Gebieten mit ASP-Fällen mitbringen und auf Schweine übertragen.

 

🐗 Welche Konsequenzen hat ein ASP-Ausbruch?

Auf betroffenen Höfen müssen alle Schweine bei einem ASP-Ausbruch getötet werden. Darüber hinaus werden um den entsprechenden Betrieb im Umkreis von mehreren Kilometern Sperr- und Beobachtungsgebiete eingerichtet.

Finanziell bekommen die betroffenen Tierhalter in einem solchen Fall in der Regel eine Entschädigung aus der Tierseuchenkasse. Das ist vereinfacht gesagt eine Rücklage für solche Notsituationen, die sich aus jährlichen Beiträgen zusammensetzt.

Wirtschaftlich zieht ein ASP-Ausbruch noch weitere Kreise: Denn dadurch gilt Deutschland als einer der größten Lieferanten von Schweinefleisch nicht mehr als seuchenfrei - und andere Länder wollen womöglich kein Schweinefleisch mehr aus Deutschland importieren.

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Das können wir gegen die ASP tun

  • 👩

    Verbraucher: Erstens jeglichen Kontakt mit Haus- und Wildschweinen vermeiden. Zweitens Fleisch- und Wurstreste nur in verschließbaren Müllbehältern entsorgen und nicht an Haus- oder Wildschweine sowie andere Nutztiere verfüttern. Drittens keine Fleischwaren aus dem Ausland einführen.

  • 👨‍🌾

    Tierhalter: Erstens ebenso keine Reste von Lebensmitteln an Haus- und Wildschweine verfüttern. Zweitens nur Angestellte des Betriebs mit sauberer Schutzkleidung den Stall betreten lassen. Drittens jeden Kontakt von Wildschweinen mit dem Schweinebetrieb verhindern.

  • 👩‍⚕‍

    Tierärzte: Betriebe für die Wichtigkeit der Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen sensibilisieren.

  • 👷

    Forstarbeiter und Jäger: tot aufgefundene und krankheitsverdächtige Tiere unverzüglich melden.

Veröffentlicht: 10.09.2020 / Autor: Alexander Duebbert